Die Elternbefragung zu den schulischen Entwicklungen in der Sophie-La-Roche-Realschule hatte mit 81,5 Prozent einen außergewöhnlich hohen Rücklauf und zeigt: Das Interesse der Eltern für die Schule ihrer Kinder ist sehr hoch. Auf 83 Seiten sind die Ergebnisse der Befragung zusammengefasst, die an die Bonner Projektgruppe „biregio“ vergeben worden war und von Dr. Anja Reinermann-Matatko auf der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführlich vorgestellt wurde. Befragt wurden die Eltern von Kindern der Klassen zwei und drei in den Bönnigheimer Grundschulen zu diversen schulischen Themen sowie zu der favorisierten weiteren Schulform. Auch Fragen zur Situation der Eltern und ihren Kindern waren von Interesse. Erhofft wurden eine Einschätzung darüber, wo die realen Bedingungen der Elternhäuser liegen sowie Hinweise darauf, wo der Schulträger steuernd eingreifen kann und wo die Wünsche der Eltern liegen.

„Neue Realschule“ interessiert

Auf die Frage an welcher weiterführenden Schule die Eltern für ihre Kinder interessiert sind, ergab sich ein ungewisses Bild: Für die Realschule sprachen sich 29,1 Prozent aus, für das Gymnasium 25,2 Prozent, während 41,7 Prozent in dieser Frage noch unentschieden sind. 53,3 Prozent der Eltern wünschen sich für ihr Kind ein Abitur als Abschluss, während 24,4 Prozent die Mittlere Reife anstreben. Rund 73 Prozent gaben an, ihr Kind habe wenig oder keine Schwierigkeiten beim Lernen, 93 Prozent gaben an, im Notfall dem Kind an einer weiterführenden Schule Nachhilfe geben zu lassen. Auf die Frage, ob die „neue Realschule“ grundsätzlich  für ihr Kind interessant sei, antworteten 55 Prozent mit nein oder „eher nicht“. Gleichzeitig würden aber 56 Prozent ihr Kind an der Realschule anmelden, wenn diese sich zur „neuen Realschule“ entwickelt. Konkrete Informationen über die neue Realschulform, in der später Klassen nach Leistungsniveau getrennt werden, wären dabei hilfreich, heißt es in der Befragung.

Eltern sind nicht gut informiert

Die meisten Realschulen wurden nicht wie erwartet zu Gemeinschaftsschulen. Stattdessen ist die große Mehrheit der über 300 Gemeinschaftsschulen im Land aus Haupt- und Werkrealschulen hervorgegangen. Die Eltern gaben bei der Befragung aber an nicht über alle Schulen gleich gut Bescheid zu wissen. Bei der Realschule und dem Gymnasium überwiegt zwar „gut“ bis „sehr gut“, bei der Werkrealschule, der Gemeinschaftsschule und der „neuen Realschule“ hingegen „nicht so gut“ oder „gar nicht“.

Auf die Frage nach der Akzeptanz einer Gemeinschaftsschule antworteten 48 Prozent mit „ja“ oder „ja vielleicht“, und 52 Prozent mit „eher nicht“ oder „nein“. Grundsätzlich interessanter ist sie für die Eltern, die ihr Kind voraussichtlich an einer Realschule anmelden werden. Dass sich die Bönnigheimer eher für die Realschule als die Gemeinschaftsschule in Kirchheim oder Besigheim entscheiden, liegt nach der Befragung auch an der Abneigung gegen einen zu langen Schulweg. Die Mehrheit wünscht sich eine Fahrtzeit bis zu zehn Minuten, wobei Eltern mit Wunsch fürs Gymnasium auch zu 40 Prozent eine Fahrtzeit von 20 Minuten in Kauf nehmen würden. Die Grundschule sollte für 74 Prozent der Eltern in zehn Minuten erreichbar sein. Die Sicherheit des Schulweges zum Schulzentrum beurteilten dabei 61 Prozent als „weniger gut“ oder „sehr schlecht“. Die Bönnigheimer Grundschulen als Ganztagsschule wünschen sich 38,7 Prozent, als Halbtagsschule 39,4 Prozent.

Auch die Erwerbstätigkeit der Eltern wurde ermittelt: Zwischen fünf Prozent  (Realschulwunsch) und acht Prozent (Gymnasiumwunsch) der Eltern arbeiten beide Vollzeit, zwischen 21 und 26 Prozent ist es ein Vollzeit-Erwerbstätiger, zwischen 45 und 57 Prozent ein Vollzeit-Erwerbstätiger und ein Teilzeittätiger.