Bönnigheim Gemeindezentrum steht kurz vor dem Richtfest

Die katholische Kirchengemeinde Bönnigheim baut ein neues  Gemeindezentrum auf dem Grundstück des abgerissenen Pfarrhauses in der Amannstraße.
Die katholische Kirchengemeinde Bönnigheim baut ein neues Gemeindezentrum auf dem Grundstück des abgerissenen Pfarrhauses in der Amannstraße. © Foto: Helmut Pangerl
Bönnigheim / bz 09.02.2018

An Ort und Stelle des alten Pfarrhauses in der Bönnigheimer Amannstraße ist der Neubau im Entstehen, der bereits 2014 vom Kirchengemeinderat beschlossen worden war. Und der nun deutlich teurer kommt als ursprünglich geplant. Ging man damals noch von Baukosten um die 1,3 Millionen aus, so hat sich der Bau aufgrund der allgemeinen Baukostensteigerungen auf über 1,8 Millionen Euro verteuert. Die gute Baukonjunktur und volle Auftragsbücher der Firmen sind wie vielerorts verantwortlich für den Anstieg. Schon 2016 lagen die Preise deutlich über der ersten Kostenkalkulation für das neue Gemeindezentrum, was zu Verzögerungen beim Neubau geführt hatte.

Nach einem Ideen-Wettbewerb hatte der Kirchengemeinderat das renommierte Architekturbüro „Bechler Krummlauf Teske“ (BKT) aus Heilbronn mit den Planungen zum Neubau des Gemeindezentrums beauftragt. Die Entscheidung fiel damals mit sieben Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Das mehrfach ausgezeichnete Büro hat Rang und Namen in der Region und unter anderem bereits die Neckarwestheimer Reblandhalle geplant.

Gemeindesaal und Jugendräume

Entstehen werden im modern anmutenden Bau mit Pultdach auf zwei Ebenen ein Gemeindesaal, ein Tagungsraum, zwei Jugendräume und Pfarrsekretariate für die deutsche und die italienische Gemeinde. Die Tagungsräume sind so gestaltet, dass in ihnen auch Gottesdienste gefeiert werden können. Zwischen der benachbarten Kirche und dem neuen Gemeindezentrum entsteht so ein kleiner öffentlicher Kirchplatz. Nicht in den Kosten enthalten ist die Kirche, die nach Fertigstellung des Gemeindezentrums renoviert und auf neuesten Stand der Technik gebracht werden soll. Gefolgt waren die Planer den Vorstellungen zu Barrierefreiheit, Offenheit und Gastfreundlichkeit der Kirchengemeinde.

Ein Umbau des früheren Pfarrhauses mit seiner Wohnung über zwei Stockwerke, der Bau von Gruppenräumen mit Gemeinde­saal, Haustechnik und barrierefreie Zugänge hätten den gleichen Aufwand bedeutet wie jetzt der Neubau, begründete Pfarrer Drescher die Entscheidung. Angesichts der baurechtlichen Anforderungen an Barrierefreiheit, Brandschutz, behindertengerechte Ausstattung und energiesparende Gestaltung habe man die Alternativen verwerfen müssen. Im Untergeschoss der Kirche dienten bisher zwei Räume als Gemeindezentrum, nur getrennt durch eine Holzfaltwand. Das sei ebenso wenig zeitgemäß wie die Sanitärräume und die kleine Küche, machte Drescher gegenüber der BZ deutlich.

Es war eine einstimmige Entscheidung des Kirchengemeinderates, nachdem es auch warnende und kritische Stimmen aus der Gemeinde gegen den Neubau gegeben hatte. Sie sprachen sich gegen den Abriss des Pfarrhauses aus, das 1983 für gerade einmal rund 600 000 Mark gebaut worden war. Nicht zwingend notwendig sei der teure Neubau für das erst 30 Jahre alte frühere Gebäude. Dass sich die Kirchengemeinde mit rund 850 000 Euro zuzüglich Abrisskosten und Sanierungskosten für die Kirche verschulden werde, sei der falsche Weg, wurden die Planungen von Gemeindemitgliedern kritisiert.