Schwerpunkt Notfallversorgung Ein Sommerloch kennt der ASB nicht

Schichtwechsel am Freitagabend um 18.30 Uhr in der ASB-Rettungswache in Besigheim. Auch in den Sommerferien ist der Rettungswagen an allen Tagen 24 Stunden im Einsatz.
Schichtwechsel am Freitagabend um 18.30 Uhr in der ASB-Rettungswache in Besigheim. Auch in den Sommerferien ist der Rettungswagen an allen Tagen 24 Stunden im Einsatz. © Foto: Helmut Pangerl
Michael Soltys 18.08.2018

Ein Sommerloch kennt Daniel Groß nicht. Weder mangelt es an der Besatzung des ASB-Rettungswagens und des Krankentransportwagens in der Rettungswache in Besigheim. Noch mangelt es an Einsätzen, sagt der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes im Landkreis Ludwigsburg. An sieben Tagen in der Woche sei die Wache in der Bietigheimer Straße in Besigheim rund um die Uhr besetzt und einsatzfähig.

Seit 1979, dem Jahr der Gründung, sind in Besigheim die Mitarbeiter des ASB im Einsatz. Elf Vollzeitkräfte sind in der Regel notwendig, um den Rettungswagen dauerhaft einsatzbereit zu halten, auch wenn Mitarbeiter krank werden oder Teile der Wache in den Urlaub gehen, schildert Groß die personelle Lage. Rückt der Wagen aus, sind ein Rettungssanitäter und ein Notfallsanitäter an Bord, um Hilfe zu leisten. Pro Tag müssen also vier Mitarbeiter verfügbar sein, zwei für die zwölf Stunden der Tagschicht von 6.30 bis 18.30 Uhr, zwei für die Nachtschicht. Wöchentlich mache das einen Einsatz von acht Leuten Minimum notwendig, plus einen weiteren als Ausfallreserve. Das Fahrzeug für den Krankentransport ist dagegen lediglich  montags bis freitags je acht Stunden im Einsatz. Um es in Bereitschaft zu halten, kann Groß Personal auf 2,5 Vollzeitstellen einsetzen.

Es sei eine Frage der geschickten Urlaubsplanung, die Wache auch in den Ferien in vollem Umfang einsatzfähig zu halten, macht Groß deutlich. Groß kann dabei auch auf viele ehemalige ASBler zurückgreifen, die nach ihrer Zeit beim Rettungsdienst ein Studium angefangen haben. So haben einige Medizinstudenten einen Vertrag als studentische Aushilfe unterschrieben. „Manche arbeiten regelmäßig, manche nur in den Sommerferien“, sagt Groß. Wird es doch einmal eng, helfen sich die Wachen des ASB auch gegenseitig. Außer in Besigheim betreibt die Rettungswache der Region Ludwigsburg auch Wachen in Ludwigsburg selbst, in Ditzingen und in Oberstenfeld.

Zuständig ist die Rettungswache in Besigheim für den nördlichen Landkreis Ludwigsburg. Ihre Einsätze bekommt sie von der Rettungsleitstelle in Ludwigsburg, die sie nach Mundelsheim, Walheim, Löchgau, Freudental oder Bönnigheim schickt und „im Zweifellfall“, so Groß, auch bis Häfnerhaslach, wenn das Fahrzeug des Roten Kreuzes in Vaihingen gerade nicht einsatzbereit sein sollte. Wie alle Rettungsfahrzeuge ist auch der Wagen in Besigheim „getrackt“. Die Leitstelle sieht, wo er sich gerade befindet und erkennt den Status, ob die beiden Sanitäter beispielsweise bei einem Einsatz gebunden sind.

Die volle Besetzung in der Rettungswache ist auch deshalb notwendig, weil die Zahl der Einsätze in den Sommerferien nicht sinkt, obwohl so viele Menschen im Urlaub sind. In den letzten Wochen mussten die Sanitäter sehr oft in die Altenheime ausrücken, weil die alten Menschen dort unter der Hitze litten und einige dehydriert waren, weil sie zu wenig Wasser getrunken hatten. „Das war extrem“, sagt Groß über die Hitzeperiode. „Der Körper alter Menschen verkraftet das schlechter.“   Zwar sinke die Zahl der Verkehrsunfälle in den Städten und auf den Landstraßen, dafür werden die Rettungssanitäter öfter auf die Autobahn gerufen. Schließlich werde der Rettungsdienst auch zu vielen Freizeit- und Fahrradunfällen gerufen. „In Besigheim“, sagt Groß, „machen eben auch Leute Urlaub.“

Zuständig für den nördlichen Landkreis

Die Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes ASB in der Bietigheimer Straße in Besigheim wurde 1979 eröffnet. Schon kurz danach war sie wieder von der Schließung bedroht. Die Bevölkerung, Politiker und Mitarbeiter setzten sich damals  für den Erhalt ein. Der Rettungsdienst wird von der Leitstelle in Ludwigsburg aus koordiniert. Die Wache in Besigheim ist für den nördlichen Landkreis zuständig, rückt aber auch in das Kirbachtal aus, wenn kein anderer Wagen verfügbar ist. Im Landkreis Ludwigsburg wurde der ASB, der 1933 unter den Nazis verboten worden war, 1967 wieder neu gegründet. sol

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