Erligheim Das Rosenfeld wird umgegraben

Im Wohngebiet Rosenfeld rücken bald die Bagger an. Auch für Autos wird mehr Platz geschaffen.
Im Wohngebiet Rosenfeld rücken bald die Bagger an. Auch für Autos wird mehr Platz geschaffen. © Foto: Martin Kalb
Von Roland Willeke 12.02.2018

Die lange erwartete Sanierung des Leitungsnetzes im Bungalowgebiet Rosenfeld in Erligheim mit der gleichzeitigen Verlegung von Gasleitungen und der Vorbereitung für künftige Breitbandleitungen soll am 12. März beginnen. Das hat der Gemeinderat jetzt beschlossen. Die Gemeinde Erligheim, die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen und die Netze BW wollen zusammen 1,16 Millionen Euro im Rosenfeld vergraben. Den größten Anteil daran trägt mit 936 000 Euro die Gemeinde Erligheim.

Mit den verschiedenen Bauarbeiten wird nicht nur das Leitungsnetz im Rosenfeld auf den neuesten Stand gebracht, auch oberirdisch erfährt das aus den 60er-Jahren stammende Wohngebiet einige Veränderungen. Ein Quartiersplatz wird angelegt und 32 Parkplätze sollen entstehen.

Der Gemeinderat stimmte den Plänen und der Auftragsvergabe zu, bis auf Gustav Schabinger. Er enthielt sich der Stimme, weil er vor der Sanierung eigentlich erst die Besitzverhältnisse im Rosenfeld hätte geklärt wissen wollen. Historisch bedingt gehören die Garagenvorplätze nämlich nicht den Eigentümern der zugehörigen Garagen, sondern der Kommune. Dass die Gemeinde die damit verbundenen Kosten tragen müsse, fand Schabinger nicht richtig.

20 000 Euro „Subvention“

Bei Gesamtkosten von rund einer Million Euro für die bevorstehende Sanierung, werde so jedes der 45 Häuser im Rosenfeld mit 20 000 Euro subventioniert, erklärte er. Damit stach der zweite stellvertretende Bürgermeister offensichtlich in ein Wespennest. Heinz Schütt, Senior in der Ratsrunde, reagierte heftig und wollte von einer Änderung des jetzigen Zustandes überhaupt nichts wissen. Bevor man an dieses Thema herangehe, müsse man sich genau informieren, „wie das vor 30 oder 40 Jahren gelaufen ist“.

Bürgermeister Rainer Schäuffele räumte ein, das Problem bestehe schon seit Jahren, man habe aber bewusst „dieses emotional belegte Thema“ immer wieder zugunsten einer einvernehmlichen Lösung für die künftige Energieversorgung und die damit verbundene Ablösung des bestehenden Heizwerkes zurückgestellt. Mit den Eigentümern sei man aber im Gespräch.

In der vorausgegangenen Ausschreibung der Rauschmaier-Ingenieure aus Bietigheim-Bissingen konnte sich die Brackenheimer Firma Amos als günstigster Bieter gegen einen Mitkonkurrenten durchsetzen. Leider, so Projektleiter Andreas Hanebeck, hätten nur zwei Firmen ein Angebot abgegeben.

Der auf die Gemeinde entfallende Kostenanteil belief sich ursprünglich auf 949 000 Euro: 668 000 Euro für den Straßenbau, 263 000 für die Wasserleitung und 18 000 für die Verlegung von Leerrohren für eine spätere Breitbandverkabelung. Die Kosten konnten um 13 000 Euro gesenkt werden, weil sich der Gemeinderat entschied, die Pflasterung mit dem sogenannten Stuttgarter Sickerstein ausführen zu lassen. Das Material hat den Vorteil, wasserdurchlässig zu sein. Gleichzeitig ist es kostengünstiger als andere Materialvarianten. Insgesamt, so betonte Andreas Hanebeck, liege man mit dem Ausschreibungsergebnis um 7,8 Prozent unter der Kostenschätzung.

Breit genug für die Feuerwehr

Von einem Zuhörer war in der Bürgerfragestunde die Frage aufgeworfen worden, ob die dann noch verfügbare Straßenbreite für Fahrzeuge der Müllabfuhr und der Feuerwehr ausreiche. Ingen­ieur Hanebeck sicherte eine verbleibende Durchfahrtsbreite von 3,25 Metern zu. Der in der Sitzung anwesende Erligheimer Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Fein hielt das zwar für knapp, aber für ausreichend. Die vorgeschriebene Mindestbreite betrage 3,05 Meter.