Bürgermeisterwahl Dautel kratzt an 100-Prozent-Marke

Bönnigheim / Michael Soltys 16.04.2018

Ich freue mich saumäßig.“ Mit diesem schwäbischen Ausdruck kommentierte Albrecht Dautel am Sonntagabend das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Bönnigheim, das der amtierende Bürgermeister Kornelius Bamberger kurz nach 20 Uhr bekanntgab. Dautel, Noch-Bürgermeister der Nachbargemeinde Walheim, kratzte an der 100-Prozent-Marke. 96,5 Prozent der Bönnigheimer, die am Sonntag in einem der sechs Wahllokale ihre Stimme abgegeben hatten, votierten für Dautel, der keinen ernsthaften Gegenkandidaten hatte. Von seinen beiden Konkurrenten, dem Stuttgarter Musikpädagogen Ulrich Raisch und der „Aufdeckungspolitikerin“ Friedhild Miller, ließ sich nur Raisch im Rathaus blicken. Mit 16 Stimmen (0,7 Prozent) blieb Raisch sogar noch hinter Miller zurück, für die 26 Wähler (1,2 Prozent) stimmten. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,46 Prozent.

Für Wahlsieger Dautel gab es einige Flaschen Bönnigheimer Wein, für seine Frau Tina einen Blumenstrauß und für die drei gemeinsamen Kinder Theo (2), Jakob (4) und Anna (6), die den lauten Beifall nach der Verkündung des Ergebnisses eher irritiert verfolgten, gab es Gummibärchen von Bamberger. Dautel selbst musste danach eine ganze Reihe von Händen schütteln: von Bönnigheimer Stadträten und Bürgern, von Pfarrer Martin Burger, von Feuerwehrkommandant Mike Etzel, vom CDU-Landtagsabgeordneten Konrad Epple, vom künftigen Kämmerer German Thüry, der im Juli sein Amt antritt, und von den Bürgermeister-Kollegen aus Besigheim, Erligheim, Löchgau, Kirchheim und Brackenheim.

Sie alle mussten allerdings geschlagene anderthalb Stunden warten, bis endlich das Ergebnis feststand. Solange ließ sich der Wahlausschuss mit der Bekanntgabe Zeit, zu lange für einige Bönnigheimer, die schon vorher wieder nach Hause gingen. Dabei waren die Wahlhelfer in den sechs Lokalen bereits gegen halb sieben mit der Auszählung fertig, versicherte Stadträtin und Wahlhelferin Renate Opiolla. Der Grund für die Verzögerung waren die ungültigen Stimmen, die alle zugeordnet werden mussten, erläuterte Bamberger, der den Wahlausschuss leitete. Einige Wahlzettel seien mit Kommentaren versehen gewesen wie: „Keine Wahl, nur Qual“, eine Anspielung auf das Bewerberfeld, oder „Die taugen alle nichts.“

Dautel nahm es mit Humor, obwohl seine Kehle längst etwas trocken geworden war, wie er einräumte. Es habe zwölf Jahre gedauert, bis er wieder nach Bönnigheim zurückkomme, wo er damals das Ordnungsamt leitete: „Da kann man auch anderthalb Stunden länger warten“, sagte er. Er freue sich jedenfalls auf „herausfordernde und interessante acht Jahre“ und auf die Zusammenarbeit mit den Bürgern und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Ein wirklicher Wahlkampf sei es nicht gewesen, räumte Dautel gegenüber der BZ ein. Ihm sei es darum gegangen, seine Person und seine Arbeitsweise vorzustellen, damit die Bönnigheimer wissen, „was der Bursche denkt.“ Sein Amt in Bönnigheim werde er Mitte Juli antreten. In der übernächsten Woche werden im Walheimer Gemeinderat die Regularien besprochen, wie es dort mit der Wahl des neuen Bürgermeisters und dem Amtsübergang weitergeht.

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