Klein ist sie und von oben betrachtet recht unscheinbar – die Gelbbauchunke. Den  gelb marmorierten Bauch, von dem der Name des Tieres abgeleitet wird, zeigt der Froschlurch bei Gefahr. So klein das Tier auch ist, so gefährdet ist es. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist die Gelbbauchunke  streng geschützt.

 Deshalb hat im Rahmen eines Projektes „LIFE rund ums Heckengäu“ die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um den Bestand der Tiere zu erhalten. „Dazu wurden in den Landkreisen Böblingen, Calw, Enzkreis und Ludwigsburg  bereits 37 Tümpelkomplexe mit insgesamt 180 Tümpeln angelegt“, berichtet Monika Baumhof-Pregitzer von der Stiftung Naturschutz bei der Einweihung von fünf Tümpeln im Löchgauer Wald. Im Kirbachtal im Stromberg habe man bereits einen derartigen Tümpelkomplex angelegt, ergänzt die Leiterin des Fachbereichs Forsten im Landratsamt Ludwigsburg, Gundula  Gmelin.

„Da die ursprünglichen Lebensräume wie Kleingewässer der Überschwemmungsauen von Bächen und Flüssen immer seltener werden, sei es besonders wichtig Ersatzlebensräume zu schaffen und diese zu vernetzen“, so Gmelin. Die Gemeinde Löchgau freue sich, mit diesem neuen Tümpelkomplex einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gelbbauchunken leisten zu können. „Naturschutz geht schließlich alle an“ sagte die Leiterin des Löchgauer Haupt- und Ordnungsamtes, Tatjana Scheerle. Die kleinen Tümpel im Löchgauer Wald, die sich in kurzen Abständen neben einem Waldweg aneinander reihen, wurden im Frühjahr angelegt. Die vegetationsfreien Mini-Gewässer sind dank der regenreichen Monate noch immer  mit Wasser gefüllt, so dass die Population der Unken dort schon enorm gewachsen sei, erzählt Revierförster Bernd Renner.  Für die erfolgreiche Entwicklung der Eier und Larven kommen nur Gewässer in Frage, die kaum Feinde (Molche und Libellenlarven) und Konkurrenten  haben und länger als einen Monat  Wasser führen.  Bei genügend Wasser können die Weibchen mehrmals im Sommer Eier ablegen. Die Kaulquappen schlüpfen bereits nach zwei, drei Tagen. Deren Entwicklung wiederum dauert  40 bis 60 Tage.

Auf rund 100 ältere Gelbbauchunken schätzt Gelbbauchunken-Coach Wilhelm Stark dort den derzeitigen Bestand in den fünf neuen Tümpeln. Laich und Kaulquappen lassen den Schluss, dass dieser noch weiter wachsen wird. Die Ausbildung von Gelbbauchunken-Coaches  ist ebenfalls Teil des Life-Projekts. Zu den Aufgaben von Stark gehört es, jeden Monat einmal vorbeizuschauen, um den Zustand der Tümpel zu überprüfen und die Anzahl der Unken zu dokumentieren. Elf dieser Gelbbauchunken-Coaches gibt es in den vier oben genannten Landkreisen.

Kleiner Froschlurch

Die Gelbbauchunke ist ein kleiner Froschlurch mit drei bis fünf Zentimeter Körperlänge. Charakteristische Merkmale sind die leuchtend gelb und schiefergrau marmorierte Bauchseite und die herzförmigen Pupillen. Die warzige Oberseite ist farbmäßig abhängig vom Lebensraum und kann  lehmgelb, braun oder grau getönt sein.

Bevorzugte Laichgewässer sind Wagenspuren, Tümpel, Suhlen und Pfützen.  Die große Mobilität der Jungtiere begünstigt die spontane Besiedlung von neu entstehenden Lebensräumen. An Land suchen die Tiere Verstecke unter Steinen, Totholz und in Lücken- und Spaltensystemen von Felsen auf. Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv gehen sie auf die Jagd nach Insekten.

Bei Gefahr nimmt die Gelbbauchunke manchmal die sogenannte Kahnstellung ein. Dabei macht sie ein Hohlkreuz, so dass die Ränder ihres intensiv gefärbten Bauches und ihrer Gliedmaßen Innenseiten von oben sichtbar werden. Dies soll Fressfeinde vor dem Hautgift warnen, das die Unke in dieser Situation absondert. Die Paarungsrufe der Männchen hört man im Spätfrühling und Frühsommer als ein dumpfes „uh, uh, uh“.