Bönnigheim / Uwe Deecke  Uhr

Ein Brand im Keller und Rauch im Treppenhaus bis ins obere Geschoss, so war das Ausgangsszenario für die diesjährige Hauptübung der Bönnigheimer Feuerwehr. 40 Feuerwehrleute mit sieben Fahrzeugen waren im Einsatz am Schulzentrum.

Ausgesucht habe man sich das städtische Mehrfamilienhaus in der Schulstraße, erklärt Kommandant Mike Etzel, nachdem die Bemühungen um ein Privatgebäude ins Leere gelaufen seien. „Wir gehen von einem Brand im Keller aus, wo Wäschetrockner die häufigste Ursache für einen Brand sind“, erklärte der Bönnigheimer Kommandant am Mikrofon den rund 50 Zuschauern das Geschehen.

Alarmiert wurde auch die Brackenheimer Feuerwehr, die mit ihrer 30-Meter-Drehleiter in der Lage ist, auch Menschen in oberen Stockwerken zu retten, die nicht mehr nach unten können. Zuerst war aber das HLF 20 mit Gruppenführer Albrecht Hamm vor Ort und kümmerte sich um den Anschluss an den Hydranten in der Goethestraße. Im rückwärtigen Hof qualmte es aus dem Kellerfenster, und es wurde ein Ventilator aufgestellt, der den Rauch vertrieb. Gleichzeitig wurden die Schläuche gelegt, der Brand bekämpft und die Leiter zum Fenster im zweiten Stock gestellt, die die richtige Höhe haben muss. Ist sie zu kurz, hätten die Personen Angst aus dem Fenster zu steigen, weil sie sie nicht sehen könnten, weiß Feuerwehrmann Dieter Brodbeck, der vor kurzem in die Altersabteilung gewechselt ist und als einer der Zuschauer den Ablauf verfolgte.

Die Angehörigen der Jugendwehr mimten die Brandopfer und kletterten dennoch am Seil gesichert mit dem Feuerwehrmann die Leiter nach unten, während aus dem Keller die schweren Puppen geschleppt wurden, die es zu retten galt. Das DRK Bönnigheim nahm ebenfalls an der Übung teil und kümmerte sich um die „Verletzten“ im Hof.

Auf der anderen Seite war die Drehleiter der Brackenheimer Feuerwehr im Einsatz. Sie sei zum ersten Mal hier, sagte Kommandant Peter Hügle. Acht Minuten hätten sie gebraucht für die Strecke, womit die Wehr mit ihrem Fahrzeug am schnellsten in Bönnigheim sein kann. „Es war ein Test“, so der Kommandant zur übergreifenden Zusammenarbeit, Kreisgrenzen dürften kein Grund sein, „den Leuten ist es egal woher die Hilfe kommt“. Die Leiter des schweren Fahrzeugs schwenkte zum Fenster im obersten Stockwerk und konnte so mit dem Korb die Brandopfer retten.

Alles lief wie am Schnürchen, bis der Brand gelöscht und die Verletzten versorgt waren, die Übung funktionierte. „Es ist gut gelaufen, alle Übungsziele wurden erreicht“, erklärt der Bönnigheimer Kommandant am Ende.

Die 40 Feuerwehraktiven und das DRK haben gut zusammengearbeitet, und auch die kreisübergreifende Hilfe hat geklappt an diesem Samstagmittag, an dem es sehr heiß war. Alle Einsatzkräfte und auch die Zuschauer waren daher noch eingeladen zum Essen und Trinken im Schatten, wo die Bönnigheimer Wehr schon alles vorbereitet hatte. Nach dem Brand wurde hier natürlich anschließend auch noch der Durst gelöscht.