Die Böschung des Bönnigheimer Mühlbachs war einer der Punkte, die bei der Gewässerschau im April angesprochen wurden. Nun soll sie an drei Stellen gesichert werden. Der Fachbereich Umwelt und Wasserrecht des Landratsamts, mit dem die Gewässerschau durchgeführt wurde, sah an verschiedenen Stellen an der Kirchheimer Straße Handlungsbedarf.  Die Behörde befürchtet bei fortschreitender Erosion Probleme für die Sicherheit der parallel verlaufenden Straße. An den drei Stellen weist die Böschung besonders starke Erosionen und Uferabbrüche auf.

Steine werden unterspült

Das Planungsbüro SI aus Weilheim, das die notwendigen Arbeiten nun im Technischen Ausschuss vorstellte, schätzt die anfallenden Kosten für die Sanierung der Böschung auf rund 248 000 Euro. Wichtig ist für SI-Planer Jens Berlöhr im ersten Teil der Prallhang, vor dem auch das Wasser vom Schlossfeld über den Hofener Teich in den Mühlbach mündet. Dort würden die Steine unterspült und man müsse dringend handeln. Mit der weiteren Aufsiedelung im Schlossfeld wird an dieser Stelle noch mehr Wasser einmünden, sodass Handlungsbedarf besteht.

Der zweite schadhafte Teil des Ufers liegt nahe der Feuerwehr, wo das Wasser in die Fugen der Blocksteine eindringt. Davor, unter der beginnenden Schlossberg­allee, ist der Mühlbach verdolt und der Rohrdurchmesser nicht immer ausreichend. „Das Wasser staut sich zurück bis zur Schulstraße“, sprach UWG-Rat Manfred Schmälzle das Problem an, der sich einen größeren Durchmesser wünschte.

Dort einzugreifen, wäre allerdings eine teure Angelegenheit, so Bernlöhr. Das Hochwasserschutzkonzept sehe vor, am Freibad abzudämmen, verwies Bürgermeister Albrecht Dautel auf die Pläne eines Rückhaltebeckens, für das dasselbe Büro bereits einen Vorentwurf vorgelegt hatte. Für 700 000 Euro soll der 250 Meter lange Damm vor der Stadt ein mögliches 1000-jähriges Hochwasser abhalten. Zuschüsse vom Land könnten für diese Maßnahme fließen.

„Der schwierigste Bereich liegt unterhalb der Burgermühle“, sprach der Planer den dritten Teil der Sanierung an, wo ebenfalls Steine unterspült werden. Auch dort ist eine neue Blocksteinmauer vorgesehen auf einem dann 1,70 Meter breiten Fundament.

Beginn im Oktober

Die Sanierung an den drei Punkten soll abschnittsweise erfolgen. Vor jedem Abschnitt soll der Wasserzufluss durch einen Damm verhindert werden, von dem das Wasser dann abgepumpt und danach wieder eingeleitet wird. In Abstimmung mit dem Landratsamt könne die Umsetzung im Oktober beginnen, so das Büro.

Dass es auch an der Bachstraße Probleme gibt und Steine im Bach landen, wurde ebenfalls in der Sitzung angesprochen, doch dies liegt nicht im Bereich der vorgestellten Maßnahmen. Diese seien „alternativlos“, sagte Frank Müller von den Freien Wählern, der sich einen Zeitplan wünschte, wann die sonstigen Probleme am Mühlbach angegangen werden.

Keine Zuschüsse

Zuschüsse sind für diese Arbeiten nicht zu erwarten. So werden die Kosten von 248 000 Euro bei der Stadt hängen bleiben. Der Ausschuss stimmte der vorgestellten Planung zu. Dafür muss die Stadt nun die wasserrechtliche Genehmigung beim Landratsamt beantragen. Anschließend kann die Baumaßnahme öffentlich ausgeschrieben werden.