Bönnigheim Genossenschaft: "Nicht emotional argumentieren"

JÜRGEN KUNZ 30.10.2013
"Man darf natürlich gegen Windräder sein, aber man muss nicht emotional werden", sagt Joachim Taxis, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Bürgerwindrad Bönnigheim und Umgebung.

An zwei "Baustellen" kämpft die Bönnigheimer Energiegenossenschaft für den Bau von zwei Windrädern am Standort "Rotenberg/Saukopf". Nicht nur gegen die Bedenken der Freudentaler Bürgerinitiative (siehe nebenstehenden Artikel) müssen die Befürworter der Bönnigheimer Windenergieanlage argumentieren, auch die fehlende Unterstützung durch das Landratsamt bemängelt Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Taxis. Ausdrücklich betont er, dass seine Energiegenossenschaft "definitiv nur zwei Windräder" am Standort LB-X03 bauen will. "Die Argumente, dass man 500 Bäume fällen muss und die Zufahrten zu ,Autobahnen ausgebaut werden, das ist Quatsch", wird Taxis im Gespräch mit der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung deutlich. Man dürfe natürlich gegen Windräder sein, so der Aufsichtsratsvorsitzende, aber "man muss nicht emotional werden".

Auf dem "Rotenberg/Saukopf" gebe es einen windhöffigen Flächenstandort, so die Energiegenossenschaft. Etwa 400 Bürger aus Bönnigheim und Umgebung hätten schon ihre Absicht erklärt, Genossenschaftsanteile der Energiegenossenschaft zu erwerben. Die Stadt Bönnigheims sei von dem Projekt überzeugt, und sie habe den Antrag gestellt, dass der Standort LB-X03 in den Regionalplan eingetragen wird. In der jetzigen Phase der Bürgerbeteiligung habe es am 21. Oktober ein Gespräch der Bürgerenergiegenossenschaft mit dem stellvertretenden Landrat Dr. Utz Remlinger und Vertretern der unteren Naturschutzbehörde gegeben. "Das Landratsamt ist nicht gewillt, die Aufnahme der Standorte im Stromberg in den Regionalplan zu billigen. Der Naturschutz wird instrumentalisiert und verhindert damit Klimaschutz", so der Vorwurf von Taxis. Die Kreisbehörde erkenne die von der Genossenschaft beauftragte naturschutzrechtliche Vorprüfung nicht an, da sie wegen des besonderen "Klimas 2013" keine Aussagekraft habe.

Diese Vorprüfung stelle nämlich fest, so Taxis, dass ein Windrad am Rotenberg keine nachweislich erhebliche Beeinträchtigung auf windkraftempfindliche Arten darstellt. "Damit würde dem Standort nach dem derzeitigen Stand rechtlich nichts entgegenstehen", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende.