Cleebronn / Von Uwe Deecke

Das Wildparadies Tripsdrill ist ein vergleichsweise großer Wildpark mit Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste, die hier meist mit Kindern kommen und die Natur hautnah erleben können. 80 000 Besucher kamen im letzten Jahr, 40 000 Übernachtungen gab es auf dem Gelände, auf dem die Tiere untergebracht sind

Damwild ist hier ebenso zu Hause wie Auerochsen, es gibt hier Schafe, Esel, Wildschweine, Yaks, Luchse, Waschbären, Füchse, Bären, Greifvögel und drei europäische Wölfe, die man aus nächster Nähe sehen kann. Um die Tiere kümmert sich ausgebildetes Fachpersonal: Benedict Stirblies ist einer von zwei gelernten Tierpflegern im Wildparadies und seit 2012 hier. Er arbeitet zusammen mit zwei Falknern und fünf weiteren Mitarbeitern und hat an diesem Tag die Spätschicht.

Der 27-Jährige kam nach seiner Ausbildung im Sauerland nach Tripsdrill und schätzt den Unterschied zu einem üblichen Zoo, wo Tierpfleger sonst arbeiten. „Der Zoo war mir zu einseitig“, sagt der Tierpfleger, der sich nun nicht um einzelne Reviere, sondern um das große Ganze kümmern kann. Er ist mit allen Tieren vertraut und nebenbei auch noch Falkner, der in dieser Ferienwoche die Flugshows mit den Greifvögeln veranstaltet. Im Vergleich zur viel kleineren Wilhelma gebe es hier deutlich weniger Tierarten, erklärt Stirblies.

„Zoos in Städten können den Tieren nicht das bieten, was wir hier können. Hier kann man einfach artgerechter halten“, ist er überzeugt und verweist auf die beiden neuen Fischotter, die man seit Dezember aus dem Fränkischen geholt hat. 45 Quadratmeter seien vorgeschrieben laut Gesetz, in Tripsdrill haben die beiden 1200 Quadratmeter Platz im Gehege, in das man ein strömendes Gewässer integriert hat. „Sie brauchen eine Rückzugsmöglichkeit und ein bewachsenes Ufer“, so der Tierpfleger, der die beiden neuen Parkbewohner gerade an die neue Situation gewöhnt.

Vieles sei gesetzlich vorgeschrieben, erklärt Andreas Fischer, der den Wildpark leitet. Zäune variieren in der Höhe von Tier zu Tier und werden vom TÜV abgenommen. „Es gibt Vorschriften, wie groß ein Gehege sein muss“, so Fischer, und hier habe man ausreichend Platz und liege meist weit über den Anforderungen im Säugetiergutachten der EU. Man sei in der Dokumentationspflicht, erklärt der 38-Jährige, und für jede Tierart gebe es besondere Vorschriften, die einzuhalten seien. Kontrolliert werde vom Veterinäramt, das hier regelmäßig vorbeikommt.

Das gilt auch für die Bären, die man 2008 aus dem Schweizer Jura hierher gebracht hat. Schon im Jahr 2001 habe man das 3500 Quadratmeter große Gehege gebaut, das bei der Gefahrenstufe einen besonders hohen Zaun haben muss. Zum Füttern ist der Tierpfleger durch einen Elektrozaun geschützt, was ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Bären haben viel Platz zum Klettern, Spielen und auch eine Duschmöglichkeit am Wasserlauf. Zurückziehen können sie sich in der Pergola, was sie aber tagsüber normalerweise nicht tun.

Je nach Herkunft gibt es Unterstände oder Ställe, in die sich die Tiere nachts zurückziehen können. Eurasische oder europäische Tierarten seien die hiesigen Temperaturen gewöhnt, erklärt der Leiter, südamerikanische oder afrikanische Tierarten mögen es dagegen wärmer.

Eltern in der Pflicht

Dass manche Tiere unsachgemäß von den Besuchen gefüttert werden, will man verhindern. Dafür gibt es am Eingang spezielles Futter, das die Kinder dann an manche Tiere austeilen können. Wo nicht gefüttert werden sollte, ist auf Schildern zu lesen. Und hier sind auch die Eltern beim Wildpark-Besuch in der Pflicht, wenn sie mit ihren Kindern auf den Wegen den Park erkunden.