Bönnigheim Feuerwehrleute ziehen Schottenrock an

Seit einem Jahr gibt es die "Backdraft Pipes and Drums", den Musikzug der Bönnigheimer Feuerwehr. Gemeinsam mit dem Kreisspielmannszug veranstalteten sie jetzt ein Fest.
Seit einem Jahr gibt es die "Backdraft Pipes and Drums", den Musikzug der Bönnigheimer Feuerwehr. Gemeinsam mit dem Kreisspielmannszug veranstalteten sie jetzt ein Fest. © Foto: Martin Kalb
SUSANNE YVETTE WALTER 22.09.2014
Aus der offiziellen Gründung des Bönnigheimer Feuerwehr-Musikzuges "Backdraft Pipes and Drums" im vergangenen Jahr ist ein Feuerwehrfest geworden, das am Wochenende zum ersten Mal stattfand.

Die Dudelsackspieler und Trommler aus den Reihen der Bönnigheimer Feuerwehr standen am Wochenende beim ersten Musikzug-Fest ebenso im Zentrum wie ihre musizierenden Gäste, die Spieler des Kreisspielmannszuges Ludwigsburg. Das Feuerwehrhaus in Bönnigheim war als Ort des Geschehens gut gewählt angesichts des schlechten Wetters gestern. Die Gründungsveranstaltung hatte damals unter freiem Himmel nahe dem Schnapsmuseum stattgefunden.

Den Auftakt zum ersten Musikzugfest der Bönnigheimer Feuerwehr gestalteten die Dudelsackspieler der "Backdraft Pipes and Drums" gemeinsam mit dem Posaunenchor auf der Bühne im Feuerwehrgerätehaus. Am Sonntagvormittag startete das Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Pfarrer Andreas Wündisch leitete. In dieser besonderen Kulisse dankte der Bönnigheimer Pfarrer der gesamten Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr für ihre selbstlose Arbeit zum Schutz der Bönnigheimer Bevölkerung.

Gar nicht so einfach gestaltete sich das Unterfangen, dass Blechbläser und Dudelsäcke gemeinsam musizieren konnten. "Dafür mussten die Dudelsackspieler ihre Instrumente anpassen", erläuterte der zweite Vorsitzende der Bönnigheimer Feuerwehr, Torsten Brenner. Aus diesem Grund gestalteten die "Backdraft Pipes and Drums" und der Kreisspielmannszug das Programm am Nachmittag je für sich.

Den Anfang machten die Gastgeber, die gern hören ließen, was sie sich im vergangenen Jahr alles erarbeitet hatten. Es sind in der Hauptsache die irischen und schottischen Klänge, die den Dudelsack als geselliges Instrument auch bei uns bekannt gemacht haben, gekoppelt an die Rituale des Ansetzens und Anblasens, die die Bönnigheimer mit Leben füllen. Ein Schauspiel ist es immer wieder, die Feuerwehrleute im Schottenrock mit entsprechend strahlend weißen Gamaschen zu erleben, wie sie stolz ihre Instrumente halten und den Saal zum Schwirren bringen. Den Kontrast dazu setzten die musizierenden Gäste, die sich aus Feuerwehren des ganzen Kreises rekrutieren.

"Die Feuerwehr hat ein neues Fest ins Leben gerufen, und ich komme gern". Wolfgang Brodbeck aus Bönnigheim war nicht der einzige mit dieser Meinung. Um die 300 Besucher zählte der zweite Vorsitzende Torsten Brenner allein in der Mittagszeit. "Ich komme nicht nur wegen der Musik, und doch ist die natürlich hier ein besonderes Erlebnis, denn welche Gemeinde hat schon einen Dudelsack-Spielmannszug. Ich komme auch aus Respekt vor der Arbeit der Feuerwehr, weil die einfach bei uns einen guten Job macht. Was die Feuerwehr in die Hand nimmt, hat hier Hand und Fuß", ergänzte Wolfgang Brodbeck. "Hier treffe ich Freunde und Bekannte, die sehe ich manchmal das ganze Jahr nicht."

Was die Organisation angeht, so stand die komplette Abteilung parat, als es um die Ausrichtung des ersten Musikzugfestes ging. Die Dudelsackspieler samt Trommler Tilo Rommler hatten also den Rücken frei und konnten sich rein auf ihre Musik konzentrieren. Dem Kreismusikzug gehören die Bönnigheimer Musiker an. "Da lag es nahe, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen", so Torsten Brenner.