Freudental Freudental muss bei Umbau und Erweiterung des Feuerwehrhauses umplanen

Freudental / SUSANNE YVETTE WALTER 24.09.2014
Die Gemeinde Freudental muss ihre Planungen ändern. Weniger Zuschüsse als erwartet machen es nötig, den Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses aufzuteilen.

Beim Umbau des Feuerwehrgerätehauses muss die Gemeinde Freudental nun andere Wege gehen, als ursprünglich geplant. Die Investitionshilfen aus dem Ausgleichstock sind nicht in voller Höhe bewilligt worden. Deshalb wird die Maßnahme jetzt in zwei Bauabschnitte aufgeteilt, einmal in die Erweiterung und den Umbau der Fahrzeughalle und einmal in die Sanierung des Sozialtraktes. Was Zweiteres angeht, will die Verwaltung versuchen, im kommenden Jahr eine zusätzliche Finanzspritze aus dem Ausgleichstock zu bekommen. "Die Möglichkeiten dazu werden noch mit dem Regierungspräsidium geklärt", erklärte Bürgermeister Alexander Fleig in der letzten Sitzung des Gemeinderats.

Ursprünglich sollten Erweiterung, Umbau und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in einem Zug umgesetzt werden. Im Juli hatte der Gemeinderat darüber beraten. Die Ausschreibungen dürfen allerdings erst erfolgen, wenn die Förderbescheide vorliegen aus der Feuerwehrförderung und aus dem Ausgleichstock. Mittlerweile liegen sie vor. In voller Höhe wurden die Gelder nicht bewilligt. Zwar kommen von der Förderung "Feuerwehrwesen" die beantragten 90.000 Euro, doch beim Ausgleichstock sieht es magerer aus. Beantragt waren 200.000 Euro. Jetzt kommt nur die Hälfte, und die Erweiterung des Feuerwehrhauses drängt.

Deshalb wird das Vorhaben jetzt gesplittet, um baldmöglichst anfangen zu können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 592.000 Euro. In den Haushaltsjahren 2013/2014 ist für die Erweiterung und den Umbau eine Summe von 520.000 Euro eingestellt. Nach Abzug der Lohnkosten werde dieser Ansatz nahezu eingehalten, so Bürgermeister Fleig. Eventuelle Mehrkosten müssten im Haushaltsjahr 2015 nachfinanziert werden. Wann der zweite Bauabschnitt beginnen soll, wird im Zug der Beratungen zum Haushalt 2015 entschieden.

An das jetzige Feuerwehrhaus soll nach den Plänen von Architekt Jochen Feyerabend vom Büro fps ein weiteres Gebäude mit einem Pultdach für zwei Einsatzfahrzeuge angebaut werden. Im neuen Anbau will man auch den Sozialbereich mit zusätzlichen Umkleidemöglichkeiten unterbringen. Es soll dann später getrennte Umkleideräume geben. Unter dem Pultdach wäre Platz für die Lagerung relevanter Feuerwehr-Gegenstände.

Der erste Entwurf des Architekten wäre auf 705.000 Euro für die Erweiterung und 130.000 Euro für die Sanierung des bisherigen Sozialgebäudes gekommen. Der gesetzte Kostenrahmen von 500.000 Euro war damit weit überschritten worden. Feyerabend war noch einmal in Klausur gegangen und hatte verschiedene günstigere Varianten zur Sanierung und Erweiterung entworfen. Die Entscheidung des Gemeinderats fiel im Januar letztlich zugunsten der sogenannten "Variante 0". Hier wird am ursprünglich erarbeiteten Grundkonzept festgehalten - allerdings in abgespeckter Form. Die Gebäudetiefe soll im Bereich der Werkstatt und des Lagers 1,50 Meter geringer als ursprünglich vorgesehen ausfallen. Außerdem wird die "geringst mögliche Gebäudehöhe" gewählt - 50 Zentimeter weniger als ursprünglich vorgesehen.

An der Pultdachlösung, die die anstehende Dachsanierung an der alten Fahrzeughalle beinhaltet, wird festgehalten. Aus der ursprünglich anvisierten Massivdecke soll eine "Holzbalkendecke" werden, die die Forderungen des Brandschutzes erfüllt. In der alten Fahrzeughalle soll der vorhandene Boden erhalten bleiben. Als Boden für den Neubauteil, der zwei Fahrzeugen mehr Raum gibt, sieht diese Lösung eine oberflächenfertige Betonbodenplatte vor.

Auch bei der Planung der Elektro- und Lüftungsanlagen will man sich auf ein Minimum beschränken. Kommandant Alexander Weidhaus von der Freudentaler Feuerwehr und seine Leute stehen ebenfalls hinter dieser Variante. Viele Freudentaler Feuerwehrleute haben sich bereit erklärt, massiv selbst mit Hand anzulegen. "Ingenieure, Maurer, Schreiner - wir haben alles am Start. Da sind 15 bis 20 junge Leute, mit denen kann man schon etwas reißen", erklärt der Kommandant.

Die Handwerkerleistungen, die durch diese Eigenleistung erbracht werden, sollen Einsparungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich bringen, so die Idee hinter dem Konzept. Die Feuerwehrleute haben sich bereits zusammengesetzt und gemeinsam ausgetüftelt, was sie selbst übernehmen können, ohne in Schwierigkeiten zu kommen, was die Gewährleistung angeht.

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