Die Wahl-Bönnigheimerin Ann Marie Ackermann ist mit ihrem Buch auf Lesereise. Bönnigheimerin ist mit ihrem Krimi auf USA-Lesereise

Ann Marie Ackermann veranstaltet ihre Tatort-Führung zum Mord am früheren Bönnigheimer Schultes in englischer Sprache, und sie rekronstruiert den Tathergang am Liebensteiner Schlösschen.
Ann Marie Ackermann veranstaltet ihre Tatort-Führung zum Mord am früheren Bönnigheimer Schultes in englischer Sprache, und sie rekronstruiert den Tathergang am Liebensteiner Schlösschen. © Foto: Uwe Deecke
Uwe Deecke 07.10.2017
Die Wahl-Bönnigheimerin Ann Marie Ackermann ist mit ihrem Buch auf Lesereise.

Ann Marie Ackermann ist in Bönnigheim bekannt dafür, dass gerne als Hobby-Vogelkundlerin unterwegs ist. Für ihr gerade erschienenes Buch „Death of an Assassin“ (Tod eines Mörders) ist die Wahl-Bönnigheimerin auf Lesereise durch die Vereinigten Staaten.

Noch gibt es ihre Geschichte um den im Jahr 1835 ermordeten Schultheiß aus Bönnigheim nur in englischer Sprache. Doch das tut dem Erfolg in den Staaten natürlich keinen Abbruch, geht es doch auch um einen dortigen Nationalhelden: General und Oberbefehlshaber Robert E. Lee, der im Amerikanischen Bürgerkrieg zu höchsten Ehren kam, steht darin ebenso im Mittelpunkt wie das damalige Bönnigheim, wo Ackermann den Mord an Schultes Heinrich Rieber akribisch aufarbeitete.

Innovationen im Jahr 1836

Zu späten Ehren könnte nun auch das frühere Gericht in Besigheim kommen: Durch ihre Recherchen im Ludwigsburger Staatsarchiv und beim LKA entdeckte Akcermann ganz nebenbei die innovativen Methoden, die damals im Jahr 1836 vom Besigheimer Untersuchungsrichter Eduard Hammer angewandt wurden. Zusammen mit dem Freudentaler Büchsenmacher Christian Wilhelm Zerweck untersuchte er sämtliche Gewehre der Stadt, die zuvor eingesammelt worden waren. Denn auf den Schrotkugeln, die den Bürgermeister auf dem Heimweg von der Wirtschaft am Rathaus trafen, fanden sich kleine Rillen, die außergewöhnlich waren. Sie konnten nur aus einer Waffe stammen, die feine Rillen im Lauf hatte.

Der Täter, ein abgelehnter Waldschütz aus Stetten am Heuchelberg, war aber bereits nach Amerika geflüchtet und fiel dort später als erster Soldat unter General Robert E. Lee auf dem Schlachtfeld.

Bisher wurde diese Ballistik-Methode dem berühmten Lyoner Arzt und Kriminologen Alexandre Lacassagne zugeschrieben, der sie 1889 veröffentlichte. „Erst 50 Jahre nach den Ermittlungen am Bürgermeistermord“, so Ann Marie Ackermann. Ein Test eines Ballistik-Technikers des Landeskriminalamts deute darauf hin, dass Hammers Schlussfolgerungen auch schon 1836 möglich waren, erklärt die frühere Staatsanwältin. Um ihre Krimigeschichte mit wahrem Hintergrund bekannter zu machen, ist im nächsten Jahr eine Ausstellung im Museum im Steinhaus geplant. „Das Landeskriminalamt wie auch das Polizeimuseum Stuttgart überlassen uns Material für die Ausstellung“, so Ackermann auf Anfrage der BZ, und auch das Bundeskriminalamt solle noch dafür gewonnen werden.­

Suche nach deutschem Verlag

Derzeit tourt die frühere Staatsanwältin noch durch die USA, um ihr Buch vorzustellen, das dort natürlich insbesondere wegen der Person von Robert E. Lee Aufmerksamkeit erregt. Danach soll es endlich an die deutsche Übersetzung gehen. Ihr Verlag und ihr Londoner Agent suchen nach einem deutschen Verlag, der die Rechte erwerben und einen deutschen Übersetzer finden soll. Bis dahin wird Ackermann weiter ihre Tatort-Führungen in englischer Sprache veranstalten, die den Tathergang des Mordes am Liebensteiner Schlösschen rekonstruieren.