Bönnigheim / Uwe Deecke

Längst hat sich die Zufahrt ins Bönnigheimer Industriegebiet in den Süden verlagert. Die Industriestraße ist dort seit langem sanierungsbedürftig. Die Lieferwagen und LKW, die von der Autobahn kommen, müssen zwei scharfe Kurven meistern, bevor sie ins Industriegebiet kommen. Besonders schlecht ist der Belag im Bereich der Kirchheimer Straße, wo es auch keinen Rad- oder Gehweg gibt. Eine Treppe ist dort zwar gebaut, doch oben sind die Fußgänger dann auf der Straße unterwegs.

Sanierung überfällig

Die Sanierung dieses Teils der Industriestraße ist überfällig und war bereits Thema im Gemeinderat, wo das Brackenheimer Büro Ippich seine Untersuchungsergebnisse vorgestellt hatte. Volker Martin ging im technischen Ausschuss nun auf die möglichen Varianten ein,. Er sieht die Straße „im Kurvenbereich sehr problematisch“, wo der weitere Verlauf nicht einsehbar ist und Begegnungsverkehr mit Lastwagen kritisch wird.

„Begegnungsverkehr würde bedeuten, dass an beiden Stellen aufgeweitet werden muss“, so Martin zu den beiden Kurvenbereichen. Die Böschung müsste dafür ebenso gesichert werden wie für einen zwei Meter breiten Fußgängerweg. In jedem Fall müssten hohe Randsteine dann verhindern, dass der Fußweg als Fahrbahn benutzt wird.

Die Kosten für einen einfachen Vollausbau mit Kanalsanierung schätzt sein Büro auf 717 000 Euro brutto, dazu kämen nochmals 185 000 Euro für einen gesicherten Gehweg sowie die Verbreiterung im Kurvenbereich.

Weil der Asphalt noch tragfähig ist, wäre ein zweischichtiger neuer Asphaltbelag ausreichend. Sinnvoll sei es, statt der einzelnen Wasserleitungen zur Kirchheimer Straße eine große Leitung in der Industriestraße zu legen, so der Planer. Die einfachste Variante ohne Verbreiterung und Fußweg käme so auf rund 404 000 Euro und wurde von der Verwaltung vorgeschlagen.

Niemand sei bereit gewesen, von seinem Grundstück eine Fläche zur Verbreiterung herzugeben, sagte UWG-Rat Manfred Schmälzle, der mit der vorgeschlagenen Lösung leben konnte. Für Jürgen Carstens von den Grünen war der Gehweg sehr wichtig. „Sehr gefährlich“ sei der Kurvenbereich für Fußgänger, so Carstens, der nach den Kosten fragte. 130 000 Euro seien erforderlich, um den Fußweg bis zur Blumenstraße herzustellen, so der Planer, und für ihn müsste auch bei der Breite von zwei Metern die Böschung gesichert werden.

Auch Frank Sartorius (Freie Wähler) setzte sich für einen Fußweg im Kurvenbereich ein, der aber nicht zustande kam. Dieser sei in einem zweiten Abschnitt eher möglich, wenn der dortige Straßenbelag aus dem Jahr 2010 gerichtet werden müsse, erklärte Bürgermeister Albrecht Dautel. Der Ausschuss empfiehlt bei einer Enthaltung dem Gemeinderat zur nächsten Sitzung die einfachste und kostengünstigste Variante für 404 000 Euro. Nach dem Beschluss und der Ausschreibung könnte die Vergabe der Bauarbeiten nach der Sommerpause erfolgen.