Paulus-Wohnbau plant als Investor eine größere Wohnbebauung an der Ecke Wilhelmstraße/Schillerstraße in Kirchheim im Bereich der früheren Filiale sowie der angrenzen Gärtnerei. Im Bebauungsplanentwurf sind drei Wohnblocks mit insgesamt maximal 25 Wohneinheiten vorgesehen, dazu auf einem weiteren Nachbargrundstück ein Gebäude mit weiteren neun Wohneinheiten.

Auf der vergangenen Sitzung des Gemeinderats erläuterte Ruprecht Neulinger vom Büro Zoll Architekten diesen Bebauungsplan „Wohnquartier Schiller-/ Wilhelmstraße“. Zuvor wurde das für dieses Gebiet begonnene Bebauungsplanverfahren „Zwischen Friedensstraße, Bahnhofstraße und Schillerstraße – 1. Erweiterung“ per Beschluss eingestellt, nachdem die Hauseigentümer im Gebiet des Bebauungsplans wenig Interesse an einer Modernisierung bekundet hatten. Daher hatten sich die Gemeinde und das zuständige Planungsbüro darauf geeinigt, das alte Verfahren einzustellen und einen neuen Bebauungsplan mit einem deutlich kleineren Geltungsbereich zu erarbeiten.

Was mit der großen brach liegenden Fläche der Gärtnerei westlich der Wilhelmstraße passiert, sei ebenfalls noch offen, so Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ. Diese wäre sehr interessant für eine Wohnbebauung, doch hier müssten auch deutlich mehr Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden. Dennoch werde die große Fläche sicher „Teil der Entwicklung der nächsten Jahre“ werden.

Innerörtliche Nachverdichtung

Es bleibt also zunächst bei der innerörtlichen Nachverdichtung, die an der Ecke Wilhelm-/Schillerstraße passieren soll. Nach den Plänen des Investors sollen die neuen Wohnblocks dreigeschossig werden und jeweils ein Flachdach haben. Drei Gebäude sind zur Schillerstraße hin ausgerichtet, eines zur Wilhelmstraße hin. Wegen der hier vorherrschenden Parkplatznot schreibt der Bebauungsplan eine Stellplatzzahl von 1,5 pro Wohneinheit vor. Dafür sollen drei der Gebäude eine gemeinsame Tiefgarage bekommen.

Mit der jetzt geplanten Baumaßnahme will die Gemeinde auf den enormen Bedarf an Wohnraum reagieren. „Die Wohnungsnot ist extrem groß“, so Bürgermeister Seibold auf der Sitzung. Die Vorgabe, im Bebauungsplan, 20 Prozent für sozialen Wohnraum vorzusehen, sei aus der Mitte des Gemeinderats gekommen. Dass hier günstiger Wohnraum geschaffen wird, lobte Birgit Riecker von den Unabhängigen, der Bedarf sei in Kirchheim sehr hoch. Mit den Flachdächern nicht einverstanden war ihr neuer Fraktionskollege Erich Schneider, der die Gebäude an dieser Stelle eher als Fremdkörper sah.

Verkehr wird untersucht

Ein Problem sah die Fraktion auch in der Verkehrssituation im Hinblick auf den B 27-Ausweichverkehr durch den Ort, der an dieser Stelle vorbeiführt. Fußgänger und Radfahrer haben an der Einmündung der Wilhelmstraße eine relativ lange Straßenstrecke zu überqueren. Zudem ist die Einfahrt zur Schillerstraße schwierig, wenn man zum Bahnhof möchte. Mit Möglichkeiten einer Einbahnstraßenregelung, die bereits im Raum stand, will sich der Gemeinderat noch befassen, wenn über die anderen verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Kirchheim nachgedacht wird. Aktuell werden vom Verkehrsplaner die aktuellen Verkehrszahlen und -ströme erfasst, die dann Grundlage des fortgeschriebenen Lärm­aktionsplans werden sollen. Sie sollen am Donnerstag auf der Sitzung des Gemeinderats vorgestellt werden.

Auf Antrag der Unabhängigen wird der Verkehrsplaner auch die Situation an der Einmündung untersuchen. Das Plangebiet wurde um den Kreuzungsbereich erweitert, sodass es zunächst noch nicht zum Auslegungsbeschluss kam. Dieser wird dann Thema einer der nächsten Sitzungen des Gremiums sein.