Cleebronn DRK erwartet den 50 000. Spender

Cleebronn / Von Uwe Deecke 31.07.2018

Den schönsten Ausblick hatten die beiden prominenten Fallschirmspringer, die aus 1000 Metern Höhe auf dem Parkplatz am Erlebnispark Tripsdrill punktgenau einschwebten: Klaus Renz, DRK-Botschafter und Weltmeister im Fallschirmspringen, landete vor Eberhard Gienger, Bundestagsabgeordneter und versierter Springer. Dass er sich hier engagiert, kommt nicht von ungefähr: Vor 18 Jahren ging einmal eine Landung schief und er verlor bei Knochenbrüchen vier Liter Blut. Dieses Mal ging alles gut und er konnte selber später Blut spenden.

„Seit 2001 haben fast 50 000 Menschen hier Blut gespendet und damit Leben gerettet“, sagte Tripsdrill-Geschäftsführer Helmut Fischer bei der anschließenden Eröffnung mit den Ehrengästen. „Wir vergessen viel zu oft, welches Geschenk die Gesundheit darstellt“, so der Geschäftsführer, der sich anschließend selbst zum zwölften Mal auf die Spenderliege legte.

Angereist war Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration aus Stuttgart, der Baden-Württemberg als „Land des Ehrenamts“ würdigte. Beispielhaft sei die größte Blutspendenaktion hier, die er im Namen des Schirmherrn Winfried Kretschmann eröffnete. „1800 Spenden werden im Land an jedem Tag gebraucht, auch im Sommer“, so der grüne Minister, der Bedarf an Spenderblut mache keine Sommerpause. Zum letzten Mal hier war Dr. Lorenz Menz, der die Aktion schon viele Jahre für das DRK begleitet. Er lobte die „großartige Gemeinschaftsleistung, in der das Geheimnis des Erfolges liegt“. Der Bedarf sei seit 2017 gestiegen, während das Angebot nachgelassen habe, so der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg.

Dann ging es zum Blutspenden, zu dem auch einige Bürgermeister der umliegenden Kommunen gekommen waren. Spitzenreiter Rainer Schäuffele führt dabei mit 132 Blutspenden die Tabelle an und war einer der ersten Spender. Fünf bis sechs Mal im Jahr gehe er Blut spenden und er zeigte sich darin als waschechter Profi, der alles gelassen über sich ergehen ließ. Draußen hatte sich inzwischen seit 10 Uhr eine Schlange gebildet von Menschen, die das Ticketangebot des Erlebnisparks nutzen wollten. Eine Spende berechtigt zum Eintritt an einem Tag freier Wahl. Vorausgesetzt man kommt so weit. Zunächst wird im Zelt der Blutdruck vom Arzt gemessen. Erst wenn der in Ordnung ist, folgt der Piekser in den Finger, mit dem das Hämoglobin getestet wird. Es wird die Blutgruppe bestimmt und das Blut auf Infektionskrankheiten getestet. Liegt eine schwere Infektion vor, war das Warten umsonst und das Blut kann nicht verwendet werden. Klappt alles, dann gibt es als Belohnung nicht nur den Tagespass für den Erlebnispark sondern auch noch Getränke und Maultaschen mit Kartoffelsalat zur Stärkung.

Aus Waiblingen war Melanie Schleutmann mit Tochter Felicitas angereist. Sie ist zum zweiten Mal hier, und lobt die „tolle Aktion“. Blut werde gebraucht, und sie sei selbst schon einmal in die Lage gekommen, eine Blutspende zu benötigen. Schon zum fünften Mal ist Janine Klein aus Brackenheim bei der Aktion. „Man hat ein gutes Gefühl dabei“, so die junge Frau, die den erhofften Tagespass an einem anderen Tag einlösen will.

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