Bürgermeistergespräch Die Ganztagsschule als Standortfaktor

Ein wichtiges Projekt für Bürgermeister Alexander Fleig war der Kindergarten Taubenstraße.
Ein wichtiges Projekt für Bürgermeister Alexander Fleig war der Kindergarten Taubenstraße. © Foto: Helmut Pangerl
Freudental / Uwe Deecke 03.01.2018

Bürgermeister Alexander Fleig hat die Zukunft seiner Gemeinde fest im Blick. 2017 wurde bereits viel investiert, doch auch 2018 will die Kommune dafür Weichen stellen.

Die Gesamtbilanz 2017: „Insgesamt fällt die Gesamtbilanz sehr positiv aus“, blickt Bürgermeister Alexander Fleig zurück aufs abgelaufene Jahr. Es war ein Jahr, das von großen Investitionsvorhaben geprägt war. Die Baumaßnahmen für die Kinderbetreuung in der Taubenstraße und am Rosenweg wurden umgesetzt. Das Nahwärmenetz ist gebaut und in Betrieb wie es im Gemeinderat geplant worden war. Froh ist Fleig, dass man im Sommer noch die Entscheidung zur Einführung einer Ganztagsschule in Wahlform fällen konnte, nachdem das verpflichtende Modell vom Tisch war. „Ich bin froh, dass jetzt eine Entscheidung da ist, die der Gemeinderat mit großer Mehrheit getragen hat“, sagt der Rathauschef. Es sei nicht alles ganz rund gelaufen in der Beteiligung der Elternschaft. Er sei selbstkritisch genug, zuzugeben, dass auch von der Verwaltung Fehler gemacht wurden.

Die erste Freudentaler Gewerbeschau war für ihn ein Highlight in der kleinen Gemeinde, mit einer sehr positiven Resonanz. Auch was der Arbeitskreis „Erinnern und Gedenken“ mit dem „Garten der Erinnerung“, dem Nachfahrentreffen und der Stolpersteinverlegung auf die Beine gestellt habe, habe nach außen hin ein sehr positives Signal für die Gemeinde gesetzt.

Wichtigste Investitionen 2017: Die wichtigsten Investitionen waren in den Kindergärten Taubenstraße mit dem Anbau der Kinderkrippe und am Rosenweg mit der energetischen Sanierung. „Alles in allem Maßnahmen für rund eine Million Euro mit Zuschüssen von knapp 600.000 Euro, mit denen wir ausreichend U3-Plätze schaffen“, so Fleig. Damit habe man das Betreuungsangebot ausgebaut, das ein wichtiger Standortfaktor für die Kommune sei. Die angelegten Mittel von Land und Kommune seien „gut angelegtes Geld“ und sicherten die Zukunft in diesem Bereich. Das Nahwärmenetz mit knapp einer Million Euro war ein weiteres Großprojekt. „Es hat sich im Zuge der Baumaßnahme sehr positiv entwickelt“, resümiert Fleig. Gestartet sei man im Frühjahr mit 28 geplanten Anschlüssen, nun sei man fast bei 40.

 Die momentane Haushaltslage: „Die aktuelle Haushaltslage sieht ordentlich aus, der Verlauf war planmäßig und wir können auch 2017 wieder besser abschließen als geplant“, sagt der Rathaus­chef. Die Kommune hänge am Tropf von Bund und Land und da profitiere man auch von der guten konjunkturellen Lage. Die eigene Gewerbesteuer entwickle sich in Freudental nach wie vor positiv.

Aussichten für die Entwicklung 2018: In der jüngsten Klausur wurde das Investitionsprogramm vorberaten und anschließend im Gemeinderat öffentlich vorgestellt. „Wichtige Maßnahme ist die Einführung der Ganztagsschule, wir wissen allerdings noch nicht ob der Antrag bewilligt wird“, so Fleig. Die Sanierung der Strombergstraße steht ebenso im nächsten Jahr an und soll nach einer Infoveranstaltung dann im Februar starten. Auch mit den Planungen für die Rathaussanierung will die Kommune im nächsten Jahr vorankommen. Nach einer Mehrfachbeauftragung mit Wettbewerb will die Kommune im Herbst entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Die Bebauung des ehemaligen Hirschareals, wo die Gemeinde eine Arztpraxis erwirbt, soll bis Mitte 2018 realisiert werden. Und auch in die Anschlussunterbringung wird investiert: Wie schon 2017 wird die Kommune wieder zwei Wohnungen kaufen, was mit Kosten von rund 300.000 Euro verbunden ist.

Die Herausforderungen für die Kommune: „Herausforderung wird aufgrund der ständig erhöhten Betreuungsanforderungen sein, einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können“, blickt Fleig nach vorne. Dies werde ebenso Kraft kosten wie die Umstellung aufs neue kommunale Haushaltsrecht. Auch das Thema Verkehr ist vor allem an der Pforzheimer Straße und Bietigheimer Straße zur immer größeren Herausforderung geworden. Bisher musste noch keine Lärm­aktionsplanung gemacht werden, aber dies sei ein Thema das die Bürger beschäftigt und das man angehen müsse.

Persönliche Erwartungen: „Wir haben ein sehr positives Miteinander im Gemeinderat“, sagt Alexander Fleig, „und auch mit der Bevölkerung“. Mit der guten Beteiligung der Arbeitskreise gebe es ein Miteinander, das man so auch fortführen möchte.

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