Bönnigheim Häberle: Eine kerngesunde Bank

Die Bilanzpressekonferenz der VR-Bank Neckar-Enz fand wieder an einem ungewöhnlichen Ort statt: In einem Wohnmobil im Bönnigheimer Wald, in unmittelbarer Nähe der Pflanzung von „Jubiläumsbäumen“ der genossenschaftlichen Bankmitglieder, präsentierten die Vorstände Timm Häberle (links) und Heiko Herbst (rechts) zusammen mit Armin Fuchs, Generalbevollmächtigter der VR-Bank, die Entwicklung im Jahr 2018.
Die Bilanzpressekonferenz der VR-Bank Neckar-Enz fand wieder an einem ungewöhnlichen Ort statt: In einem Wohnmobil im Bönnigheimer Wald, in unmittelbarer Nähe der Pflanzung von „Jubiläumsbäumen“ der genossenschaftlichen Bankmitglieder, präsentierten die Vorstände Timm Häberle (links) und Heiko Herbst (rechts) zusammen mit Armin Fuchs, Generalbevollmächtigter der VR-Bank, die Entwicklung im Jahr 2018. © Foto: Helmut Pangerl
Bönnigheim / Jürgen Kunz 11.01.2019

Die Symbolik war den beiden Vorständen der VR-Bank Neckar-Enz bei ihrer Bilanzpressekonferenz am Donnerstagvormittag besonders wichtig: Ein Wohnmobil im Bönnigheimer Stadtwald war der ungewöhnliche Ort, an dem die beiden Vorstände Timm Häberle und Heiko Herbst zusammen mit dem Generalbevollmächtigen Armin Fuchs im aktuellen Jahr des 150-jährigen Bestehens der genossenschaftlichen Bank bemerkenswerte Zahlen für das Jahr 2018 einer „kerngesunden Bank“ präsentierten.

„Das hiesige Waldgebiet eignet sich hervorragend um bildliche Parallelen zu unserer Bank zu ziehen“, betonte Häberle. Mit Blick auf die Pflanzung von Bäumen, die seit Jahren von langjährigen genossenschaftlichen Mitgliedern als Jubiläumsgabe der Bank gesetzt werden, und auf eine 150-jährigen Eiche (Häberle: „Das hat uns Revierförster Burkhard Böer versichert“), deren Doppelstamm ein „Volksbank-V“ bildet, verwies der Bankvorstand auf die jetzt rund 40 000 Mitglieder, die die VR-Bank Neckar-Enz hat. Erst viele unterschiedliche Bäume, „fest verwurzelt im heimischen Boden mit solider Grundlage“ ergeben einen Wald, und dies ist für Häberle die passende Symbolik für eine genossenschaftliche Bank: „Wir haben Kunden, die haben Geld, wir haben Kunden die brauchen Geld, und unsere Aufgabe ist es, diese zusammenzubringen.“

Fusion ermöglichte Wachstum

Man sei mit dem Jahr 2018 zufrieden, und dies sei „ein schwäbisches Zufrieden“, merkte Häberle an, denn der eingeschlagene Wachstumskurs der letzten Jahre mache sich bezahlt. Dabei ging er nochmals auf die Fusionen der Jahre 2014 und 2016 ein, aus denen sich durch Synergiepotenziale mit Kosteneinsparungen und Vereinheitlichung von Aufgaben ein Wachstumsschub entwickelt habe. „Es ist nicht damit getan zu fusionieren, man muss dies konsequent umsetzen, ,alte Zöpfe’ abschneiden und Prozesse optimieren“, erklärte Heiko Herbst. Jetzt habe die VR-Bank eine „schlagkräftige Größe, um am Markt aus eigener Kraft wachsen zu können“. Im Übrigen wäre nach Einschätzung von Häberle jeder Fusionspartner allein heute nicht besser aufgestellt.

