Bönnigheim Hohenstein Institute ehren Willy Bogner - Markus Wasmeier zu Gast

Bönnigheim / KERSTIN HÖLZEL 29.10.2013
Skirennfahrer, Designer, Regisseur - die Hohenstein Institute haben Willy Bogner mit der Otto-Mecheels-Medaille für seine Lebensleistung geehrt. Auch Olympia-Sieger Markus Wasmeier war zu Gast.

Er hat schon die ganze Welt gesehen und besteht seit Jahrzehnten auf dem Weltmarkt - in Bönnigheim kommen Willy Bogner am Montag die Tränen. Als er die Otto-Mecheels-Medaille von den Hohenstein Instituten für seine Lebensleistung entgegennimmt und seiner Frau danken möchte, stocken ihm plötzlich die Worte und er muss kurz innehalten. "Das ist ein ungeheurer Glücksfall. Es ist wie bei den Eltern: Er ist der Sportler, sie hat den Geschmack", sagt er lachend.

Bogner betritt am Montag nicht zum ersten Mal schwäbischen Boden, als er zum Festakt an den Hohenstein Instituten mit dem Helikopter anreist. Für ihn ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn auf Schloss Hohenstein hat seine Laufbahn begonnen.

Als 22-Jähriger studierte er 1964/65 Bekleidungstechnik an der damaligen Lehranstalt und legte damit den Grundstein für seine spätere Karriere. "Ich habe damals in Bönnigheim eine Wohnung unterm Dach gemietet. Das war eine richtige Junggesellenbude", blickt der Inhaber des Sportmodeunternehmens Willy Bogner GmbH & Co. KG zurück. Seine Eltern, Maria und Willy Bogner senior hätten ihn dazu gedrängt, etwas Bodenständiges neben dem Sport zu lernen. "Das war ein wichtiger Ausgangspunkt, und hilft mir heute noch im Gespräch mit Technikern", sagt Bogner.

Nun wird Bogner mit der Otto-Mecheels-Medaille, die alle zwei Jahre von den Hohenstein Instituten verliehen wird, für seine Lebensleistung ausgezeichnet. Dr. Jürgen Weber, ehemaliger Vorstand und Aufsichtsratvorsitzender der Lufthansa AG, bekennt in seiner Laudatio: "Ich habe einen in die Jahre gekommenen Bogner-Skianzug." Darin fühle er sich pudelwohl. Einer der Erfolgsfaktoren sei laut Weber die Partnerschaft zwischen Willy und seiner Frau Sonia Bogner, die als starke Frau nicht hinter ihm, sondern an seiner Seite stehe. Darüber hinaus besitze Bogner traditionelle Fertigkeiten, Innovationskraft, Wettbewerbsstärke und mentale Internationalität, die ihn so weit gebracht hätten.

Als Willy Bogner die Otto-Mecheels-Medaille schließlich von Prof. Dr. Stefan Mecheels entgegennimmt, ist er zu Tränen gerührt. Wie er erzählt, sei es nach der tollen Erfolgsgeschichte seiner Eltern nicht einfach gewesen, selbst etwas zustande zu bringen. Mit seiner Frau habe er es geschafft, Teamgeist zu bilden, "denn ohne ein Team kann niemand Rennen gewinnen".

Sein langjähriger Freund und zweifacher Olympia-Sieger im Alpin-Ski, Markus Wasmeier, begleitet Bogner zu diesem Event. "Er ist immer von Herzen Sportler und kein Modedesigner im eigentlichen Sinne", sagt Wasmeier. Beide verbindet eine lange Freundschaft und Partnerschaft, und das seit 1979. Hinzu kommt, dass sie als einzige deutsche Skifahrer die Abfahrt in Wengen gewonnen haben. "Das Risiko, dem man als Wintersportler ausgesetzt ist, prägt. Wir sind wie eine Familie, die in einem Boot sitzt", erzählt Wasmeier.

Ein weiteres bekanntes Gesicht unter den Gästen ist das von Hansi Müller, dem Aufsichtsratsmitglied des VfB Stuttgart. "Willy ist ein Typ, der für Sport steht und aus Sport viel rausgeholt hat mit Mut, Kreativität, Intelligenz und Sympathie", sagt er und gibt zu, selbst im Winter das eine oder andere Stück von Bogner zu tragen.

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