Bönnigheim Es blüht am Ackerrand

Obstbauer Frank Sartorius beteiligte sich an der Aktion „Bühende Streifen“ und hat auf der Gemarkung zahlreiche Blumen gepflanzt, die Insekten nutzen können.
Obstbauer Frank Sartorius beteiligte sich an der Aktion „Bühende Streifen“ und hat auf der Gemarkung zahlreiche Blumen gepflanzt, die Insekten nutzen können. © Foto: MARTIN KALB
Bönnigheim / Von Uwe Deecke 30.08.2018

Im Februar beantragte die Grünen-Fraktion 5000 Euro für den laufenden Haushalt für die Bepflanzung von Ackerrandstreifen mit Wildblumen. Von diesem Geld wurde einiges rund um Bönnigheim bepflanzt, im Herbst folgen noch die Insektenhotels von Schulklassen.

Es sei kein einfaches Jahr für so ein Projekt, sagt Landwirt Frank Müller, der für die CDU/FWV im Gemeinderat sitzt. Er übernahm die Aufgabe, die örtlichen Bauern für die Maßnahmen zu gewinnen. Und alle, die er anrief, machten auch mit. An den Äckern und Feldern von Frank Sartorius, Christine Bayha, Markus Stegmaier, Wolfgang Kölle oder Matthias Binder wurde der Randstreifen nicht einfach sich selbst überlassen, sondern in diesem Jahr besät. „Jeder Landwirt ist verpflichtet, auf einer gewissen Fläche keine Hauptkultur anzubauen – aber nicht dort auszusäen“, erklärt Frank Müller. In diesem Jahr machten es aber viele. Für rund 1500 Euro habe man Saatgut eingekauft, für einjährige und mehrjährige Blühmischungen, die es den Insekten und Bienen leichter machen, Nahrung zu finden. Über die ganze Gemarkung verteilt, vor allem aber um Hohenstein herum, seien so Randstreifen entstanden, die es aber in der Trockenheit in diesem Jahr nicht leicht hatten. Der Regen fehlte auch hier und nicht alle Samen gingen auf. Bei den mehrjährigen Pflanzen kann es aber im nächsten Jahr so weit sein.

Am Hohensteiner Ortsausgang in Richtung Kirchheim ist so ein Feld zwischen Kreisstraße und Weinbergen, das gut über den Sommer kam. Gepflanzt wurde auch am Radweg nach Kirchheim, an der Straße von Hohenstein nach Hofen oder am Apfelland Sartorius. Streifen zwischen zwei und fünf Meter Breite über die gesamte Ackerlänge wurden so zu Bienen- und Insektenweiden. 20 bis 30 verschiedene Wildkräuter und Blumen wachsen hier im besten Fall, je nachdem, wie sie die Dürre verkraftet haben. „Die Trockenheit hat gebremst“, so Müller, in der Fläche habe das Projekt aber funktioniert.

„Wir haben im Ortsverband abgestimmt, ob wir so einen Antrag stellen können“, erklärt Jochen Türk von den Grünen im Bönnigheimer Gemeinderat. Dass er einstimmig angenommen wurde und das Geld zur Verfügung gestellt wurde, freut ihn. „Es ist wichtig, dass wir in die Richtung wieder aktiv werden und ein Bewusstsein schaffen in der Bevölkerung“, macht Türk deutlich.

Mit dem restlichen Geld sollen Schulklassen der Realschule unterstützt werden, die ein Insektenhotel bauen, das dann im Obst- und Sortengarten am Schlossfeld seinen Platz finden soll. Jede Klasse bekommt, so der Plan, dafür einen festen Betrag, wenn sie im Herbst ein solches Insektenhotel gemeinsam baut.

Wichtig sei es auch, weniger Steingärten vor die Häuser zu bekommen, die auch noch chemisch behandelt werden, statt dessen mehr bunte Wiesen, die ruhig auch mal wachsen dürfen. „Wir wollen in jedem Fall in der Richtung langfristig weitermachen“, sagt Türk. Das Bienen- und Insektenprojekt sei langfristig angelegt. Zustimmung hat er dafür inzwischen auch von Bürgermeister Albrecht Dautel bekommen, der sich offen für das Projekt zeigt.

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