Kriminalfall Eintrag ins Guiness-Buch muss warten

Ann Marie Ackermann.
Ann Marie Ackermann. © Foto: Uwe Deecke
Bönnigheim / Uwe Deecke 16.08.2018

Der Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde muss noch warten. Zunächst wurde der Antrag von Ann Marie Ackermann für den historischen Mordfall vom Verlag abgelehnt. Dabei besitzt die Geschichte um den Mord am Bürgermeister Johann Heinrich Rieber Seltenheitswert. Im Jahr 1835 war der Schultes mit einer Schrotflinte erschossen worden, als er auf dem Heimweg von der Kneipe in seine Wohnung war. Der Täter wurde erst 37 Jahre später in den USA ausfindig gemacht, die ausgelobte Belohnung von 200 Gulden aber nicht ausbezahlt. Das geschah erst in diesem Frühjahr, als der damalige Bürgermeister Kornelius Bamberger in den USA die Belohnung offiziell übergab (die BZ berichtete).

Ackermann beantragte die Aufnahme ins Guiness-Buch im Auftrag der Stadt Bönnigheim als späteste Belohnung, die jemals bezahlt wurde. Doch die vorgelegten Fakten genügten den Juroren nicht. Es sei nach genauen Beweisen und danach gefragt worden, wann der Geburtstag der ausgelobten Belohnung sei, erklärt die Autorin auf Anfrage der BZ. Sie habe dazu leider keine ausreichenden Angaben gemacht, die sie nun nachreichen will.

Auch sei ein Sonderantrag nötig, weil es für solche Fälle noch keine Rubrik und keinen Titel gebe. Im neuen Antrag werde sie den Tag der Auslobung benennen und noch mehr Angaben machen. „Vielleicht auch Informationen über andere Belohnungen, die vergleichbar sind“, sagte Ackermann.

Weiterer Antrag

Einen zweiten Antrag will man gleich mit stellen. Es sei der erste Mordfall, der anhand der forensischen Ballistik gelöst wurde, sagt die Bönnigheimerin. Die Schrotkugeln wurden untersucht und anhand der Riefen darauf dem Lauf einer Waffe zugeordnet, die zum Täter führte. Zwar habe es im Jahr 1835 einen ähnlichen Fall in England gegeben, doch das war kein Mordfall. „Wir hoffen, dass auch dieser Antrag anerkannt wird“, so Ackermann.

Das Buch ist inzwischen zu großen Teilen ins Deutsche übersetzt, und es wird mit einem deutschen Verlag verhandelt. Ann Marie Ackermann ist zuversichtlich, dass es im Frühjahr hier erscheinen wird. In englischer Sprache wird am 14. Oktober die nächste Führung zum Bürgermeistermord sein.

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