Kirchheim / Uwe Deecke

Altbewährt war vor 25 Jahren der Proberaum im alten Schulzentrum, wo es sonst ganz andere Musik gab. Die Young Chorporation wollte aber alles anders machen. Ideengeber war der damalige Kirchheimer und heutige Lauffener Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger, der nicht nur einen Chor gründen wollte, sondern eine Gemeinschaft, in der sich junge Menschen treffen, um miteinander zu singen. Inzwischen ist ein Vierteljahrhundert vergangen, der Schultes singt nicht mehr mit, aber die Gemeinschaft lebt. Am 11. und 12. Mai gibt es zum Jubiläum zwei große Konzerte in der Kirchheimer Gemeindehalle, die unter dem Motto „Märchen“ stehen.

„Die Geschichte des Chors ist ein Märchen und für mich ein wesentlicher Teil meines Lebens“, erklärt Gründungsmitglied Holger Gayer, der von allen die meisten Jahre mit dem Chor verbracht hat. Damals seien Atem- und Zwerchfellübungen etwas ganz neues gewesen für die rund 100 Sänger, die am Anfang dabei waren. Inzwischen habe man nach 25 Jahren ein Durchschnittsalter erreicht, das auch den Namen „Silver Chorporation“ verdient hätte, so Gayer.

Heute ist das Einsingen im Chor ganz normal, der vor dem großen Event steht. Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren, am Wochenende sind dafür wieder zwei ganze Tage in der Gemeindehalle angesetzt. „Es war einmal – das Märchen der Young Chorporation“, heißt das neue Projekt, das der Chor in diesem Jubiläumsjahr zeigen wird. Und es wird wie immer nicht nur gesungen. Es wird eine Show, es gibt Tänzerinnen, einen „Charakterkopf“ als Erzähler, eine versierte Rockband und ein knackiges Bläserquartett, das den vierzigköpfigen gemischten Chor begleiten wird.

Im vergangenen Jahr waren die Konzerte schnell ausverkauft, denn der Chor ist längst kein Geheimtipp mehr. Und wie immer gab es ein Drehbuch, dem die Songs folgten: Die Reise in einem alten VW-Käfer von Kirchheim nach Stuttgart, die als Film erzählt wurde. Der echte Käfer mit der Hauptdarstellerin fuhr am Ende tatsächlich in die Gemeindehalle, zur Überraschung des Publikums.

Viel Vorbereitung, Tüfteln und Proben für nur zwei Konzerte sind es auch diesmal. Doch man beschränkt sich auf die zwei Termine, auch wenn der Chor das Niveau hat, auch über die Grenzen der Kommunen hinaus öfter aufzutreten. „Es ist eine Frage des Aufwands rund um die Konzerte“, erklärt Gayer. Für den Samstag werde schon am Mittwoch die Bühne aufgebaut, was man woanders nicht so einfach umsetzen könne.

Die Arbeit am Drehbuch des gut zweistündigen Programms ist ein Gemeinschaftsprojekt von vielen kreativen Köpfen: Denise Munz, Bettina Keßler, Svenja Scherb, Uwe Wallner, Ulrich Sander und Holger Gayer dachten sich neun Szenen aus, in denen bekannte Märchen neu interpretiert werden. Aufgeführt wird dies auf einer Bühne, die Brigitte Wittich, Thomas Nollenberger und Michael Arnold miteinander konzipiert haben. Michael Arnold ist dabei der Bühnenregisseur, die musikalische Leitung liegt beim Dirigenten Benedikt Immerz.

Neben den Märchenszenen wird auch zurückgeblickt. Lieder und Szenen aus den großen Young-Chorporation-Musicals „45“ und „bittersweet“ sind zu hören und zu sehen in zum Teil ganz neuen Interpretationen. Dazu gibt es komplexe sechsstimmige A-Cappella-Stücke ebenso wie mitreißende Rockklassiker, die die eigens zusammengestellte Band live spielt.

Info Eintrittskarten zum Preis von 12 Euro (8 Euro für Schüler und Studenten) gibt es im Dorfladen im Kirchheimer Ortszentrum, in der Obsthalle an der B 27 zwischen Lauffen und Kirchheim sowie im Eine-Welt-Laden in Lauffen.