Schlossfeld Interimslösung für den Reitverein

Bönnigheim / Uwe Deecke 10.10.2018

Es wird am Sonntag die letzte Reitveranstaltung auf dem Schlossfeld sein. Kein Turnier wie in den Jahren zuvor, sondern ein Reitertag als „breitensportliche Veranstaltung“. „Das passt besser in unsere momentane Situation“, erklärt Claudia Luz, die zweite Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Bönnigheim. Ab März 2019 wird das Gelände im Schlossfeld abgebaut, denn zum 1. Juni muss die stadteigene Fläche geräumt sein, um für die Erweiterung der Hohenstein Institute Platz zu machen.

Einigung mit allen Eigentümern

Die neue Heimat ist bereits gefunden: Rund 3500 Quadratmeter sind es zwischen Bönnigheim und Hofen, die dem Reit- und Fahrverein dann zur Verfügung stehen. Die Stadt erwirbt diese Fläche und konnte inzwischen mit allen Eigentümern am neuen Standort eine Einigung erzielen. „Alle Kaufverträge sind verhandelt“, erklärt Bürgermeister Albrecht Dautel auf Anfrage der BZ. Es fehlen lediglich noch zwei bis drei Notartermine, dann hat die Stadt die Flächen, die am „Hofener Wäldle“ liegen. Der Bebauungsplan liege im Entwurf bereits vor, so der Bürgermeister, und es gebe bereits positive Signale von der Baurechtsbehörde in Ludwigsburg.

Investition halbiert

Geplant ist vom Verein dort eine Reitanlage mit Halle, Außenanlagen und Pferdeboxen, die nun deutlich günstiger als ursprünglich geplant gebaut werden kann. Statt 1,65 Millionen Euro geht der Verein   je nach Ausstattung von 700 000 bis 800 000 Euro an Kosten aus. Die Stadt unterstützt den Bau mit 100 000 statt der ursprünglich geplanten 160 000 Euro, von den Hohenstein Instituten sind dafür 300 000 Euro zugesagt. Die Stadt übernimmt zudem die Kosten für den Grundstückskauf und die Erschließung und baut auch die alte Anlage zurück, die auf dem Schlossfeld noch existiert. Das Gelände werde am 1. Juni leer und baufertig übergeben, macht Dautel deutlich. Das neue Gelände bewertet auch er als passend und zukunftsfähig. Dort habe der Verein Raum, sich zu entwickeln. „Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer Baurecht haben“, so Dautel.

Für eine Interimslösung seien Möglichkeiten da, sagt Claudia Luz. Sie selbst besitzt eine Weide, aber auch andere Mitglieder, so dass man die Pferde auslagern kann. Im Sommer sei dies leichter möglich und für den Verein auch machbar. Und man will Kosten sparen. „Wir haben vor, Teile der Stallungen mitzunehmen“, erklärt Luz. Auch das „Reiterstüble“ könnte in Eigenleistung gebaut werden, was die Kosten etwas drücken würde. Vermessen wurde bereits bei Hofen, doch wann es tatsächlich losgeht, weiß auch sie nicht. Das Gelände werde jedenfalls zuvor geebnet, für die Erdbauarbeiten wurde bereits eine Firma gefunden. Die Entscheidung, welche Ausbauvariante man für die Gebäude dann wählt, müsse aber auf einer Mitgliederversammlung noch getroffen werden, macht Luz deutlich.

Die zweite Vereinsvorsitzende  wünscht sich eine Versammlung im November, wenn mit den Verträgen alles unter Dach und Fach sei. Dass dann in Holz-Fertigbauweise gebaut wird, komme dem Verein entgegen. Dann könnte nach acht Wochen bereits der größte Teil der Gebäude stehen, schätzt die zweite Vorsitzende.

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