Im Sommer beginnen der Bau des Kreisverkehrs und die Erschließung des Allenfelds in Freudental. Auch eine neue Arztpraxis und einen Lebensmittelmarkt bekommt die Gemeinde nun endlich. Bürgermeister Alexander Fleig, der sich im Februar wieder zu Wahl stellt, steht ein arbeitsreiches Jahr bevor.

Wie ist die Gesamtbilanz 2019? Die Gesamtbilanz fällt für Freudentals Bürgermeister sehr positiv aus. „Wir haben investiv sehr viel umgesetzt“, so der Verwaltungschef. Als Beispiele nennt er das Kleinspielfeld an der Schönenberghalle, das doch erheblich teurer wurde als erwartet, und die Stellplätze an der Besigheimer Straße im Zuge der Straßensanierung durch das Land. Die Wiederbebauung des Hirsch-Areals wurde begonnen und wird der Gemeinde nicht nur eine barrierefreie Arztpraxis sondern auch einen kleinen Dorfplatz bringen.

„Es sind aber auch viele Planungen auf den Weg gebracht worden“, blickt Fleig auf die Rathaussanierung und das Baugebiet Alleenfeld, für das der Entwurf des Bebauungsplans nun steht. Er nennt den Kreisverkehr vor dem Schloss, dessen Bau im Sommer ebenso starten soll wie die Erschließung des Alleenfelds.

Der Eigenbetrieb Versorgung konnte das Nahwärmenetz weiter ausbauen und soll nun nach dem Wunsch des Gemeinderats auch den südlichen Ort mit dem Alleenfeld versorgen. „Wir haben die Energiewende auch weiter vorangetrieben mit dem Ausbau der PV-Anlage auf der Schule“, so Fleig, 40 Prozent des Eigenverbrauchs könne so gedeckt werden, der Rest werde ins Netz eingespeist. Wichtig war für ihn auch der Anbau an das PKC, den der Landkreis möglich machte. Bei der Kommunalwahl gab es fast die höchste Wahlbeteiligung im Landkreis Ludwigsburg, was den Verwaltungschef ebenso freut wie die Tatsache, dass alle zehn wieder kandidierenden Gemeinderäte erneut gewählt wurden. „Das heißt, dass die Arbeit des aktuellen Gemeinderats von den Bürgern geschätzt wird“, macht Fleig deutlich.

Was waren die wichtigsten Investitionen im letzten Jahr? Zuerst sei das Kleinspielfeld zu nennen, das völlig neu aufgebaut wurde und nun auch für die Ganztagsbetreuung genutzt werden kann. „Die Rückmeldung ist sehr sehr positiv“, sagt der Rathauschef, auch von den Jugendlichen, die sich hier gerne treffen. Ansonsten wurde wenig ausgegeben, aber eben vieles vorbereitet und geplant.

Wie ist die Haushaltslage zum Jahresende? „Wir bekommen auch im neuen Haushaltsrecht ein positives Gesamtergebnis“, auch im Haushaltsjahr 2020 werde man ein positives Ergebnis haben, zieht der gelernte Kämmerer Bilanz. Gleichwohl neigen sich die Rücklagen aus den guten Jahren dem Ende hin. Es werde spannend sein, wie sich dann die konjunkturellen Aussichten auswirken, bei denen sich eine Eintrübung zeigt. Freudental sei aber nicht so abhängig von der Gewerbesteuer, so dass dieser Faktor nicht ganz so entscheidend sei.

Was sind die wichtigsten Projekte in 2020? Ganz klar seien dies die Umsetzung des Kreisverkehrs und die Erschließung des Alleenfelds mit Bau des Lebensmittelmarkts, der die Nahversorgung sicherstellt. Auch die Fertigstellung der Arztpraxis mit der Gestaltung der „kleinen Ortsmitte“ nennt Fleig als wichtiges Projekt, das in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Wenn die Pläne für das Schloss Wirklichkeit werden und mit Wolfgang Scheidtweiler ein neuer Investor kommt, werde man sich auch um den Vorplatz am Rathaus Gedanken machen müssen (die BZ berichtete). Fleig freut sich aber auf mögliche Synergien mit einem Hotelbetrieb und darauf, dass der Schlosspark dann wieder für alle zugänglich wird.

Ihre persönlichen Wünsche für 2020? Natürlich der Gewinn der Wahl, die im Februar stattfindet, sagt Fleig. Hier macht der Bürgermeister „ganz normal Wahlkampf“, auch eine öffentliche Kandidatenvorstellung werde es dann geben, er selbst werde auch eigene Veranstaltungen machen. „Mir ist es ganz wichtig, einen richtigen Wahlkampf zu machen“, betont Fleig, „ich möchte, dass die Bürger von dem überzeugt sind, was ich und der Gemeinderat machen“. Es sei wichtig auf die letzten acht Jahre zurückzublicken, aber auch auf die kommenden acht Jahre zu schauen mit den Zielen die sich der Gemeinderat gesetzt hat.

Schwierig seien in den vergangenen Jahren Räume und Personal im Betreuungsbereich gewesen. Bei der Kinderbetreuung sei man momentan aber auf einem sehr guten Stand, auch die aktuellen Kinderzahlen erfordern keine weiteren Maßnahmen. Es gebe ein sehr flexibles Angebot in beiden Einrichtungen. Auch bei der Ganztagsschule, die nun etabliert ist, laufe es sehr gut zusammen mit den Vereinen und Privatleuten, die hier Angebote schaffen. Weniger Bürokratie und Verlässlichkeit wünscht sich Fleig von der Politik, auch etwas mehr Freiheit bei den Betreuungsschlüsseln, die es auch bei Krankheitsfällen einzuhalten gilt. Beim Land sei es noch einfacher an Geld zu kommen, doch bei den Bundesförderungen seien die Fördergrenzen zu hoch für kleine Kommunen, um reinzukommen.

Die Sorgenkinder der Gemeinde? Der Verkehr sei nicht als Sorgenkind zu bezeichnen, aber als Thema, das viele zu Recht beschäftigt und wo es schwierig sei, wirksame Ergebnisse zu präsentieren. „Wenn man an einer Stellschraube dreht, müsse man immer beachten, dass es anderswo Auswirkungen gebe. Fleig ist froh, dass das Land mit der Gemeinde die Straßensanierungen durchführt. Beim Thema Unterbringung sei man bis jetzt gut klar gekommen, müsse sich aber jetzt wieder um Wohnungen bemühen. „Es gibt in Freudental aktuell gar keinen freien Wohnraum, das ist das große Problem“. Beim Flächenverbrauch sei Ludwigsburg ganz vorne, weiß auch Fleig. Man müsse schon wirklich genau überlegen, ob man weiter so vorgeht. Die Diskussion habe man auch beim Alleenfeld geführt, wo Fleig froh ist, dass man es nun etwas verdichteter umsetzen konnte als ursprünglich geplant.

Raisch bewirbt sich in Freudental


Wie die Gemeindeverwaltung Freudental am Dienstag mitteilte, wurde eine zweite Bewerbung zur Freudentaler Bürgermeisterwahl am 2. Februar am Dienstag, 7. Januar, eingereicht. Dauerbewerber Ulrich Raisch tritt an. bz