Gedenken Erinnerung an August Holder

Erligheim / Von Roland Willeke 13.02.2018

Dieses Jahr jährt sich zum 100. Mal der Todestag von August Holder. Ab 1893 war August Friedrich Nathanael Holder 21 Jahre lang Dorfschulmeister in Erligheim, wo im Gedenken an ihn eine Straße und die August-Holder-Halle seinen Namen bekamen. Das weiß man auch in Kohlberg, einem kleinen Dorf mit 2273 Einwohnern im Kreis Esslingen am Fuße der Schwäbischen Alb, in dem Holder am 3. August 1850 geboren ist.

Der Kohlberger Bürgermeister Rainer Taigel hat jetzt seinen Erligheimer Amtskollegen Rainer Schäuffele an den 100. Todestag des Kohlberger Sohnes erinnert und ihn samt einer Delegation eingeladen, an der für den 31. August geplanten Gedenkfeier in Kohlberg teilzunehmen. Das berichtete Schäuffele jüngst im Gemeinderat.

August Holder war neben seinem Beruf als Lehrer Heimatforscher – er schrieb die erste Erligheimer Chronik „Erligheim in guten und bösen Tagen“ – sowie Autor und Herausgeber zahlreicher regionalgeschichtlicher Werke. Er schrieb beispielsweise die „Geschichte der schwäbischen Dialektdichtung: mit vielen Bildnissen mundartlicher Dichter und Forscher, Offenbarung unseres stammheitlichen Volks- und Sprachgeistes aus drei Jahrhunderten, kulturgeschichtlich betrachtet“. Sie ist noch heute, sogar als E-Book, erhältlich.

Einen ähnlich umständlichen Titel gab er seinem Buch „Die schlimmste Erfahrung meines Lebens oder des gleisenden Wolfs von Wunnenstein jüngste Spukerscheinung 1893: ein aktenmäßiger Beitrag zur Leidensgeschichte des württembergischen Volksschullehrerstandes“, mit dem er seine auch vor Gericht geführte Auseinandersetzung mit dem damaligen Pfarrer von Winzerhausen – seiner Wirkungsstätte, bevor er nach Erligheim kam – aufarbeitete.

Seinen Ruhestand verlebte Holder in Kirchheim am Neckar, wo er am 17. Juni 1918 starb. „Zu sein ein Schwabe, ist auch eine Gabe“, ist ein von ihm überliefertes Motto. Im Erligheimer Rathaus reagierte man nach eigener Aussage überrascht auf die Einladung aus Kohlberg und die Erinnerung an den Ehrentag für den Namenspatron der Gemeindehalle. Man war bis dahin ganz auf die 1225-Jahrfeier in diesem Sommer konzentriert gewesen. Rainer Schäuffele hofft jetzt, im Herbst vielleicht die in Kohlberg geplante Ausstellung über Holder für einige Zeit nach Erligheim holen zu können.

Mitgründer des Zabergäuverein

August Friedrich Nathanael Holder (geboren am  3. August 1850 in Kohlberg bei Esslingen in Württemberg; gestorben am 17. Juni 1918 in Kirchheim am Neckar) war Lehrer, Literatur- und Lokalhistoriker. In Erligheim hat er nicht nur namentlich Spuren hinterlassen. Sein Spruch  „Zu sein ein Schwabe ist auch eine Gabe“ drückt seine Heimatverbundenheit aus. August Holder war Mitbegründer des Zabergäuvereins. bz

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