Einmal im Jahr tagt der Bönnigheimer Gemeinderat in der Hofener Rainwaldhalle. Um 21 Uhr war das Essen angesagt, zwei Stunden Zeit also für die Tagesordnungspunkte sowie die Bürgerfragestunde. „Unsere Rathausuhr hat den Geist aufgegeben“, machte ein Bürger den Anfang, ein Problem, das der Verwaltung bekannt ist. Auch in Hofen solle die Zeit nicht stehen bleiben, versicherte Bürgermeister Albrecht Dautel. Der Zeiger sei von der Fachfirma mitgenommen worden, nachdem die Uhr in falschem Tempo lief, aber bald wieder montiert werden.

Keine Tempokontrollen

Überall gebe es Tempo 30, nur in Hofen nicht, sprach derselbe Bürger ein Dauerproblem an. Besonders an der Bushaltestelle werde gerast, wo Schüler und Senioren über die Straße gehen. „In den letzten 20 Jahren ist nie eine Kontrolle an der Ortseinfahrt gemacht worden“, kritisierte ein weiterer Bürger, der sich ebenfalls mehr Sicherheit an der Bushaltestelle wünscht. Im Rahmen des Lärmaktionsplans habe man Tempo 30 an verschiedenen Stellen diskutiert, so der Bürgermeister. Es sei in Hofen nicht vorgesehen und könne vom Landratsamt nicht angeordnet werden. Ändern sollen sich aber die Parkierungsmöglichkeiten. Sie sollen so gestaltet werden, dass der Verkehr besser fließt und nicht immer angehalten werden muss.

Der Gemeindeverbindungsweg nach Hohenstein ist ebenso ein Dauerproblem für die Hofener. Hier fahren 40-Tonner auf dem Weg, wo schon die Bankette wegbrechen und es für Fahrradfahrer gefährlich wird. „Wir werden die Anregung aufgreifen“, versprach Dautel, dem bewusst ist, dass dann die Laster durch Hohenstein fahren. Es werde Kontrollen entweder in Eigenregie oder durch das Landratsamt geben, über die Benutzung der öffentlichen Straßenfläche durch Lastwagen gebe es bereits einen Briefwechsel mit der Firma.

Die städtischen Finanzen machten einem Hofener Bürger Sorgen. Die Stadt habe viele Bauplätze verkauft, aber nichts am Schuldenstand verbessert. Die teure Sportplatzsanierung, Kindergärten und Straßensanierungen stünden auch noch an.

Nicht nur Bönnigheim habe das Problem, dass es ein strukturelles Defizit gebe. „Die Herausforderung vor der wir stehen ist: Wie können wir die kommunalen Pflichtaufgaben erfüllen, die mehr geworden sind“, stellte Dautel klar. Die Stadt könne ihre Einnahmen nur bedingt steuern. Wie es mit dem Hofener Ortskern weitergehe, fragte ein weiterer Bürger. Man habe ein weiteres Gebäude aufgekauft in der Pfarrstraße, so der Bürgermeister.

Im Anschluss gab es noch die symbolische Scheckübergabe an den Hofener Pfarrer Martin Burger. Die Kirche erhält nach einem alten Vertrag von der Stadt Bönnigheim zwei Drittel der Sanierungskosten des Kirchturms und der Turmzier. (die BZ berichtete).