Die Bürgerinitiative (BI) „B27 raus aus Kirchheim“ veranstaltete am Sonntag die erste Trassenbegehung der erhofften Umgehungsstraße am westlichen Ortsrand. Weder heftiger Wind noch das kalte Wetter schreckten die Kirchheimer ab, die sich an der Wendeplatte westlich der B 27 am Sonntag versammelt hatten.

Der Plan, den Michael Fein von der BI am Startpunkt zeigte, ist das erklärte Ziel der Initiative: Eine Umgehungsstraße um Kirchheim herum, die den Ort mit seinen bis zu 25 000 Autos am Tag entlasten würde. Sie führt vom Ende der Max-Eyth-Straße, wo ein Kreisverkehr entstehen soll, durch die Felder Richtung Norden. Hinter dem Kinderhaus Klex verläuft sie weiter in Richtung Hohensteiner Straße, die nach Bönnigheim führt. Für sie gebe es schon seit vielen Jahren ein Planfeststellungsverfahren, so Fein, und sie sei auch im angrenzenden Neubaugebiet bei der Umlegung bereits eingezeichnet gewesen.

Teure Tunnel

Ein 350 Meter langer Tunnel ist hinter dem Kinderhaus und der Schule eingezeichnet, doch auch ein V-förmiger Einschnitt wäre hier kostengünstig möglich. An der Hohensteiner Straße ist ein 800 Meter langer Tunnel im Plan, der hoch zur Obsthalle führt und wohl sehr viel Geld verschlingen würde. Beide Tunnellösungen verteuerten die Ortsumgehung offenbar so, dass sie nie auf der Vorschlagsliste des Landes zum Bundesverkehrswegeplan landete.

Das soll sich nach dem Willen der Bürgerinitiative ändern. Der nächste Wegeplan steht an und dann will man in Kirchheim mit dabei sein, nachdem sich die Situation im Ort sehr verschlechtert hat. Staatssekretär Steffen Bilger, der auf Einladung der BI vor kurzem in Kirchheim war, verwies allerdings auf die hohen Kosten und darauf, dass sich eine solche Umgehung auch volkswirtschaftlich rechnen müsse.

Alternativ zum langen Tunnel sei auch ein Anstieg durch die Weinberge zur Obsthalle angedacht worden, der die Anbauflächen zerschneiden würde, erklärte Fein. Dort und auch hinter der Gemeinschaftsschule sei ein Tunnel landschaftstechnisch zu bevorzugen, sagte CDU-Rat Erich Schneider bei der Trassenbegehung. Immanuel Schmutz von der BI hob hervor, dass heute an Bundesstraßen nur noch sechs Prozent Steigung erlaubt seien, was mit der Tunnellösung am Hang möglich werde. Sowohl die Schule als auch die landwirtschaftlichen Betriebe im Westen Kirchheims wären mit einer Umgehung deutlich besser angeschlossen und erreichbar.

Der Verkehr im Ortskern macht der Bürgerinitiative mehr und mehr zu schaffen. „Es gibt viele, die von der Autobahn gleich rechts abbiegen und durch den Ort fahren“, machte Fein erneut deutlich. Um das zu verhindern, plant die Gemeinde in der Bahnhofstraße und Wilhelmstraße bereits verkehrsberuhigende Maßnahmen und will ein LKW-Verbot erreichen. Auch rote Ampeln schrecken die Autofahrer nach den Erfahrungen der BI nicht mehr. In einer halben Stunde habe man zwölf Verstöße festgestellt, was für Schüler und Kinder auf dem Weg zur Schule und zum Kinderhaus zunehmend zur Gefahr werde.

Info Am kommenden Sonntag um 14 Uhr will die BI die zweite Trassenbegehung durchführen. Dann geht es um das Teilstück von der K 1679 hoch zur Obsthalle, Treffpunkt ist der Parkplatz an der Gemeindehalle.