Jugendsozialarbeit Jugendsozialarbeit wird neu aufgebaut

Kirchheim / Von Uwe Deecke 24.07.2018

Es sind meist junge Erwachsene kurdischer Herkunft, die das Jugendhaus in Kirchheim seit Jahren nutzen und die Angebote der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN) wahrnehmen. Ältere Jugendhausbesucher, teils selbst schon Eltern, ließen im Gemeinderat Zweifel aufkommen, ob man hier wirklich die richtige Zielgruppe erreicht.

Das Gremium forderte damals mehrheitlich eine Neuausrichtung der Jugendarbeit, im März wurde dann im Sozialausschuss die Umgestaltung der Arbeitsfelder Schulsozialarbeit, offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit vorgestellt. Ideen, was man davon kurzfristig umsetzen könnte, erläuterte nun Tanja Kaiser von der DJHN vor dem Gemeinderat.

Aufbau eines Jugendbüros

Im Mittelpunkt des Konzepts steht der Aufbau eines Jugendbüros und der Ausbau schulnaher Angebote, die zusammen mit Kooperationspartnern entwickelt werden sollen. Als Beispiele nannte Kaiser ein Ferienprogramm, Berufseinstiegsangebote oder spezielle Mädchenangebote, für die an Schulen geworben werden soll. Auch der Ablöseprozess der bisherigen Zielgruppe steht im Fokus der Überlegungen zur Neukonzeption. Wichtig ist für Kaiser auch, mit der Nachbarkommune Gemmrigheim in Kontakt zu treten, um gemeinsame Jugendangebote zu schaffen.

In der Sitzung des Sozialausschusses im März wurde bekannt, dass der bisherige Jugendhausleiter Jörg Dannenhauer sich für eine Auszeit in Form eines Sabbatjahrs entschieden hat. Vor diesem Hintergrund möchte sich die Kommune nochmals intensiv Gedanken über die Neuordnung der Jugendsozialarbeit im alten Jugendhaus in der Kanalstraße machen. Alles läuft auf einen Neuaufbau der Jugendsozialarbeit hinaus, die dann unter neuer Leitung wäre.

Mobile Jugendarbeit

„Wir sind in der Situation, dass wir mit der offenen Jugendarbeit nur wenige erreichen“, so Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold gegenüber der BZ. Junge Erwachsene wie bisher seien nicht die klassische Zielgruppe, die man ansprechen möchte. Aus diesem Grund soll mit dem neuen Konzept an Schulen gegangen werden und mit Angeboten geworben werden. Auch die „mobile Jugendarbeit“, die die Jugendlichen aufsucht und interessiert, soll verstärkt werden.

Die Alte Turnhalle am Neckar, wo jetzt das Jugendhaus untergebracht ist, sei baulich inzwischen kritisch zu bewerten. Daher will man sich Gedanken machen, wo ein Jugendcafé seinen Platz haben könnte, in dem das Jugendbüro arbeiten würde. Verstärkt mit Nachbarkommunen zu arbeiten, hält auch Seibold für eine gute Idee.

Die Gemeinde Gemmrigheim dabei nicht unter Druck zu setzen, riet Birgit Riecker von den Unabhängigen im Gemeinderat. Das Gremium stimmte anschließend dem neuen Konzept für die Jugendsozialarbeit einstimmig zu.

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