„Dorothee Wallmersperger und ich hatten damals in der Zeitung von ,Weihnachten im Schuhkarton’ gelesen“, sagt Sabine Schmidt gegenüber der BZ. Die beiden engagierten Löchgauerinnen sind daraufhin  zur Annahmestelle in Mundelsheim gegangen und haben dort beim Kontrollieren der Päckchen geholfen.

2008 wurde die Idee geboren, in Löchgau eine Annahmestelle für Schuhkartonpäckchen zu machen, da Mundelsheim an den Rand seiner Annahmekapazität kam. „Im Laufe der Jahren konnten wir in der Umgebung weitere Annahmestellen in Freudental, Bietigheim-Bissingen, Besigheim, Erligheim, Bönnigheim und Walheim gewinnen, und Löchgau wurde als Sammelpunkt sozusagen die Zentrale für diese Annahmestellen aus der Umgebung“, so Schmidt. So hatten Päckchenpacker keine langen Wege und konnten vor Ort ihre Päckchen abgeben.

In diesen elf Jahren konnten  fast 6000 Schuhkartonpäckchen von Löchgau aus auf die Reise geschickt werden, dank der vielen Päckchenpacker aus der nahen Umgebung. „Mittlerweile haben wir auch viele fleißigen Helfer, die für uns Socken stricken, Schuhkartons mit buntem Papier bekleben, Kuscheltiere stricken oder nähen, und es gibt viele Unterstützer, die uns Sach- und Geldspenden vorbeibringen“, betont die Löchgauerin. In Löchgau sind sie mittlerweile zu Dritt für die ganze Organisation zuständig. Dorothee Wallmersperger, Stefanie Hirschberg und Sabine Schmidt erledigen alles, was diese Aktion sozusagen am Laufen hält: Plakate aushängen und Aktionsflyer verteilen, Presseartikel schreiben, Sachspenden aquirieren, für Geldspenden sorgen indem sie auf Märkten Selbstgebasteltes oder Marmelade verkaufen. Schmidt: „Früher wurden die abgegebenen Päckchen auch von uns kontrolliert und für den Versand vorbereitet, heute gibt es eine zentrale ,Weihnachtswerkstatt’ in Birkenfeld bei Pforzheim und Berlin, die dies übernimmt.“ Jedes Jahr freuen sich die Drei nach eigenem Bekunden aufs Neue wieder auf diese liebevoll gepackten Schuhkartonpäckchen, denn es sei ihnen einfach eine Herzensangelegenheit diese Aktion zu unterstützen. „Mit jedem Schuhkartonpäckchen schenken wir einem Kind nicht nur die erste Freude dieses Schuhkartonpäckchens zur Weihnachtzeit, sondern wir schenken einem Kind ein Stück Hoffnung und das Gefühl, wertgeschätzt und geliebt zu werden“, sagt Schmidt. Dabei sei es wichtig, dass die Päckchen unabhängig von Religion oder Herkunft verteilt werden, denn auch Gottes Liebe gelte jedem Menschen.

Aktion läuft bis 15. November


Für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ können noch bis 15. November Päckchen für Kinder in Not im überwiegend osteuropäischen Raum gepackt werden. Die Kinder, die durch „Weihnachten im Schuhkarton“ beschenkt werden, leiden nicht nur unter materiellen Mängeln, sondern insbesondere unter emotionaler Armut und Perspektivlosigkeit, heißt es in einer Mitteilung. Eine schlechte soziale Infrastruktur, eine meist hohe Arbeitslosigkeit und kein selbstverständlicher Zugang zum Bildungsweg sind nur einige Gründe dafür. In diesen Situationen könne ein Schuhkarton, der meist in einer örtlichen Kirchengemeinde im Rahmen einer schönen Weihnachtsfeier überreicht wird, ein Türöffner in eine neue, selbstbestimmte Zukunft sein.

Infos gibt es beim Sammelpunkt Löchgau, Dorothee Wallmersperger, Telefon (07143) 47 16. Einige Annahmestellen: „BücherOase“ Löchgau, Farben Schober und Zweirad-Shop Imle in Besigheim, Freudentaler Kinderladen, Fahrradfachmarkt Armbruster in Bönnigheim, dm-Drogeriemarkt in Gemmrigheim, Kindergarten Lerchenweg in Walheim. bz