Von großen „Acts“ haben die Verantwortlichen des TSV Bönnigheim Abstand genommen. Den Geburtstag des 125 Jahre alten Vereins wollen sie aber gebührend mit den 1750 Mitgliedern, Freunden und den Nachbarn feiern.

Los geht’s bereits am Freitag, 31. Januar, mit einer Ausstellung zur Geschichte des Vereins im Rathausfoyer. Doch wer jetzt befürchtet, das wird eine trockene Sache, kennt die Sportler nicht. Denn neben annähernd 500 Bildern, die von Harry Maier, Wolfgang Knödler, Rolf Schube, Hans Erk und Dittmar Zäh sorgfältig ausgesucht wurden und die von den Besuchern erworben werden können, gibt es einen interaktiven Teil.

Interaktive Ausstellung

Da sind die Besucher eingeladen, näher zu treten und sich zu betätigen, beispielsweise an einem Tipp-Kicker. Rennschuhe, Karateschuhe, Kugeln und Diskusscheiben, Schlittschuhe und Skistiefel von 1910 werden neben Trikots aus 125 Jahren und der Vereinsfahne zu bestaunen sein. Zu sehen sein werden auch die Pokale, Wimpel und Medaillen des zehnmaligen Weltmeisters im Zehnkampf, Roland Hepperle, und der Olympiateilnehmerin Daniela Daubner sowie weiterer erfolgreicher Sportler.

Der Stabhochsprung wird pfiffig dargestellt, Holzspeere weisen auf die Gründungszeit von 1895 hin. Am 16. Juni 1895 ereignete sich Großes, wie das im Original erhaltene Gründungsbuch belegt: „25 Personen erkennen den Wert und Nutzen des Turnens und die Vorteile eines Turnvereins, weshalb auch sofort die Wahl eines Vorstands und Schriftwarts vorgenommen wird.“ Die Gründung des Turnvereins erfolgte im Lokal von Bäcker Hartmann. Von der königlichen Oberinspektion  der Taubstummenanstalt erhielt der junge Verein das Benutzungsrecht der staatlichen Turnhalle auf dem Burgplatz gegen Gebühr. Die Stadt stellte „den Platz östlich des Gänsegartens“ (Bleichwiese) zur Verfügung.

Gekauft wurden zwei Recke, ein Barren und ein Sprungseil für 50 Mark bei Zimmermann Schmälzle. 1910 gründetw sich die Fußballriege im Turnverein, 1914 war eine Damenabteilung dran. Im ersten Weltkrieg verlor der Verein 51 Mitglieder. Als letzte Eintragung ins Protokollbuch ist über die Zeit des Zweiten Weltkriegs 1944 festgehalten: „Es sind 64 tote Mitglieder zu beklagen.“

Fusion zweier Vereine

1945 bekamen die 1922 gegründeten Sportfreunde Bönnigheim die Lizenz der Militärregierung, einen Verein zu gründen. Dort fanden sich die Sparten Fußball, Leichtathletik, Handball, Schach, Tischtennis ein. Am 31. Januar 1948 fusionierten die Sportfreunde und der Turnverein zum Turn- und Sportverein (TSV) Bönnigheim e.V..

Heute gehören die Sparten Fußball, Handball, Leichtathletik, Freizeitsport, Sportabzeichentreff, Jedermannturnen, Karate, Kinderturnen, Yoga, Frauengymnastik, Gesundheitsecke, Stepaerobic, Eltern- und Kindturnen, Volleyball, Kinder- und Jugendtanzen sowie Zumba/Hipp-Hopp zum TSV. Vorgestellt wird die Vereinsfamilie bei der Ausstellung in einem sechsminütigen Film. TSV-Vorsitzender Dittmar Zäh, der das Vereinsschiff seit 33 Jahren lenkt, betont die zahlreichen Vorzüge des Vereinslebens: „Wir haben überdurchschnittliche viele Kinder und Jugendliche unter unseren Mitgliedern, wir bieten über 130 Übungsstunden pro Woche, bieten Wettkampf- und Hobbysport und wir arbeiten mit über 100 Ehrenamtlichen bei Organisation und Verwaltung.“ Und das Gesellige komme dabei auch nicht zu kurz.

Termine im Jubiläumsjahr


Freitag, 31. Januar, 19 Uhr, Rathausfoyer: Eröffnung der TSV-Jubiläumsausstellung, die bis 28. Februar zu sehen sein wird

Sonntag, 9. Februar, Turn- und Festhalle: TSV-Turngala

Samstag und Sonntag, 20 und 21. Juni: Esplanadenfest für die ganze Familie

Freitag, 6. November: Festakt zum 125-jährigen Jubiläum – hierzu wird es eine Festschrift geben.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. ri