Cleebronn Eine schaurig-schöne Talentschmiede

Dennis Condello (vorne) sowie Andreas Flöck und Karola Bindert gaben alles beim gruseligen Darsteller-Casting im Freizeitpark Tripsdrill.
Dennis Condello (vorne) sowie Andreas Flöck und Karola Bindert gaben alles beim gruseligen Darsteller-Casting im Freizeitpark Tripsdrill. © Foto: Martin Kalb
Susanne Yvette Walter 11.06.2018

Bei Einbruch der Dunkelheit soll der Freizeitpark Tripsdrill am Wochenende des 12 und 13. Oktober und am 19. und 20. Oktober ein Eigenleben entwickeln. Vom Horrorclown bis zum Gruselzwerg lehren dann Figuren den Besuchern so sehr das Fürchten, dass sie ihnen zwar einen Schauer über den Rücken jagen, ihnen aber keine schlaflosen Nächte bereiten. Seit 2014 kümmert sich der Gruselverein Mais Maze um die Organisation, stellt Darsteller aus den eigenen Reihen und sucht, wie jetzt am Samstag,  in einem professionell angelegten Casting Nachwuchs. Schließlich sollen die Besucher der Gruselnächte in drei eigens dafür angelegten Labyrinthen gezielt erschreckt werden. Mais Maize will allein 30 seiner 50 Mitglieder für diese Kooperation stellen. Der Rest wird mit Laien besetzt.

Kurze Rollenspiele

Beim Casting in der Tüftlerschmiede hatten die Bewerber die Aufgabe, in kurzen Rollenspielen in der Gruppe ihre kreative Seite und ihre Teamfähigkeit zu zeigen. In der Jury saßen die Gruselprofis des Vereins und achteten darauf, wie konsequent jemand seine Rolle ausübte. „Teamfähigkeit steht ganz oben im Zirkus des Grauens“,  erklärt Noel Ebhart, der Vorsitzende des Vereins.

Wie sich sein Verein gegründet hat? „Wir sind alles Freizeitparkbegeisterte. Viele von uns arbeiten in Freizeitparks. So betrachtet, ist es nur ein Schritt, das Grauen auch in den Park zu bringen“, schmunzelt er. Die Kunst der Gratwanderung beherrschen er und seine 50 Kollegen, Darsteller und professionelle Kostümbildner, perfekt. Das Engagement im Freizeitriesen Tripsdrill sorgt auch dafür, dass der Verein Mais Maze bekannt wird, ist Noel Ebhart überzeugt.

Aufmerksam wurde die Geschäftsleitung des Freizeitparks auf die rührige Gruselgruppe, weil die ein Maislabyrinth des Grauens auf die Beine gestellt hatte – daher der Name Mais Maze. Seit 2014 haben Gruselverein und Freizeitpark nun eine Kooperation. „Wir wählen die Darsteller aus und geben ihnen die entsprechenden Tips, bevor es losgeht“, erzählt Ebhart. Als Halloween salonfähig wurde, fanden Noel Ebhart und mit ihm viele seiner Kollegen es schade, dass es so etwas hier nicht gab und handelten.

Eine, die sich am Samstag zum ersten Mal traute, sich vorzustellen ist Fabienne Sesar aus Bönnigheim. Die Schülerin hat schon lange davon geträumt, hier dabei zu sein, doch das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Jede der Gruppen zu vier oder fünf Personen bekam vor dem Casting ein Thema gestellt und hatte nur wenig Zeit für die Vorbereitung, denn Spontaneität gehört beim Gruselkabinett einfach dazu. „Wir verfolgen nicht die Zombiethematik, sondern setzen auf Horrorgestalten aus der Märchenwelt wie Kobolde, Gruselclowns und Gnome“, verrät der Leiter der Schauergruppe.

Man darf gespannt sein, wer von den 17 Bewerbern letztlich zum Wanderzirkus gehören  wird,. Dieser soll ein  individuelles Fratzenkabinett, werden bei dem jeder einen Namen hat. Der Wanderzirkus sucht Zuflucht vor einem Gewitter in der Burg des Freizeitparks. Das ist die Ausgangssituation für alles Schaurig-Schöne, das danach kommt.

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