Kirchheim / Uwe Deecke  Uhr

Die Kirchheimer Schule auf dem Laiern ist in die Jahre gekommen. Und sie platzt aus allen Nähten. Rund 30 Container sind hier aufgestellt, um Platz für Kernzeitbetreuung und Klassen zu schaffen.

Stabile Schülerzahlen

424 Schüler besuchen aktuell die Schule, 250 in der Primarstufe bis Klasse 4, bis Klasse 10 sind es im Ganztagsbetrieb 174 in der Sekundarstufe. Für das kommende Schuljahr sind aktuell 60 Kinder für Klasse 1 (dreizügig) sowie 30 Kinder für Klasse 5 (zweizügig) angemeldet. Die Schule hat damit, anders als in manch anderen Gemeinschaftsschulen, stabile Schülerzahlen. Es gibt hier nicht nur Platzbedarf sondern es muss auch saniert werden. Aus diesem Grund gab es aufgrund der erwarteten Summe eine europaweite Architektenausschreibung. Aus Sicht der Schulleitung ist es höchste Zeit: „Die Erweiterung ist zwingend notwendig, da wir ständig steigende Schülerzahlen sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe haben und damit auch mehr Räume benötigen. Die aufgestellten Container sehen wir nicht als Dauerlösung an“, erklärt Simone Brett, Rektorin der Schule, auf Anfrage der BZ. „Die Sanierung ist aus unserer Sicht ebenfalls dringend nötig, damit unsere Klassen- und Fachräume auf den Stand der Zeit gebracht werden“.

Geplant ist als wichtigste Maßnahme der große dreistöckige Anbau im Norden, der Platz für rund elf Klassenzimmer schaffen könnte. Der Maschinen- und Werkstattbereich soll aus dem Gebäudetrakt ausgegliedert und im Süden einen Zugang bekommen.

An der Ecke Strombergstraße/Friedrichstraße soll nach dem Entwurf ein Baukörper entstehen, der sich an der Umgebungsbebauung orientiert. Auch das Lehrerzimmer soll vergrößert werden, und es soll auch ein geschlossener Innenhof geschaffen werden, der dem Lehrerkollegium und den Kernzeitbetreuerinnen eine Rückzugsmöglichkeit bieten würde.

Auf rund zehn Millionen Euro wird die Sanierung und Erweiterung des 32 Jahre alten Gebäudes inzwischen geschätzt. Maximal 54 Prozent davon könnten vom Land als Förderung kommen, da rund 40 Prozent der Schüler von auswärts kommen, viele davon aus Gemmrigheim.

Kooperation ist schwierig

Hier eine Kooperation anzustoßen sei schwierig, erklärt Bürgermeister Uwe Seibold. Das Land fördere nur Maßnahmen, wenn eine Kommune und ein Standort hinter dem Antrag stünden. Andernorts hat man sich aus Kostengründen dennoch für einen Zweckverband entschieden, der bei der Wasserversorgung oder bei Musikschulen die Kosten auf mehrere Schultern verteilt. Manche Gemeinschaftsschulen mit zwei Standorten für unterschiedliche Jahrgänge werden ebenfalls in einem Zweckverband betrieben, was vom Regierungspräsidium auch genehmigt wurde.

Dass einzelne Kommunen die Last tragen, wenn sie Angebote für mehrere Nachbarkommunen schaffen, ist auch für Bürgermeister Seibold wenig verständlich. Aus Bönnigheim, Gemmrigheim, Hohenstein, Erligheim, Hofen oder Neckarwestheim kommen die Schüler, die die Gemeinschaftsschule besuchen. An Kirchheim würden beim Ausbau knapp fünf Millionen Euro hängenbleiben, die die Gemeinde vor große Herausforderungen stellen würde. „Die Lösung, die wir haben, ist eine Lösung für die gesamte Raumschaft“, so Seibold auf Anfrage der BZ.

Vor der Entscheidung für eine Gemeinschaftsschule sei auch ein Zusammengehen mit Gemmrigheim überlegt worden, was vom Regierungspräsidium aber abgelehnt worden war. „Es hieß damals: ein Standort“, erinnert sich der Bürgermeister. Eine Lösung mit einem Zweckverband „hätte man sich sicher auch hier vorstellen können“. Nun greife eben nur die Regelung der höheren Förderung, wenn ein hoher Anteil auswärtiger Schüler vorliege.

Entscheidung nach den Ferien

„Der Bedarf ist da“, erklärt Seibold, egal für welche Schulform. Nun hofft er auf die Zuschüsse, die nun im zweiten Jahr im Antragsverfahren sind und diesmal hoffentlich, so der Bürgermeister, bewilligt werden. Eine Entscheidung darüber falle aber erst nach den Sommerferien. Für die Sanierung sind 2,8 Millionen geplant, für den Neubau 7,6 Millionen Euro. „Was bei der Ausschreibung heraus kommt, weiß kein Mensch“, so Uwe Seibold.