Landwirtschaft Breite Traktoren machen Probleme auf Feldwegen

Feldwege sind durch große landwirtschaftliche Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen worden.
Feldwege sind durch große landwirtschaftliche Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen worden. © Foto: Helmut Pangerl
Löchgau / Uwe Deecke 05.04.2018

Wieder beschäftigten die Feldwege der Gemarkung den Löchauer Gemeinderat. Auf der jüngsten Sitzung ging es um die Schlepper, die den Mais für Biogasanlagen der Gegend abfahren.

Sie sind sehr breit und passen nicht mehr auf die asphaltierten Feldwege der Löchgauer Gemarkung. Dennoch fahren sie die Felder für Mais an, der für die Biogasanlagen bestimmt ist. CDU-Rat Wilhelm Trinkner sprach unter dem Punkt „Sonstiges“ das Kernproblem an: Die gemeindeeigenen Feldwege haben an den Seiten keinen Halt mehr und zerbröseln regelrecht unter dem Gewicht der schweren Traktoren. „Wir müssen die Feldwege zugunsten der Biogasproduzenten richten“, kritisierte Trinkner. Er gibt ihnen noch ein Jahr, bis hier die Wege wieder hergestellt werden müssen. Es sei „immer noch Landwirtschaft“, so Bürgermeister Robert Feil. Insofern habe die Gemeinde keine Handhabe gegen die Benutzung der Wege mit dem schweren Gerät. Es sei eine Sache, „die ein paar nutzt und der Allgemeinheit schadet“, kritisierte auch Heinz Schneider von den freien Wählern Löchgau. Den Vorschlag, sich mit den Nachbarkommunen zusammen zu tun, nahm Feil dennoch auf. Man könne gerne einen neuen Anlauf starten und das Thema auf einer der nächsten Sitzungen ausführlich behandeln und die Ergebnisse als eigenen Tagesordnungspunkt vorstellen.

Freudental ist auch betroffen

Auch in Freudental rauschen die überbreiten Traktoren auf dem Weg zur nächsten Biogasanlage nach Kleinsachsenheim oder Oberriexingen. Hier sorgen sie nicht für kaputte Feldwege sondern für Behinderungen im Verkehr. Biomaisfelder gebe es hier keine, erklärt Bürgermeister Alexander Fleig, der auch schon Bekanntschaft mit den Maschinen gemacht hat. Sie kamen nach den örtlichen Baumfällarbeiten, um das Holz klein zu häckseln und waren auch für die Freudentaler Feldwege deutlich überdimensioniert. Zwar gebe es in dort Maisfelder, die würden aber vom örtlichen Hof bewirtschaftet, der den Mais selbst verbraucht.

In Erligheim ist es vor allem der Durchgangsverkehr dieser Schlepper, der der Verwaltung zu schaffen macht. „Es ist kein Dauerthema“, sagt Hauptamtsleiter Pietro Leonetti auf Anfrage der BZ. Wenn es auf die Ernte zugehe, gebe es aber schon Probleme, wenn die Schlepper den geernteten Mais zu einer der Biogasanlagen fahren. „Bisher keine Beschwerden“ gab es laut Ordnungsamtsleiter Timo Steinhilper in Bönnigheim. Auch hier wird kein Biomais angebaut, und so sind die dicken Traktoren hier kaum zu sehen. „Die Feldwege wurden damals nicht für solche Fahrzeuge gebaut“, sagt Steinhilper. Heute müsste man die Feldwege wie Straßen bauen, um solchen Fahrzeugen gerecht zu werden. Uwe Deecke

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