Löchgau Im Einsatz gegen die Trockenheit

Eine Schonung als Übungsobjekt: Am Montagabend simulierte die Löchgauer Feuerwehr einen Waldbrand und bewässerte dabei junge Buchen in der Nähe des Kleinsachsenheimer Waldspielplatzes
Eine Schonung als Übungsobjekt: Am Montagabend simulierte die Löchgauer Feuerwehr einen Waldbrand und bewässerte dabei junge Buchen in der Nähe des Kleinsachsenheimer Waldspielplatzes © Foto: Martin Kalb
Löchgau / Von Vivien Staib 22.08.2018

Die langanhaltende Trockenheit ist für die heimischen Wälder ein ernstzunehmendes Problem, denn auch im mitteleuropäischen Deutschland stellen Waldbrände eine Bedrohung dar. Aus diesem Grund rückte die Freiwillige Feuerwehr Löchgau mit rund 14 Mann und einer Feuerwehrfrau, gemeinsam mit fünf Landwirten am Montagabend aus. Ziel war ein Waldstück in der Nähe des Waldspielplatzes Kleinsachsenheim im Löchgauer Wald, in dem der Revierleiter Bernd Renner im Frühling einen halben Hektar junge Buchen aufgeforstet hat. Die kleinen Bäume seien laut Kommandant Oliver Siegel besonders von der Trockenheit bedroht und wurden aus diesem Grund am Montagabend mit rund 60 000 Liter Wasser versorgt.

„Der Einsatz diente der Bewässerung der Buchen, aber gleichzeitig stellen wir die Infrastruktur für die Wasserbeschaffung sicher. Der nächste Hydrant liegt rund drei Kilometer entfernt, das stellt im Falle eines Waldbrands ein Problem dar“, erklärt Kommandant Oliver Siegel. Da nicht direkt auf einen Hydranten zugegriffen werden kann, rückte die Feuerwehr, um die Wasserversorgung sicherzustellen, mit zwei Einsatzwagen mit je 2500 Liter Spritzwasser an. Wenn es jedoch tatsächlich zu einem Waldbrand käme, wäre die Fläche laut Siegel mit der Wasserkapazität der Feuerwehrwagen nicht zu stemmen.

„Aus diesem Grund kooperieren wir mit den örtlichen Landwirten, die der Feuerwehr ihre Vakuumpumpfässer zur Verfügung stellen. Vor Ort müssen Einsatzwagen und Traktoren mitsamt Fässern mehrmals fahren, um das Wasser zu beschaffen“, so der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Löchgau. Philipp Weigel, Winzer und ehrenamtlicher Feuerwehrmann aus Löchgau, half bei der dreistündigen Waldbrandübung ebenfalls mit: „Ein Wasserfass fasst rund 6000 Liter Wasser. So kommen zu der Kapazität der Einsatzwägen noch 30 000 Liter Wasser hinzu. Wenn es zu einem Waldbrand käme, ist die Zusammenarbeit der Landwirte und der Feuerwehr unbedingt notwendig.“

Der Wengerter ist am Montagabend mit seinem Traktor und Vakuumpumpfass im Einsatz. Die Gefahr von Waldbränden ist nicht nur in den südlichen Regionen Europas präsent. Durch die langanhaltende Trockenheit und der dauerhaften Hitze, seien laut Feuerwehrmann Manuel Schmid auch die deutschen Wälder gefährdet: „In Nord- und Ostdeutschland gab es in diesem Jahr bereits Waldbrände. Man denke nur an den Böschungsbrand an einer ICE-Strecke in diesem Jahr, der neun anliegende Wohnhäuser mit in Mitleidenschaft gezogen hat.“

Im heimischen Löchgauer Wald gab es glücklicherweise noch keinen verheerenden Waldbrand. Laut der Feuerwehrmänner, reiche jedoch bereits ein unachtsam weggeworfener Zigarettenstummel, um ein horrendes Wildfeuer auszulösen. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, darauf zu achten, beim Wandern oder bei Waldspaziergängen keinen Müll zu hinterlassen. Besonders Glas sollte unbedingt ordnungsgemäß entsorgt werden, da die Scherben sonst durch Erhitzung einen Brand provozieren könnten.

Junge Buchen gewässert

„Im Hochsommer ist es strengstens verboten offene Feuer im Wald und am Waldrand zu entfachen. Schon die kleinsten Funken können den Wald gefährden“, sagt Kommandant Oliver Siegel. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Löchgau, sind die jungen Buchen am Montagabend mit genügend Wasser versorgt worden und werden die Dürre überstehen. Weiterhin wird die Feuerwehr sicherstellen, dass Logistik und Infrastruktur für die Wasserbeschaffung im Falle eines Waldbrandes gegeben sind.

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