Rund 170 Einwohner kamen zur Bürgerversammlung mit Infos über das neuen Freudentaler Baugebiet Alleenfeld, zu der die Gemeinde eingeladen hatte. Der Aufstellungsbeschluss ist gefasst und es geht nun darum, wie das neue Gebiet im Südosten der Gemeinde verkehrlich angeschlossen und gestaltet wird.

Die Flächen teilen sich die Gemeinde und die Landsiedlung Baden Württemberg im Verhältnis 60 zu 40 (die BZ berichtete). Geplant sind im Anschluss an den südöstlichen Ortsrand 40 bis 45 Bauplätze mit rund 60 Wohneinheiten, für die es in Freudental eine hohe Nachfrage gibt. Doppelhäuser und Hausgruppen sind im Innern des Gebiets geplant, lockere Bebauung mit Einzelhäusern soll es am Rand geben. Zu klären ist von der Erschließungsgemeinschaft aus Gemeinde und Landsiedlung nun noch, wer welche Grundstücke bekommt.

Ein Kredit über 5,1 Millionen Euro soll außerhalb des Haushalts aufgenommen werden, um seitens der Gemeinde die Erschließung zu finanzieren. Er soll über den späteren Verkauf der Grundstücke dann beglichen werden. Die Nachfrage sei hoch, versicherte Bürgermeister Alexander Fleig, dessen Interessentenliste schon mehr als 80 Bewerber aufweise. Gleich hinter dem Markt sei auch Geschosswohnungsbau möglich, um auch günstigeren Wohnraum zu schaffen, wie er von einem Fragesteller gefordert wurde.

800 Quadratmeter
Verkaufsfläche

Wie der Lebensmittelmarkt dann aussehen wird, wurde von einem Vertreter von Penny erläutert. Er wird von Penny an der Landesstraße auf 1200 Quadratmetern Grundfläche des Investors gebaut und mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche als Discounter betrieben. Sollte in Zukunft eine größere Verkaufsfläche möglich sein, dann wird er auch erweitern können. Zunächst bleibt es bei der Größe sowie rund 80 Parkplätzen für die Kunden, die man an der L 1106 erreichen will. Eine Bäckerei ist vorgesehen, für die noch ein Betreiber gesucht wird.

Dachbegrünung oder Photovoltaik soll es auf dem energieeffizienten Gebäude geben, dazu eine E-Tankstelle und ein EC-Terminal. „Penny ist eher vorsichtig“, erklärte der Vertreter der Rewe-Gruppe, wenn es um neue Märkte gehe. Man habe sich für den Standort aufgrund der verkehrsgünstigen Lage entschieden und mache keinen Laden auf, um ihn gleich wieder zu schließen.

Gescheiterte Pläne aus der Vergangenheit sprach ein weiterer Bürger an. In der Nachbarschaft wurde bereits gebaut und und dann die weiteren Pläne eingestellt, und auch im Industriegebiet kam kein Lebensmittelmarkt zustande. „Hat die Gemeinde eine Garantie, dass nach zehn Jahren noch ein Markt vorhanden ist?“, fragte er. Eine hundertprozentige Garantie gebe es dafür nicht, sagte Bürgermeister Alexander Fleig, doch es gebe die Zusicherung der Rewe-Zentrale, sich 15 Jahre an den Investor zu binden.

Zufahrt über Kreisverkehr am Königsträßle

Die Planungen zum Kreisverkehr waren ein weiterer Punkt der Einwohnerversammlung. Nur über ihn können das Wohngebiet und der Markt angefahren werden, einen Abzweig von der Landesstraße wird es nicht geben. Die Anbindung an den Kreisverkehr, der von Land, Kreis und Kommune bezahlt wird, soll den Anwohnern Lärm und Lieferverkehr ersparen, und der Kreisverkehr ist inzwischen von Bedeutung. Er habe eine sehr gute Leistungsfähigkeit und verhindere einen Rückstau, wie es ihn beim bestehenden Knotenpunkt sicher gegeben hätte, erklärte Frank Gericke vom Planungsbüro Modus Consult bei der Bürgerversammlung.

„Ziel sei es bis Ende des Jahres das Bebauungsplanverfahren abzuschließen“, bekräftigte Fleig. Anfang 2020 könnte dann zunächst der Kreisverkehr gebaut werden, danach könnte die Umlegung der Fläche und der anschließende Bau des Lebensmittelmarkts erfolgen.