Bönnigheim Hohe Breitbandziele in der Region

Die Ziele für den Breitbandausbau sind auch in Bönnigheim hoch. Die Kosten, die für den Ausbau der Stadt entstehen, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar.
Die Ziele für den Breitbandausbau sind auch in Bönnigheim hoch. Die Kosten, die für den Ausbau der Stadt entstehen, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar. © Foto: Peter Kneffel
Uwe Deecke 07.12.2018

In Sachen Glasfaser steht das Land sowie der Kreis Ludwigsburg noch in den Startlöchern. Nun wurden hohe Ziele definiert: Bis 2025 sollen „jeder zweite Haushalt, alle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen und alle förderfähigen Schulen“ mit Glasfaser bis ins Gebäude versorgt sein. Bis 2030 sollen sogar 90 Prozent alle Haushalte vom Glasfaser profitieren, so lautet das ambitionierte Ziel des Zweckverbands. Die Begründung: „Die Versorgung von Gewerbetreibenden, Freiberuflern, Bürgern sowie öffentlichen Einrichtungen mit einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Breitbandversorgung ist ein entscheidender Standortfaktor und damit von maßgeblicher struktur- und wirtschaftspolitischer Bedeutung“.

Damit sei jedoch noch nicht klar, welche Kosten bei einem so umfangreichen Ausbau für die Stadt Bönnigheim entstehen. Bei der Masterplanung in umliegenden Kommunen wurde deutlich, dass etwa Kirchheim ohne Fördergelder mit rund acht Millionen Euro Ausgaben zu rechnen hätte, wenn im Großteil der Kommune die Straßen und Gehwege aufgegraben werden müssten, um dort Glasfaser ans Haus zu führen. Auch für andere Kommunen entstanden bei der Masterplanung so hohe Kosten, dass die Untersuchung bald in der Schublade verschwand.

Zwölf Bewerber

Die Telekom, die seit Jahren in den Kommunen mit dem Kupferkabel und Vectoring-Technik ausgebaut hatte, ging nun als Sieger aus der Ausschreibung hervor, die aus zwölf Bewerbern den Kooperationspartner aus der Privatwirtschaft ermittelte. Sie wird sich in einer Rahmenvereinbarung dazu verpflichten, die ambitionierten Breitband-Ziele der Region zusammen mit dem Fokus auf das Mobilfunknetz 5G zu erreichen. Die Region, die Landkreise und die Städte und Gemeinden sagen im Rahmen der Kooperation Unterstützung bei Genehmigungsverfahren, Verhandlungen, und Bauverfahren zu, heißt es in der Vereinbarung.

Die Telekom sei bereit, zusätzlich zu ihrem Ausbau in Höhe von 600 Millionen Euro weitere 500 Millionen Euro zu investieren, „wenn von Seiten aller Kommunen in der Region ein gleich hoher Anteil an Sach- und Fördermitteln bereitgestellt wird“. Sie wird demnach Ausbaupläne für 12 bis 24 Monate im voraus erstellen, gemeinsam mit dem Zweckverband hat jede Kommune dabei die Möglichkeit den eigenen Ausbauprozess zu beeinflussen oder zeitlich zu verändern. Daneben wird auf Regionsebene die „Gigabit Region Stuttgart GmbH“ für alle Landkreise, Städte und Kommunen mögliche Synergien nutzen und bündeln.

Es sei gut, „das Thema im Verbund anzugehen“, sagte Bürgermeister Albrecht Dautel. Der Vorteil sei, dass man bei sämtlichen Fragen den Zweckverband in Anspruch nehmen könne, der auch das Markterkundungsverfahren durchführe. Dort könne man dann die Ausbauleistungen, die zuvor im Gemeinderat beschlossen werden müssen, einkaufen.

Ob es Prioritäten seitens der Telekom gebe und große Städte zuerst bedient würden, fragte Dorothea Bechtle-Rüster von der SPD-Fraktion. Es werde einen gleichmäßigen Ausbau geben, so Dautel, und man müsse sich fragen, wie viel Geld man ausgeben wolle. Das Markterkundungsverfahren solle im Februar abgeschlossen sein, sicher sei aber bereits der Anschluss der Schulen. „Die Entscheidungshoheit liegt bei uns“, so Dautel.

50 Cent pro Einwohner

Viel kosten die neuen Strukturen und Schnittstellen zunächst noch nicht. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Beitritt der Stadt zum Zweckverband Kreisbreitband Ludwigsburg (KBL) mit Kosten von 50 Cent pro Einwohner. Daneben stimmte er für die Gründung und den Beitritt zum Zweckverband Gigabit Region Stuttgart und den Erwerb eines Gesellschafteranteils für 7143 Euro.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel