Freudental Der Verkehr wird zum Problem

Viele Verkehrsteilnehmer nutzen die Abkürzung durch die Schlossstraße zur Pforzheimer Straße. Die Freudentaler sind damit nicht zufrieden und wollen eine Bürgerinitiative gründen.
Viele Verkehrsteilnehmer nutzen die Abkürzung durch die Schlossstraße zur Pforzheimer Straße. Die Freudentaler sind damit nicht zufrieden und wollen eine Bürgerinitiative gründen. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Von Uwe Deecke 12.07.2018

Der Verkehr in und um Freudental hat deutlich zugenommen. Nun will Bürgermeister Alexander Fleig gemeinsam mit den Bürgern nach Lösungen suchen.

Vor allem die Zahl der Lastwagen wird mehr, so ist das Empfinden vieler Freudentaler, die an der Pforzheimer Straße oder der Heilbronner Straße wohnen. Rund 120 000 Fahrzeuge sind es etwa an der Pforzheimer Straße pro Monat insgesamt, die von der stationären Blitzeranlage gezählt werden, die aber nicht zwischen PKW und LKW unterscheidet. Die Heilbronner Straße Richtung Bönnigheim oder Tripsdrill hat etwa 140 000 Fahrzeuge pro Monat, von denen gerade in den Sommermonaten viele Richtung Erlebnispark fahren. Aus diesem Grund hatte der Gemeinderat auch in seiner Stellungnahme zur Erlebnispark-Erweiterung auf den Verkehr hingewiesen, der seiner Auffassung nach hauptsächlich durch Freudental rollt.

Verlagerung durch den Ort

Was viele Freudentaler ebenfalls stört: Verkehrsteilnehmer nutzen den Weg durch die Ortsmitte, um Richtung Pforzheimer Straße oder in der Gegenrichtung zur Heilbronner Straße abzukürzen. Das bringt vor allem in der Schlossstraße Probleme. Die Gemeinde hat schon verkehrsberuhigende Maßnahmen und auch ein Schild „Anlieger frei“ durchgesetzt, doch das hält offenbar nur wenige vor der Durchfahrt ab. Am allerwenigsten Motorradfahrer, die am Wochenende diese Abkürzung nehmen.

Es hätten sich in letzter Zeit verstärkt Bürger bei ihm gemeldet, die mit dem zunehmenden Verkehr unzufrieden seien, erklärte Fleig auf der letzten Sitzung des Gemeinderates. Die Unzufriedenheit  reiche so weit, auch eine Bürgerinitiative zu gründen, um mehr Gehör zu finden. Um einmal alle Probleme zu erfassen und aufzunehmen sowie offen zu diskutieren, will der Bürgermeister zu einem Treffen am Mittwoch, 26. September,  in den Sitzungssaal des Rathauses einladen. Der Schlossplatz steht im Zentrum der Überlegungen.

Fleig betonte, dass die Gemeinde Freudental bereits viele Anstrengungen in diesem Bereich unternommen habe, jedoch die Verkehrsbehörde die letztendliche Entscheidung treffe. Das reiche von der Einrichtung eines Bodenschwellers bis zur Einzeichnung von Parkplätzen, letztlich entscheide das Landratsamt, so Fleig. Solange kein Unfallschwerpunkt vorliege, seien bislang kaum Verbesserungen zu erreichen, was der Bürgermeister bedauert.

„Ziel ist, dass die Bürger sich ernst genommen fühlen“, erklärt der Rathauschef, und darüber hinaus zu zeigen, dass dies die Meinung der Bürger ist und nicht nur der Verwaltung und der Gemeinderäte. Er hoffe, dass damit möglicherweise auch Verbesserungen kommen, die die Verkehrsbehörde nicht unbedingt bewilligen müsste. Das Beispiel Schlossstraße zeige aber auch, dass man allein durch Schilder nichts hinbekomme. Nur baulich seien hier Verbesserungen beim nervenden Durchgangsverkehr zu erreichen. Und hier liegt Fleigs Hoffnung auf der Gestaltung des Schlossvorplatzes, die in naher Zukunft ansteht.

„Es soll ein Stimmungsbild sein“, das bei der Veranstaltung eruiert wird, mit Ergebnissen, die dann im Gemeinderat diskutiert werden. Damit will die Gemeinde dann bei der nächsten Verkehrsschau auf die Verkehrsbehörde zugehen, die am Ende entscheidet, was gemacht wird – oder eben nicht.

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