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Die Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu vermeldet in ihrem Geschäftsbericht 2018 erfolgreiche Wachstumszahlen und blickt positiv in die Zukunft: 6,9 Prozent Umsatzplus, innovative Strategie, verstärktes Exportgeschäft, teilen die Weingärtner Stromberg-Zabergäu mit.

Die Bilanzsumme hat sich um 1,246 Millionen Euro von 25,944  auf 27,190 Millionen Euro erhöht, heißt es im Geschäftsbericht. Der Gesamtumsatz der Weingärtner Stromberg-Zabergäu eG liege mit 16,662 Millionen Euro um 6,9 Prozent über dem Jahr 2017. 2018 sei im Fach- und Lebensmitteleinzelhandels trotz geringerer Durchschnittserlöse eine absatzbedingte Umsatzsteigerung erzielt werden. Insgesamt sei der Umsatz im Eigengeschäft auch aufgrund höherer Offenweingeschäfte gesteigert worden.

Der Flaschenwein-Umsatz konnte um 1,3 Prozent erhöht werden und dies entgegen des schrumpfenden Weinmarkts in Deutschland. Positiv habe sich zum Jahresende 2018 der Export nach Japan ausgewirkt.

Die Gesamtanlieferungen liegen bei insgesamt 9,27 Millionen Kilogramm Trauben mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 87 Grad Oechsle (2017: 80 Grad Oechsle). Dies bedeutet einen Ertrag von 131 Kilogrammm pro Ar und liege damit im langjährigen Mittel.

„Für unsere Genossenschaft wird der Weinjahrgang 2018 mit seinen Hagelschäden im Juli 2018 und einem nochmals ungewöhnlich frühen Lesebeginn in Erinnerung bleiben. Durch eine äußerst rebenfreundliche Entwicklung konnten die Hagelschäden trotz einer extrem heißen und trockenen Vegetationsphase bei uns einigermaßen ausgeglichen werden, so dass in Menge ein ausreichendes und in Qualität ein sehr gutes und erfreuliches Herbstergebnis erreicht werden konnte“, erläutert Geschäftsführer Dr. Bernd Kost die Geschäftszahlen 2018. Darüber hinaus greife die regionale Qualitätsstrategie – außergewöhnliche Prämierungserfolge, wie beispielsweise die Top-Platzierung für den 2015er Merlot beim Vinum Rotweinpreis, unterstreichen die Hochwertigkeit in Weinberg und Keller.

„Gut aufgestellt in die Zukunft“

Die Prognose im Geschäftsbericht ist für Kost positiv: „Wir erwarten im Hinblick auf die allgemeine Entwicklung und die Hervorhebung der jeweiligen regionalen Herkunft eine verbesserte Marktposition der Weingärtner Stromberg-Zabergäu eG und dadurch stabilisierte Ertragschancen für unsere Mitglieder.“ Der Geschäftsführer ist sich sicher, „dass notwendige Absatz- und Umsatzsteigerungen vor allem mittels intensiver Vertriebsstrategien ermöglicht werden können.“ So sein Blick in die Zukunft, auch wenn der Wettbewerb gerade nach der großen Ernte 2018 nicht einfacher werde.

„Wir sehen, dass die kürzlich eingeführten Instrumente zur Qualitätssteigerung und Kostenkontrolle bereits greifen“, so Kost. „Auf Marktseite ist es eine große Herausforderung, höhere Preise zu generieren, daher müssen wir stärker auf die Kostenseite achten und neue Exportmärkte entwickeln“.

Für die mittelfristig ausgelegte Exportstrategie ist sicherlich von Vorteil, dass Kost Anfang Juni 2019 zum Vorsitzenden des Exportbeirat beim Deutschen Weininstitut gewählt wurde. Mitte Juni folgte er bereits einer Einladung des russischen Handelsministeriums nach Moskau, um als Sprecher im Rahmen der nationalen „Russian Retail Week“ über den deutschen und württembergischen Weinmarkt zu sprechen sowie die Weine der WG Stromberg – Zabergäu den versammelten Einkäufern der LEH-Ketten vorzustellen.

Reise nach China

Für die Steigerung des Asiengeschäfts reiste er erst Ende Juni mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei einer Delegationsreise nach China, Peking und Shanghai, um deutsche, württembergische und insbesondere den lokalen Wein zu bewerben.

Die Zeit der Personaländerungen

Für die Verantwortlichen der Weingärtner Stromberg-Zabergäu ist das Geschäftsergebnis auch deshalb bemerkenswert, weil das Management-Team die ersten fünf Monate ohne Geschäftsführung stemmte, bevor ab Juni Dr. Bernd Kost als Geschäftsführer bestellt werden konnte.

Auf Vorstandsebene stehen ab Juli 2019 weitere Personaländerungen an. So wird Albrecht Hauber, Vorstand Önologie und Technik, das Unternehmen verlassen und den Ruhestand genießen. Darüber hinaus wird Vorstandsvorsitzender Rainer Lang nach 25 Jahren erfolgreicher Vorstandstätigkeit, davon 22 Jahre als Vorsitzender, den Stab an die nächste Generation weitergeben und sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Am 16. Juli werden beide Vorstände feierlich verabschiedet. „Wir sind Albrecht Hauber und Rainer Lang zu großem Dank verpflichtet. Sie haben die Weinmarke Stromberg-Zabergäu entscheidend geprägt, das Unternehmen gut für die Zukunft aufgestellt und zu dessen Erfolg beigetragen“, unterstreicht Kost.

Die vakanten Posten werden hauptamtlich besetzt. Nachfolgend rückt Jürgen Conz aus dem Aufsichtsrat in das Vorstandsteam als Geschäftsführender Vorstand auf. Ebenso wurde Dr. Bernd Kost zum 1. Juli als Geschäftsführender Vorstand berufen. bz