Knapp 30 Grad hatte es am Samstagnachmittag bei der Ankunft der ersten Gruppe des Strombike-Marathons. Nach 50 anstrengenden Kilometern durch den Stromberg, der dem beliebten Event den Namen gegeben hat, war die erste Gruppe zurück. Kurz danach kam auch schon das Teilnehmerfeld, das mit 80 Kilometern die längere Strecke hinter sich hatte.

Die wenigsten Teilnehmer des Strombikes wussten zu diesem Zeitpunkt am Samstagnachmittag, dass einer der Teilnehmer einen Herzinfarkt erlitten hatte und noch auf der Strecke verstarb. In seiner Radlergruppe, so teilte Jürgen Nagelschmidt für den Veranstalter des 15. Strombikes mit, waren sogar ein Arzt und ein Rettungssanitäter – auch der Rettungshubschrauber war schnell vor Ort. Sie alle konnten den Mann aber nicht retten. Nagelschmidt reagierte sofort und stellte die Musik auf dem Bönnigheimer Schlosshof aus, auf dem die rückkehrenden Radfahrer empfangen wurden.  500 Teilnehmer hatte die 15. Auflage des Strombike-Marathons, die größte geführte Mountainbike-Tour in Deutschland.

Der Strombike hat sich in diesem Jahr etwas verändert. Es waren nur zwei Touren statt drei und es gab parallel die Eröffnung des Brunnenfests. Für das „Strombike-Urgestein“ Jürgen Nagelschmidt war es ein Gewinn für beide Seiten. Und mancher Besucher des Brunnenfests kam, um sich die Trial-Show von Weltmeister Oliver Widmann anzusehen.

Die Anmeldung für die 500 Startplätze ging übers Internet und sie war schnell vorbei. „Es dauerte keine zehn Minuten, da war alles weg“, so Nagelschmid. „Die Anmeldungen kamen aus ganz Süddeutschland, auch einer aus Barcelona war dabei“, erklärte er. 70 Guides hatte man aus den Reihen der „Mountainbikefreunde“ und der „Wurzelhopfer“ rekrutieren können, die ihre Gruppen sicher durch den Stromberg führten. Dazu kamen nochmal 70 Helfer, die die Strecke sicherten. Drei Fahrzeuge waren zudem unterwegs, die Hilfe leisteten oder Fahrer einsammelten, die eine größere Panne hatten und aufgeben mussten. Für alle anderen galt wieder das oberste Gebot: Gemeinsam am Ziel in der Gruppe ankommen. Am Ziel wartete der Ottmarsheimer Franz Brandl, der sonst mit der Kirchheimer Rennrad-Gruppe unterwegs ist, auf seinen Sohn Daniel. „Wir fahren im Zabergäu, weil es da verkehrsärmer ist“, sagte der passionierte Radler, der per GPS den Standort seines Sohns ermitteln konnte. Nach und nach trafen die Mountainbiker ein. Für die meisten war es nicht der letzte Strombike, vorausgesetzt sie haben Glück bei der Online-Anmeldung.