Erligheim Hohe Nachfrage für Aichert-Nord

Um die 50 Bauplätze sollen in Aichert-Nord (Bildmitte, neben dem Friedhof) entstehen.
Um die 50 Bauplätze sollen in Aichert-Nord (Bildmitte, neben dem Friedhof) entstehen.
Von Roland Willeke 02.08.2018

Noch vor Beginn des Bebauungsplanverfahrens Aichert-Nord wird Erligheims Bürgermeister Rainer Schäuffele von Bauwilligen und Kaufinteressenten regelrecht bestürmt.

Das Bebauungsplanverfahren Aichert-Nord wurde jetzt mit dem Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats förmlich gestartet. Aber schon seit Wochen, so Bürgermeister Rainer Schäuffele, werde er von zahlreichen Interessenten angerufen, die sich für einen der rund 50 zu erwartenden Bauplätze interessieren.

Wie bereits berichtet, möchte die Gemeinde im Anschluss an das bestehende Wohngebiet Aichert ein neues Baugebiet mit einer Fläche von rund drei Hektar erschließen. Ihr kommt dabei eine vorübergehende Änderung des Baugesetzbuches zu gute. Der neu eingefügte Paragraph 13b erlaubt die „Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren“, wie es im Gesetz heißt. Damit soll in Zeiten sich verstärkender Wohnungsnot der Bau von Wohnungen gefördert werden. Am 1. Januar 2020 verschwindet der neue Paragraph übrigens wieder aus dem Gesetz.

Voraussetzungen

Dieser Paragraph kann unter der Voraussetzung angewendet werden, dass das betreffende Gebiet weniger als 10 000 Quadratmeter umfasst und sich an im Zusammenhang erstellte Ortsteile anschließt. Beides ist beim neuen Baugebiet mit dem Arbeitstitel Aichert-Nord der Fall. Im beschleunigten Verfahren kann auf eine Umweltprüfung verzichtet werden, Belange des Artenschutzes müssen gleichwohl beachtet werden, erläuterte Uwe Müller, Planer und Mitgesellschafter beim Ludwigsburger Planungsbüro KMB. Aber da seien keine Probleme zu erwarten.

Die künftige Wohnbebauung soll sich auf der östlichen Seite des Friedhofs von Nord nach Süd erstrecken und am Ende des Friedhofs auf Höhe der Straße Im Aichert nach Osten in Richtung Panoramaweg fortgesetzt werden. Auf der Seite des Friedhofs ist, entlang einer neuen Erschließungsstraße, eine zweizeilige Bebauung vorgesehen. Die vom südlichen Ende des Friedhofs in östlicher Richtung geplante Bebauung sieht drei Gebäudereihen vor. Geplant sind ein- bis zweigeschossige Einfamilien- und Doppelhäuser. Planer Uwe Müller schätzt, dass bis zu 50 Bauplätze entstehen könnten. Mehrfamilienhäuser sind nicht geplant.

Die Erschließung soll von der Straße Im Aichert her und über den Panoramaweg erfolgen. Einer Erschließung von Norden her über die Rathausstraße steht man im Gemeinderat skeptisch gegenüber, da Probleme im Bereich von Schule und Kindergarten erwartet werden. Ob die vom Gemeinderat vorgeschlagene Weiterführung der östlich des Friedhofs geplanten Erschließungsstraße nach Norden – womit man den Bereich Schule und Kindergarten umfahren würde - realisiert werden kann, steht im Moment in den Sternen, Denn diese „elegante Lösung“, so Bürgermeister Schäuffele, erfordert Eingriffe in private Grundstücke auf Gemarkung der Nachbargemeinde Hofen.

Für die Oktobersitzung, in der bereits der Entwurfsbeschluss gefasst werden soll, kündigte Planer Uwe Müller weitere Alternativen zur Erschließung innerhalb des Baugebiets an.

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