Brackenheim/Besigheim Die Synode beschließt die Gesetze

Pfarrer Günter Köhn berichtet über seine früherere Mitarbeit in der Landessynode. Bei der diesjährigen Kirchenwahl ist er Mitglied des Vertrauensausschusses im Wahlkreis Besigheim-Brackenheim.
Pfarrer Günter Köhn berichtet über seine früherere Mitarbeit in der Landessynode. Bei der diesjährigen Kirchenwahl ist er Mitglied des Vertrauensausschusses im Wahlkreis Besigheim-Brackenheim. © Foto: Martin Kalb
Brackenheim/Besigheim / JÜRGEN KUNZ 02.11.2013
Von außen betrachtet ist die Landessynode ein Parlament, dass sein Beschlüsse meist einmütig trifft. Das eigentliche Ringen um die richtigen Entscheidungen findet aber in den Ausschüssen statt. Pfarrer Günter Köhn berichtet von seinen Erfahrungen als Synodaler.

Im Wahlkreis 8 gehört Pfarrer Günter Köhn dem Vertrauensausschuss als stellvertretender Vorsitzender an, dem Gremium in den Kirchenbezirken Besigheim und Brackenheim, das für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Kirchenwahl verantwortlich ist. Von 1995 bis 2001 hatte der inzwischen 69-jährige früherere Pfarrer der Bissinger Kilianskirche ein Mandat in der Landessynode. Im Gespräch mit der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung erklärt er aus der Sicht eines ehemaligen Synodalen die Arbeit im "Parlament" der evangelischen Landeskirche.

Drei Tagungen der Landessynode - Frühjahr, Sommer und Herbst - gibt es pro Jahr, die jeweils zwischen drei und vier Tage andauern. Normalerweise tagt die Synode im Hospitalhof in Stuttgart, durch den Abriss des Gebäudes und dessen Neubaus, traf sich die Synode in der nun abgelaufenen sechsjährigen Legislaturperiode an unterschiedlichen Tagungsorten im Gebiet der Württembergischen Landeskirche.

"Die Hauptarbeit geschieht in den Ausschüssen", erklärt Günter Köhn. Etwa einmal im Monat kommen die Mitglieder der Ausschüsse - Theologischer Ausschuss, Rechtsausschuss, Finanzausschuss sowie die Ausschüsse "Bildung und Jugend", "Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit", "Diakonie" sowie "Mission, Ökumene und Entwicklung" - zusammen, um die in der Synode eingebrachten Themen, Anregungen oder Gesetzesvorlagen im Detail zu beraten und Empfehlungen für die Beschlüsse der Synode zu erarbeiten. Gerade in den Ausschussberatungen werden die unterschiedlichen kirchenpolitischen Ansätze der Gesprächskreise - Offene Kirche, Kirche für Morgen, Lebendige Gemeinde und Evangelium und Kirche - dann deutlich. "In den Ausschüssen wird um die richtigen Weg gerungen", sagt der ehemalige Synodale Köhn und merkt an, dass man "im Zusammenspiel mit seiner Gruppe und anderen, als Einzelner in der Synode durchaus etwas bewegen kann". Doch Schnellschüsse im Kirchenparlament sind eher die Ausnahmen. "Ich vergleiche die Kirche hier mit einem großen Containerschiff. Man muss frühzeitig das Steuer umlegen, um eine Veränderung zu erreichen", so Köhn. Strategisch wichtig sei es für die Gesprächskreise zu Beginn einer Legislaturperiode, die ihnen wichtigen Anträge in der Synode einzubringen. Nur so könne gewährleistet werden, dass sie in der sechsjährigen Amtszeit auch behandelt werden.

Über Pfarrplan und "alles was das Personal betrifft", Verteilung der Gelder, Tauf-, Trau- oder Konfirmationsordnungen bestimmt die Synode. Die Entscheidungen wirken sich damit direkt auf die Kirchengemeinden aus, erklärt Köhn, aber auch Richtungsentscheidungen für die evangelische Landeskirche werden in der Landessynode getroffen.

"Unsere Kirche ist auf dem Weg weiter demokratisch zu werden", ist das Urteil des ehemaligen Synodalen. Allerdings schränkt Köhn ein, die "Regierung", also der Oberkirchenrat, wird nicht von der Synode gewählt und kann so auch von dem parlamentarischen Gremium der Landeskirche nicht kontrolliert werden. Die Begründung dafür ist einleuchtend: Oberkirchenräte werden vom Gremium des Oberkirchenrats berufen. "Die Bindung von sechs Jahren als Synodale ist lang", sagt Köhn. Man könne zwar aus dem Gremium vorzeitig ausscheiden, was sich ein Synodale mit Blick auf den von ihm vertretenen Gesprächskreis reiflich überlegen werde. Denn die Gesprächskreise sind im Kirchenrecht nicht verankert, und in der Württembergischen Landeskirche gibt es eine reine Persönlichkeitswahl. Scheidet also ein Synodaler aus, rückt der Kandidat mit den nächst niedrigeren Stimmenzahl aus der Urwahl nach, unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit.

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