Abitur Einser-Abiturient, aber kein Karrieremensch

Einser-Abiturient Lukas Duschek im Entspannungsmodus vor dem Alfred-Amann-Gymnasium, das er künftig nur noch freiwillig betritt – und an diesem Freitag zur Zeugnisübergabe.
Einser-Abiturient Lukas Duschek im Entspannungsmodus vor dem Alfred-Amann-Gymnasium, das er künftig nur noch freiwillig betritt – und an diesem Freitag zur Zeugnisübergabe. © Foto: Helmut Pangerl
Bönnigheim/Erligheim / Gabriele Szczegulski 06.07.2018

Über Bildung und was sie bewirken kann, wird Lukas Duschek bei der Übergabe der Abiturszeugnisse an diesem Freitagabend sprechen. Der 18-Jährige Erligheimer bekommt den Scheffelpreis für das beste Deutsch-Abitur am Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim und darf deshalb die Abitursrede halten. Lukas Duschek ist überhaupt der beste Abiturient in diesem Jahrgang, er hat die Hochschulreife mit einer glatten 1,0 im Schnitt abgeschlossen. Michael Kugel, Konrektor des Bönnigheimer Gymnasiums, sagt schlicht: „Er ist unser Bester“.

Lukas Duschek bekommt nicht nur den Scheffel-Preis, auch den Ferry-Porsche-Preis für das beste Mathematik-Abitur und noch ein paar andere Preise, „da lasse ich mich überraschen“, sagt er. Über Bildung referiert er vor seinen Mitschülern, Lehrern und Eltern, weil diese für ihn der „Schlüssel zur Persönlichkeitsbildung, Selbstbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit“ ist, wie er sagt. Warum gerade er so gut ist, kann er sich nur durch seine Neugier auf alles Wissen erklären. „Bis zur sechsten Klasse war ich zwar kein schlechter Schüler, aber auch kein besonders guter, dann fing Mathe an, mir Spaß zu machen, und ich bemerkte, dass ich mir durch das logische Denken auch andere Fächer erschließen kann“, so Duschek. Sein Wissensdurst, so erklärt er, sei riesig. Immer wolle er noch mehr wissen, lese und arbeite sich in die Tiefe.

Rational hat er sich verhalten, als es darum ging, zu planen, was er nach dem Abi macht. Er wollte für sich den Beruf finden, der ihn „zufrieden macht“. Zuerst dachte er daran, Chemie oder Informatik zu studieren, aber das war ihm „zu personenlos, ich möchte mit Menschen arbeiten“.

Also die Entscheidung: Er will Lehrer werden, will in Stuttgart Mathe und Physik studieren, weil er noch ein bisschen bei den Eltern wohnen bleiben will. „Ich will einfach noch mehr wissen und dieses Wissen weitergeben, mir ist es nicht wichtig, Karriere zu machen“, sagt er. „Anderen etwas zu erklären, so dass sie es verstehen, und zu sehen, dass sie es verstehen, macht mich zufrieden.“ Bildung weiterzugeben, das war auch während seiner Schulzeit seine Intention. Gemeinsam mit Lehrern gründete er 2017 den Lernkonzentrationsclub für jüngere Schüler am Alfred-Amann- Gymnasium und engagierte sich in der Hausaufgabenbetreuung. So entstand sein Berufswunsch.

Schulzeit ist vorbei

Dass er jetzt das Abitur in der Tasche habe, mache ihn einerseits glücklich, andererseits sei er traurig, dass die Schulzeit nun vorbei sei. „Mir gefiel immer dieser strukturierte, vorgegebene Alltag, nun muss ich Entscheidungen treffen und mein Leben selbst strukturieren“, sagt er. Aber eine Auszeit vom Lernen will er sich nicht nehmen. Er will sich sofort an der Universität Stuttgart einschreiben. Angst dass er für die beiden zulassungsbeschränkten Studiengänge nicht genommen wird, hat er aufgrund seines Notendurchschnittes nicht. „Ich freue mich so auf das Spezialisieren im Studium, ich will nicht warten, dass ich studieren kann.“ Deshalb will er noch im Wintersemester anfangen. Und vorher will er etwas tun, was er auch gerne tut: Großstädte besichtigen.

Dankbar wie alles läuft

Seine Eltern – der Vater Stahlbauformer und die Mutter Verkäuferin –, so sagt er, hätten ihn nie unter Druck gesetzt. „Sie sind zufrieden, wenn ich es bin, ich soll der sein, der ich bin“, sagt Lukas Duschek. Stolz seien sie natürlich schon auf sein gutes Abitur. „Im Grunde bin ich einfach dankbar, dass bei mir alles so gut läuft“, sagt er.

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