Bönnigheim / Susanne Yvette Walter

Das Theater unter der Dauseck bindet bei seinen Inszenierungen markante Punkte aus der Geschichte eines Ortes ein. Für seinen Theaterspaziergang in Bönnigheim schrieb Barbara Schüßler, die Stückeschreiberin des über 30 Spieler starken Theatervereins, ein eigenes Stück mit dem Titel „Kindsglück“. Es spielt auf markante Frauenfiguren wie Barbara Stratzmann, genannt „Schmotzerin“, oder Sophie La Roche an, die Impulse setzten in der Gebärfreudigkeit und der Erziehung von Mädchen. Die Proben laufen auf Hochtouren. Premiere ist am 16. Juni,  die öffentliche Hauptprobe zwei Tage früher.

An verschiedenen Stellen in Bönnigheim spielt sich das Leben von „Hans im Glück“ mit veränderten Vorzeichen ab. Auf dem Meiereihof, im Schloss, im Kulturkeller und an anderen Spielorten im Freien und in besonderen Räumen greift das Theater unter der Dauseck aus Oberriexingen verschiedene Facetten zum Thema Kindsglück auf und geht ihnen nach.

Leitfigur ist Hans im Glück

Leitfigur ist Hans im Glück, der wie ein roter Faden die einzelnen Eposoden zusammenhält. „Hans im Glück steht für den vermeintlichen Glückspilz, der auf seinem Gang vom ehemaligen Lehrherrn nach Hause ebenfalls verschiedene Auseinandersetzungen zum Thema Glück erfährt“, sagt Barbara Schüßler. Die Stückeschreiberin des Ensembles hat dafür tief ihren Federkiel ins Tintenfass getunkt und ein Stück geschrieben, das Schattenseiten des Themas Kindsglück ebenso thematisiert wie Vorfreude und Erfüllung. Von seiner momentanen Spielheimat, der Karlsschule in Bönnigheim, schwärmt das Ensemble, wie jetzt am Freitagabend, bereits in die Altstadt zum Proben an Originalschauplätzen aus.

„Kindsglück, das ist: das Glück, ein Kind zu bekommen, das Glück, ein Kind zu haben, das gesund ist, das Glück, mit Kinderreichtum gesegnet zu sein und auch das Glück, kinderlos zu sein. Kindsglück bedeutet auch das beschwerte Glück des Kindes oder ein Glückskind zu sein wie Hans im Glück, der so glücklich ist, dass er materiellen Reichtum nicht braucht“,  umreißt Barbara Schüßler die Themen im Stück. Vor Jahren schon hat das Theater unter der Dauseck aus der Situation heraus, keinen festen Spielort zum Proben zu haben, eine Tugend gemacht. Unter professioneller Regie zeigt das Ensemble im jährlichen Wechsel neben anderen Inszenierungen im Theaterspaziergang immer eine Verknüpfung zwischen der Ortsgeschichte  und einem eigens für die Kulisse geschriebenen Stück, das besonders an historisch interessanten Orten gezeigt wird.

Nähe zum Publikum

Für die Inszenierung von Kindsglück sind zum ersten Mal Eva Mann als Regisseurin und Dagmar Brade als Regieassistentin im Einsatz. Das Ensemble selbst besteht aus einer Stammbesetzung, die schon länger zusammenspielt, und neuen Spielern. Einige Bönnigheimer haben sich auf den Aufruf zum Mitspielen gemeldet, den das Ensemble schon vor Wochen gestartet hat. Das Theater unter der Dauseck ist nicht nur bestrebt, durch den Kulissenwechsel im Stück die Originalschauplätze im Ort einzubinden. Es versucht auf diese Weise auch Abwechslung und eine besonders lebendige Inszenierung auf die Beine zu stellen, die viel Raum für spontane Nähe zum Publikum zulässt. Kostümbildnerin Felizitas Philipp bringt durch die Auswahl von Kostümen, die zwischen den Jahrhunderten tingeln, Farbe ins Spiel. Auch die Technik wird von Profis eingerichtet, so dass sich die Zuschauer auf entsprechende Beleuchtung und Beschallung freuen können.

„Für die Premiere gibt es nur noch wenige Karten, für alle anderen Termine sieht es noch ganz gut aus“, sagt Regisseurin Eva Mann. Gespielt wird übrigens fast bei jedem Wetter. „Die Zuschauer haben immer wieder die Möglichkeit, Passagen des Stückes im Inneren zu erleben, deshalb können wir auch mal bei Nieselregen im Freien spielen. Erst bei starkem Regen brechen wir ab, was bisher nur sehr selten vorgekommen ist“, erklärt Bernd Schlegel, der Kopf des Theatervereins.

Info Gespielt wird am Freitag, 16. Juni (Premiere mit anschließender Premierenfeier im KulturKeller), Samstag, 17. Juni, Sonntag, 18., Freitag, 23., Samstag, 24., und Sonntag, 25. Juni. Im Juli sind die Spieltermine am Freitag, 7., Samstag, 8., Sonntag, 9., Freitag, 14., Samstag, 15., Sonntag, 16., Freitag, 21., Samstag, 22., Sonntag, 23, Samstag, 29. und Sonntag, 30. Juli. Die öffentliche Hauptprobe ist am Mittwoch, 14. Juni.  Spielbeginn ist freitags und samstags jeweils um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.

www.theater-dauseck.de

Überschrift Infokasten einzeilig

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz