Freudental Fröhlicher Start ins Schuljahr

Bei einem Ausflug auf den Bauernhof der Familie Hofmann in Freudental hatten die Kinder der Markröninger August-Hermann-Werner Schule viel Freude beim Kühe streicheln, Traktor fahren und Eis essen.
Bei einem Ausflug auf den Bauernhof der Familie Hofmann in Freudental hatten die Kinder der Markröninger August-Hermann-Werner Schule viel Freude beim Kühe streicheln, Traktor fahren und Eis essen. © Foto: Martin Kalb
LISA ELLINGER 25.09.2014
Körperbehinderte Kinder der August-Hermann-Werner Schule Markgröningen waren jetzt auf dem Bauernhof der Familie Hofmann in Freudental zu Gast. Seit mehr als 40 Jahren organisiert Günter Ackermann ehrenamtlich solche Ausflüge.

Pünktlich um 15 Uhr rollten am Dienstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein drei Busse des Internats der August-Hermann-Werner Schule Markgröningen auf dem Bauernhof der Familie Hofmann in Freudental ein. 14 körperbehinderte Kinder im Alter von acht bis 18 Jahren und ihre Betreuer waren von dem ehrenamtlich engagierten Günter Ackermann eingeladen worden, gemeinsam einen Mittag auf dem Bauernhof zu verbringen. Die Kinder durften bei diesem Ausflug Traktor fahren, Kühe streicheln und füttern und, als besonderes Highlight, Eis essen so viel sie wollten. Der Ausflug sei ein "schöner Einstieg ins neue Schuljahr", sagte Internatsleitern Gabriele Guhr-Superczynski. Für die Kinder seien solche Tage "immer ein Highlight und auch etwas besonderes im Vergleich zum alltäglichen Leben im Internat."

Kaum waren die Kinder angekommen, lautete Ackermanns erste Frage in die Runde: "Wollen wir gleich ein Eis essen?" Und er versprach allen: "Heute gibt es Eis bis der Bauch platzt." Das ließen sich die Kinder nicht zweimal sagen, und so folgte die Gruppe Wenke Hofmann in die hofeigene Eisdiele.

Bereits zum vierten Mal waren die Kinder zu Gast auf dem Freudentaler Bauernhof, und die Familie sponserte den Kindern gerne ihr selbstgemachtes Eis: "Die Kinder freuen sich immer so. Es ist schön, dass wir dazu beitragen können, ihnen einen schönen Mittag zu bereiten", so Hofmann.

Es herrschte eine fröhliche Stimmung, als die Kinder bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ihr Eis auf dem Innenhof verspeisten. Die 13-jährige Lisa war ganz begeistert von dem Eis: "Ich hab schon drei Kugeln gegessen - Schoko, Straciatella, das heißt hier Schwarz-Weiß, und Waldmeister". Ihre klare Empfehlung lautet aber: "Waldmeister ist am Besten".

Als alle mit Eis versorgt waren, startete Ackermann den Traktor. Normalerweise sei dies der Job von Frank Hofmann - er sei in diesem Jahr aber wegen der frühen Weinlese verhindert. Einer nach dem anderen durften die Jungen und Mädchen auf dem Traktor fahren. Als Erster war der 17-jährige Luca an der Reihe. Ackermann nahm den Jungen auf seinen Schoß, und gemeinsam drehten sie eine Runde um den Hof. Dabei durfte Luka auch selbst Hand ans Steuer legen, was ihm sichtlich Freude machte.

Das Traktorfahren hatte auch einen symbolischen Charakter: 1973 war Ackermann in Markgröningen mit einem Traktor unterwegs, als er bemerkte, dass ihm ein Junge im Rollstuhl bei der Arbeit zusah. Kurzerhand fragte er den Knaben, ob er Lust habe mitzufahren - und die hatte er. "Der Junge hatte so eine Freude und wollte gar nicht mehr runter vom Traktor", berichtete Ackermann. Motiviert von diesem Erlebnis nahm er direkt Kontakt mit der Schule auf, denn er war sich sicher: "Das sollte sich wiederholen".

Und es hat sich wiederholt: Seit nun über 40 Jahren organisiert Ackermann mit der Unterstützung seiner Frau und dem Jahrgang 1942/43 Ausflüge für die Kinder der Markgröninger Schule. "Die Kinder sind so lebensfroh, die kann man nur unterstützen", so Ackermann.