Bönnigheim Die Cyriakuskirche ist Filmkulisse

Yussuf Mahat aus Somalia spielt eine der Hauptrollen bei den Dreharbeiten in der Bönnigheimer Stadtkirche.
Yussuf Mahat aus Somalia spielt eine der Hauptrollen bei den Dreharbeiten in der Bönnigheimer Stadtkirche. © Foto: Susanne Yvette Walter
Bönnigheim / Susanne Yvette Walter 04.09.2018

Kathrin Tabler, Filmregisseurin und Produzentin mit Wurzeln in Besigheim, dreht ihren ersten Kinofilm. Wo? In Besigheim natürlich und in Bönnigheim, wo die Cyriakuskirche mit ihrem Lettner einen einmaligen Schauplatz bietet. Die Geschichte des 13-jährigen Zoro, der voller Einfallsreichtum Geld beschaffen will, spielt in einer Kleinstadt, und da besann sich die junge Filmemacherin auf „ihr“ Besigheim und die Umgebung. Einer der beiden Bönnigheimer Pfarrer, Martin Burger, habe dem Filmteam sogar seinen Talar zur Verfügung gestellt.

Die Cyriakuskirche in Bönnigheim ist ein Schauplatz beim großen Dreh des ersten Kinofilms von Kathrin Tabler, die vor Jahren in Ludwigsburg die Kunst des Filmedrehens gelernt hat. Inzwischen hat sie ihre eigene GmbH und für die Zeit, wo sie in Besigheim und Umgebung dreht, ein Produktionsbüro im Industriegebiet von Besigheim eröffnet. Ihr Filmteam besteht aus über 30 Mitwirkenden sowie Technikern und Beleuchter. Zwei Tage lang hat das Team vergangene Woche in der Cyriakuskirche in Bönnigheim gedreht. Auch bekannte Schauspieler wie Andrea Sawatzki sind dabei.

Zum Inhalt des Films: Der 13-jährige Zoro ist voller Energie und Einfallsreichtum, wenn es darum geht, Geld zu beschaffen. Auch wenn er es mit dem Gesetz dabei nicht so ganz genau nimmt. Zoro hat ein Ziel: Er wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Familie wieder zu  vereinen. Mit Mutter und Schwestern war er nach Deutschland nach Deutschland ins schwäbische Liebigheim geflüchtet. Sein Vater aber blieb in Ungarn zurück. Als der Junge erfährt, dass der kirchliche Knabenchor unter Leitung der strengen Frau Lehmann zu einem Gesangswettbewerb nach Ungarn fährt, steht Zoros Entschluss fest: Er wird singen lernen und mitreisen. Was anfangs nur ein willkommener, aber auch mühsamer Weg zu seinem ersehnten Ziel war, wird immer mehr zu einer neuen Leidenschaft. Frau Lehmanns anfängliche Vorurteile dem Flüchtlingsjungen gegenüber weichen einer großen Zuneigung. Und auch in dem schüchternen Julian findet Zoro einen wahren Freund. Doch die Realität holt Zoro wieder ein und er muss ein weiteres Mal kämpfen – dieses Mal für seine neue Heimat.

Emotionale Geschichte

Zoros Solo ist als eine emotionale und auch humorvolle Geschichte über die Suche nach Heimat und Zugehörigkeit, über die Bedeutung von Familie und Freundschaft angelegt.  Regie führt Martin Busker. Verantwortliche Produzentin ist Kathrin Tabler. Busker hat zusammen mit Fabian Hebestreit auch das Drehbuch zum Film verfasst. Die Musik zum Film komponierte Steven Schwalbe mit seinem Team. Gesungen werden die Chor-Lieder von den Stuttgarter Hymnus Chorknaben. Gefördert wurde Zoros Solo mit Mitteln der MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Der Film entsteht in Koproduktion mit dem SWR „Debüt im Dritten“.

Man darf gespannt sein, denn eines steht fest: Viel Besigheimer und Bönnigheimer Flair wird diesen Film prägen. Die Bönnigheimer Pfarrer haben gleich die Kirchentüren weit geöffnet für Zoros Solo und auch in Besigheim rannte das Filmteam bei der Verwaltung offene Türen ein. Die Dreharbeiten dauern noch bis 14. September an.

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