Erligheim Bürgermeister Rainer Schäuffele am Mittwochabend vereidigt

Bürgermeister Rainer Schäuffele (Mitte) wurde von Stellvertreter und Gemeinderat Joachim Obert (r.) verpflichtet und vereidigt. Landrat Rainer Haas überreichte am Mittwochabend im Rathaus die Einsetzungsurkunde.
Bürgermeister Rainer Schäuffele (Mitte) wurde von Stellvertreter und Gemeinderat Joachim Obert (r.) verpflichtet und vereidigt. Landrat Rainer Haas überreichte am Mittwochabend im Rathaus die Einsetzungsurkunde. © Foto: Martin Kalb
Erligheim / JÜRGEN KUNZ 25.09.2014
"Ein Bürgermeister auf Augenhöhe mit dem Bürger", so kennzeichnete Stellvertreter Joachim Obert am Mittwochabend Rainer Schäuffele, der in einer festlichen Gemeinderatssitzung vereidigt wurde.

Eine besondere Gemeinderatssitzung gab es am Mittwochabend im Sitzungssaal des Erligheimer Rathauses: festlich, mit viel Lob und aufmunternden Worten - und 55 Minuten lang. Bürgermeister Rainer Schäuffele wurde für seine zweite Amtszeit verpflichtet und vereidigt. Im Juli mit mehr als 94 Prozent der Stimmen wiedergewählt und einer Wahlbeteiligung, die bei mehr als 43 Prozent lag, obwohl Schäuffele der einzige ernstzunehmende Kandidat gewesen sei, betonte Landrat Dr. Rainer Haas. "Die Erligheimer Bürger haben Ihnen dadurch einen großen Vertrauensvorschuss für Ihre zweite Amtszeit gegeben", würdigte der Chef der Kreisverwaltung das Wahlergebnis von Schäuffele.

Der stellvertretenden Bürgermeister, Joachim Obert, leitete die etwas andere Gemeinderatsitzung, und begrüßte zahlreiche Gäste in "einer der kleinsten und vielleicht einer der feinsten Gemeinde im Landkreis", die nach der ersten Amtszeit Schäuffeles schuldenfrei ist. Der Kirchheimer Bürgermeister Uwe Seibold attestierte seinem Amtskollegen viel Sachverstand und eine "gehörige Portion Menschenverstand". Schäuffele sei ein Schultes, der Probleme und Aufgaben erkenne und gemeinsam mit dem Gemeinderat löse, er sei ein kompetenter Ansprechpartner und in der Lage "über den Ortsrand hinaus zu blicken".

Wolfgang Sauer, der als Vertreter der örtlichen Vereine und Organisationen Schäuffele gratulierte, würdigte den alten und neuen Bürgermeister, er sei "in der Gemeinde angekommen und akzeptiert".

"Die schöne Worte tun, wie das Wahlergebnis, gut", sagte Schäuffele. Mit dem Versprechen, "ich freue mich voll Tatendrang auf die nächsten acht Jahre", lud er alle Anwesenden zu einem langen Abend mit einem herbstlichen Buffet im Rathaus ein.

Ein Kommentar von Andreas Lukesch: Mangel an Bewerbern

Mit gesundem Menschen verstand lässt sich nicht erklären, warum sich Ulrich Raisch um jeden zur Wahl stehenden Bürgermeisterposten bewirbt. Wenn er wenigstens eine Botschaft hätte - aber selbst dazu reicht es nicht. Die Kandidaturen eines um Aufmerksamkeit Buhlenden bestechen vielmehr durch eine beeindruckende Ahnungslosigkeit von lokalen Gegebenheiten.

Aber immerhin, so hat ein Sersheims Amtsinhaber wenigstens einen Gegenkandidaten. Ein Bürgermeister, der seit 24 Jahren die Gemeinde lenkt und dies vermutlich auch weiterhin tun wird. Dagegen ist im Grundsatz nichts einzuwenden, fest steht aber auch, dass der Bürgermeisterentscheid in Tamm mit zwei ernsthaften Bewerbern spannender wird und mehr an eine demokratische Direktwahl erinnert als die Urwahlen, bei denen die Kandidaten ebenso einsam sind wie die Wahlhelfer in den Wahllokalen. Wenn es keine Auswahl gibt, treibt es die Menschen nicht an die Urnen.

Das Ergebnis sind Rathauschefs, an deren Inthronisierung nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten mitgewirkt hat. Dazu können die Betroffenen selten etwas. Im Gegenteil, Gemeinden können mittlerweile froh sein, wenn sich überhaupt noch Bewerber jenseits der Jux-Kandidaten finden, sobald beispielsweise Altgediente aufhören.

Das Problem sind also die Amtsverweigerer, die immer seltener zur Verfügung stehenden kompetenten Jungen, die an der Spitze einer Gemeinde stehen wollen.

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