Wachstum sei nötig, um in der Niedrigzinsphase, die sich in absehbarer Zeit nicht verändern werde, bestehen zu können, betonten die beiden Bankvorstände. Zum ersten Mal habe man im Kreditbereich die Milliardengröße geknackt, und es sei gelungen, den Spargedanken zu fördern. „Wir wollen mit den Kleinanlegern unsere Geschäfte machen“, sagte Herbst. Als treibende Kraft habe sich vor allem das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen gezeigt, dabei sieht Herbst die regionale Neuausrichtung im Firmenkundengeschäft als Teil des Erfolgs. Dabei komme es bei den Firmenkunden darauf an, schnell und unkompliziert zu agieren, und dabei habe die VR-Bank, so Herbst, einen großen Vorteil: „Wir kennen unsere Kunden.“ So sei auch das Kreditausfall-Risiko „momentan sehr gering“, merkte Häberle an.

Man habe jetzt die Sicherheit, dass die VR-Bank durch die „Zinswüste“ tatsächlich gestärkt heraus kommen werde. „Wir werden von anderen genossenschaftlichen Banken beneidet, von den Frankfurter Großbanken ganz zu schweigen – bei denen sprechen wir schon ein bisschen von Mitleid“, so Häberle durchaus selbstbewusst.

Dass die VR-Bank ihre Kosten fest im Griff habe, erläuterte Herbst an einer Kennzahl, die wiedergibt, wie viele Cent die VR-Bank aufwenden muss, um einen Euro zu erwirtschaften. „Bewegte sich der Wert in 2016 mit 63 Cent schon damals bereits auf sehr achtbarem Niveau, konnte dieser bis Ende 2018 nochmals um weitere 8 Cent auf 55 Cent signifikant gesenkt werden“, betonte Herbst. Darüber hinaus habe man mit einem Betriebsergebnis von 1,09 Prozent im Verhältnis zum Geschäftsvolumen von 1,77 Milliarden Euro „das gesteckte Ziel sogar leicht übertroffen“ und man bewege sich im Volks- und Raiffeisensektor damit innerhalb der Spitzengruppe.

VR-Bank baut in Kirchheim

Zum ersten Mal wird die VR-Bank in diesem Jahr als Bauträger auftreten. In Eigenregie plane man derzeit in Kirchheim auf dem Gelände der ehemaligen Bankzweigstelle in der Schillerstraße sowie einer angrenzenden früheren Gärtnerei die Errichtung eines dreiteiligen Mehrfamilienhauses mit insgesamt 26 Eigentumswohnungen. Gemeinsam mit der Gemeinde Kirchheim habe man die Konzeption entwickelt. Einige Wohnung sollen im Bestand der Bank bleiben und vermietet werden, der Großteil werde aber exklusiv an Mitglieder und Kunden über die hauseigene Immobilienabteilung verkauft.

Kennzahlen der VR-Bank Neckar-Enz

1,77 Milliarden Euro beträgt die Bilanzsumme 2018 (2017: 1,71 Milliarden).

1,4 Milliarden haben die Kunden bei der VR-Bank angelegt (2017: 133 Milliarden).

1,03 Milliarden umfasst das Kreditgeschäft (2017: 995 Millionen). Mit einer Steigerung von 3,4 Prozent wurde damit erstmals die Milliardengrenze von der VR-Bank Neckar-Enz überschritten.

32 Standorte betreut die VR-Bank in ihrem Marktgebiet.

248 Mitarbeiter gehören zur Belegschaft der genossenschaftlichen Bank (2017: 277).

80 Millionen Euro beträgt die von der VR-Bank vermittelte Bausparsumme. Damit konnte zum dritten Mal in Folge ein neues Rekordergebnis erzielt werden (+ 2 Millionen Euro).

40 tausend Mitglieder zählt die VR-Bank.

39 Millionen Euro beträgt der Gesamtwert, der von VR-Bank vermittelten Immobiliengeschäfte.

2 Millionen Euro jährlichen Rückgang an Zinserträgen musste die Bank in den letzten beiden Jahren kompensieren (2018: 32 Millionen Euro).

55 Cent mussten 2018 rechnerisch aufgewendet werden, um einen Euro zu erwirtschaften (2016: 63 Cent).

1,09 Prozent beträgt das Betriebsergebnis im Verhältnis zum Geschäftsvolumen.

150 Jahre besteht die VR-Bank .

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