Freudental Feuerwehr hat zwei „Sorgenobjekte“

Im PKC wurde die Brandmeldeanlage ausgebaut – für Feuerkommandant Alexander Weidhaus ein „Schildbürgerstreich“.
Im PKC wurde die Brandmeldeanlage ausgebaut – für Feuerkommandant Alexander Weidhaus ein „Schildbürgerstreich“. © Foto: Martin Kalb
Uwe Deecke 15.12.2017

Der Freudentaler Feuerwehrkommandant Alexander Weidhaus, der den Feuerwehrbedarfsplan im Gemeinderat vorstellte, lobte den Entschluss, nun auch im Schloss eine Brandmeldeanlage zu installieren. Umso unverständlicher war es für ihn, dass sich der Landkreis entschlossen hatte, diejenige im Pädagogisch-Kulturellen-Centrum abzubauen. Trotz des Besucherverkehrs, der hier stattfindet und sonst solche Anlagen erforderlich mache. Man habe sich seitens der Verwaltung und der Feuerwehr vehement dagegen gewehrt, doch es bleibt offenbar bei der Entscheidung. „Ich möchte sagen, nicht nur schade, sondern ein Schildbürgerstreich“, so Weidhaus, der das Gebäude als Risikoobjekt einstuft.

Auf Anfrage der BZ begründet das Landratsamt seine Entscheidung. „Das Gebäude muss aufgrund seiner baurechtlichen Einstufung nicht durch eine Brandmeldeanlage überwacht werden“, so Sprecherin Annegret Kornmann. Durch Sanierungsarbeiten im Gebäude seien erhebliche bauliche Verbesserungen bezüglich des Brandschutzes umgesetzt worden. Die alte, nicht mehr vollumfänglich funktionierende Brandmeldeanlage hätte gänzlich ersetzt werden müssen. Aus diesen Gründen sei auf die Beibehaltung der Brandmeldeanlage verzichtet worden.

Positive Bilanz

Weidmanns Überblick auf das abgelaufene Jahr fiel ansonsten durchweg positiv aus. Freudental habe „eine sehr leistungsfähige Feuerwehr, auch mit dem Helfer-vor-Ort-Projekt“. 63 von 72 Einsätzen fielen auf die „First Responder“, die als Feuerwehrleute ihre medizinische Ausbildung als Helfer vor Ort (HvO) bekommen haben. Sie sind vor allem im ländlichen Freudental wichtig, um schnell und in wenigen Minuten am Unfallort zu sein und erste Hilfe zu leisten.

63 Einsätze in diesem Jahr zeigen die Bedeutung der Gruppe, die nun noch leistungsstärker geworden ist, nachdem alle ihre Ausbildung beendet haben. „Wir können davon ausgehen, das sich in den nächsten fünf Jahren diese Zahl nochmal verdoppelt“, so der Kommandant.

Der HvO-Wagen ist nun in das Führungskonzept der Feuerwehr eingebunden und so im Bedarfsplan fest aufgeführt. Änderungen gab es auch bei der Nachbarschaftshilfe: Nachdem die Feuerwehr früher mit Löchgau eine solche Vereinbarung hatte, ist man nun mit Erligheim im Verbund, was von der Truppe so gewünscht war. Bei Gefahrguteinsätzen arbeitet die Wehr nun statt mit Vaihingen mit der Feuerwehr in Asperg zusammen. Kein Problem gebe es bei der Tagesverfügbarkeit, jederzeit sei ein Fahrzeug fest besetzt und einsatzfähig. Mögliche Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung während eines Einsatzes sieht Weidhaus am Aussiedlerhof, am Gebiet für die Wochenendhäuser sowie am Wolfsbergweg. Daher werde auch ein Tanklöschfahrzug vorgehalten, um die nötigen Wassermengen sicherzustellen.

Neues Fahrzeug erst 2020

Der Bedarfsplan sieht aktuell keine großen Anschaffungen vor, nachdem das Feuerwehrhaus gerade für 650 000 Euro erweitert und saniert wurde. Entstanden sind die neue Fahrzeughalle, Werkstatträume, ein sanierter Aufenthalts- und Schulungsraum sowie die eigenen Räumlichkeiten für die personell starke Jugendwehr mit 18 Mitgliedern. Als nächste Beschaffung stehe im Jahr 2020 ein Mannschaftstransportwagen an, was man aber auch noch ein paar Jahre nach hinten schieben könne, erklärte der Kommandant. Dann werden erst in den Jahren 2026 und 2027 wieder größere Fahrzeuge nötig.

Bürgermeister Alexander Fleig lobte die motivierte und leistungsfähige Truppe mit „sehr hohem Ausbildungsstand“. Norbert Schmatelka von der Bürgergruppe sah dies genauso. Eine so hochaktive Truppe sei hier in der Gegend nicht so selbstverständlich.