Von einem Novum sprach Bürgermeister Rainer Schäuffele am Dienstagabend: Zum ersten Mal fand eine Gemeinderatssitzung in der August-Holder-Halle statt. So konnte „ausreichend Abstand“ gehalten werden – und damit zur Erleichterung der Beratungen auch die empfohlenen Schutzmasken abgenommen werden, zumal mit diesen, so Schäuffele, „die Verständigung extrem schwierig ist“.

Wie in der Sitzung erklärt wurde, steigt auch in der Gemeinde Erligheim die Nachfrage nach Urnengräbern. Etwas mehr als 20 solcher Bestattungsstellen sind auf der Urnenwiese und den Urnengräberflächen des Erligheimer Friedhofs noch frei. Deshalb sollen auf der nord-östlichen Ecke des Friedhofs (Abteilung I) weitere Urnengräber und auf der südlichen Freifläche (Abteilung E) sogenannte Urnen-Baumgräber angelegt werden. 40 Urnengräber sollen in der Abteilung E entstehen, weitere 32 in der Abteilung I. Die Ausweisung im nord-östlichen Bereich war für Gemeinderat Gustav Schabinger nicht ideal: „Ich tue mich schwer mit diesem Standort, denn er ist am weitesten entfernt von der Aussegnungshalle.“

Kosten von 40 000 Euro

Knapp 40 000 Euro muss die Gemeinde für diese beiden Erweiterungen des Friedhofs ausgeben, wie Jochen Roos vom Büro „roosplan Stadt- und Landschaftsplanung“ in einer Kostenschätzung ermittelte. Auf die Anmerkung von Gemeinderat Ulrich Steimer, „ich hätte mehr Transparenz bei der Kostenaufstellung erwartet“, erläuterte der Planer, dass die Kosten zunächst auf der Basis von Vergleichsprojekten ermittelt wurden. Bis zum eigentlichen Baubeschluss des Gemeinderats, würden diese Kosten detailliert vorliegen.

In einem Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat einstimmig die Art und die Anzahl der geplanten Urnengräber sowie mehrheitlich die beiden ausgewiesenen Standorte.

Erligheimer Weintage abgesagt


Von Dienstag, 21. Juli, bis Freitag, 24. Juli, waren die Erligheimer Weintage geplant. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurden diese nun für 2020 abgesagt. In den vergangenen Tagen hatte Bürgermeister Rainer Schäuffele mit „Cheforganisator“ Rolf Karle und den beteiligten Vereinsvorsitzenden gesprochen. Die Telefone liefen darauf heiß, und in den WhatsApp-Gruppen der Vereine tauschte man sich intensiv über das Für und Wider einer Absage aus, zumal solche Großveranstaltungen bis 31. August bundesweit verboten sind. Letztlich habe Schäuffele von der Mehrzahl der Vereinsvorsitzenden vernommen, die Weintage 2020 abzusagen. „Wir müssen uns leider in diesem Jahr nun von unseren Weintagen verabschieden“, so der Erligheimer Bürgermeister. knz