Warnung Hunde sollten angeleint bleiben

Kirchheim / Uwe Deecke 13.02.2019

Die Kirchheimer Gemeindeverwaltung gab am 4. Februar die Warnung an Hundehalter heraus, den Impfschutz zu prüfen und die Hunde draußen angeleint zu lassen. Grund dafür: Drei vermutlich an Staupe verendete Füchse wurden Ende Januar auf Kirchheimer Gemarkung gefunden und zwei weitere erlegte Tiere waren mit Räude infiziert. Beim Auffinden eines toten Fuchses oder Marders solle die Gemeindeverwaltung oder der Jagdpächter informiert werden.

Vor allem die Räude ist landesweit auf dem Vormarsch. In manchen Regionen wird geschätzt, dass jeder dritte Fuchs davon befallen ist und es gibt mancherorts spezielle Jagden auf die Tiere. Wie stark sich die Krankheit genau ausbreitet, bleibt aber im Dunkeln, da die Räude nicht meldepflichtig ist. Der Fuchs hat keine natürlichen Feinde und seit dem Ende der Tollwut nimmt seine Population zu. Ob die Räude auf den Hund übertragbar ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die Staupe ist ebenfalls eine hochansteckende Infektionskrankheit und tritt seit 2007 im Land auf. Auch sie ist nicht meldepflichtig, weshalb auch keine Statistik geführt wird. Die Tiere reagieren apathisch, sitzen bewegungslos da und sind unfähig zu fliehen, wenn die Krankheit fortgeschritten ist. Sie befällt nicht nur Füchse, sondern auch Marder, Dachse und Waschbären. Menschen können sich nicht infizieren, Hunde allerdings schon. Offenbar ist auch diese Krankheit auf dem Vormarsch, seit die Fuchs­population weiter zunimmt. Jäger beobachteten die Situation sehr aufmerksam und schicken auffällige tote Tiere zur Untersuchung ans Veterinäramt des Landkreises.

Jagdpächter Marcus Beck aus Kirchheim war sich schnell sicher, dass es sich um räudige Füchse gehandelt hat, als er sie dem Veterinäramt übergab. Die Tiere seien durch die Milbenkrankheit fast nackt. „Wir haben eine ziemlich hohe Fuchsdichte“, so der Kirchheimer, der im letzten Jahr 31 Füchse erlegt hatte. Nur ein kleinerer Teil der Tiere, die auch gern in den Ort auf Nahrungssuche gingen, sei erkrankt gewesen.

Mit der Räude sei zuletzt in Fellbach, anders als in Kirchheim, nahezu jedes erlegte Tier infiziert gewesen, hat er erfahren. Wichtig ist ihm der Hinweis, dass Hundebesitzer ihre Tiere unbedingt anleinen und auch ihre Hunde regelmäßig impfen lassen. Der Fuchs habe seine Scheu vor dem Menschen schon länger verloren. „Er profitiert von dem Abfall der Menschen“ sagt Beck auf Anfrage der BZ. Dass gerade viele Füchse unterwegs sind, liege an der Ranzzeit, wenn die Füchse auf Partnersuche seien und von überall her kämen, erklärt der Jagdpächter.

Beim Landratsamt äußert man sich zurückhaltend hinsichtlich der Zahlen, da es aktuell noch keine Meldepflicht gibt. „2018 gab es 18 bestätigte Fälle von Staupe im gesamten Landkreis. Da allerdings sowohl Räude als auch Staupe nicht meldepflichtig sind, können wir kein umfassendes Bild dazu liefern“, erklärt Markus Klohr vom Landratsamt Ludwigsburg.

Generell sei aktuell von einer Zunahme der diagnostizierten Fälle auszugehen, 2017 seien nur vereinzelte Fälle von Staupe bekannt geworden. Dies hänge mit der gestiegenen Fuchspopulation zusammen. „Hunde und andere Wildtiere können sich anstecken. Hundehalter sollten darauf achten, dass ihr Tier immer in Sichtweite bleibt und zum Beispiel nicht lange irgendwo im Gehölz verschwindet. Die Impfung schützt die Hunde zuverlässig“, erklärt der Sprecher des Landratsamts.

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