Bönnigheim Bönnigheimer messen sich beim Darts

Spielten beim Darts-Turnier: Reiner Haug (links), IGS-Vorsitzender, gegen Sebastian Stithem, Handballer des TSV Bönnigheim.
Spielten beim Darts-Turnier: Reiner Haug (links), IGS-Vorsitzender, gegen Sebastian Stithem, Handballer des TSV Bönnigheim. © Foto: Martin Kalb
Rena Weiss 30.12.2017

Treffen sich ein Unternehmer, ein Sportler, ein Gemeinderat und eine Journalistin in einer Bar. So könnte der Anfang eines schlechten Witzes lauten. Tatsächlich hat dieses ungewöhnliche Zusammenkommen auf Wunsch der BZ stattgefunden. Denn passend zur Darts-WM sollten sich Bönnigheimer Lokalgrößen in der Sportart messen: Sebastian Stithem, Handballer beim TSV Bönnigheim, Reiner Haug, Unternehmer und Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Selbständigen (IGS) Bönnigheim, Grünen-Gemeinderat Jürgen Carstens sowie  BZ-Volontärin Rena Weiss nahmen im Gaswerk die Pfeile in die Hand. Den Sportler packte der Ehrgeiz, der Unternehmer war unter Zeitdruck und der Grünen-Gemeinderat hatte die Ruhe weg – so könnte man die Bönnigheimer Version der Darts-WM zusammenfassen.

Anlass war die Darts-WM in London. Am Montag, 1. Januar, 20 Uhr, wird das Finale live unter anderem auf dem Sender Sport 1 sowie im Internet auf sport1.de übertragen. Das BZ Sportereignis fand jedoch bereits am Donnerstagabend statt.

Der Druck war schon zu Beginn vorhanden, denn Reiner Haug musste wieder weiter – seine Nichte hatte Geburtstag. Für zwei Spiele hatte er aber Zeit und seine Körperhaltung verriet: Hier hat einer Ahnung. Auch Stithem hat früher oft Darts gespielt. „Allerdings bevorzuge ich die Steel­darts-Version“, sagte der Handballer und Haug stimmte ihm zu. Die Plastikspitzen der regulären Dartsanlagen seien einfach nichts und überhaupt sei der Pfeil viel zu leicht, pflichtet Carstens bei. Der Gemeinderat stieß später dazu und löste Haug ab.

In den ersten beiden Spielen hieß es also Haug, Stithem gegen Weiss. Die Spiele waren ausgeglichen und so wurde jede Partie zu einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Wenig verwunderlich, da alle drei Herren Darts-Fans sind, und bekundeten, dass sie in ihrer Freizeit die Pfeile schwingen. Haug verfolgt zudem jedes Spiel der WM im Fernsehen. Dennoch waren die Wurfarme eingerostet, denn Haug, Stithem und Carstens haben schon lange kein Darts gespielt: Das Spiel am Donnerstagabend war für alle die erste Partie in diesem Jahr.

Das erste Spiel gewann Stithem. Einen Bereich auf der Dartsscheibe dabei immer fest im Blick: die Triple 20. Das Feld ermöglicht einem in einem Wurf 60 Punkte zu erreichen. Auf einer Dartsscheibe gibt es zwei schmale Ringe, einen äußeren und einen inneren. Der Äußere zählt die jeweilige Speichenzahl doppelt und der innere dreifach. Speichen nennt man die Felder deshalb, weil man früher zum Dartsspielen Wagenräder verwendete. Deswegen gehen auch heute noch von der Mitte aus Streifen wie Speichen weg. 20 sind es insgesamt und so gibt es eine Wertung von 1 bis 20. In der Mitte ist die Nabe, das sogenannte Bull’s Eye. Es bringt 50 Punkte – die zweithöchste Punktzahl. Außen herum liegt das Single Bull – ein Treffer bringt 25 Punkte.

Bei den Profis wie Phil Taylor, der in London noch im Rennen ist, treffen tatsächlich fast immer die Triple 20. Bei Stithem, Haug und Carstens war das eher selten. Da freuten sie sich sich auch über 60 Punkte, die man mit drei Würfen erlangt hat. „Ich führe, schau ich hab 60 Punkte geworfen“, rief Jürgen Carstens. Tatsächlich gewann der Gemeinderat. Mit einem Restwert von 101 auf der Punkten lag die BZ weit abgeschlagen, Stithem hätte mit einem Wurf seine restlichen acht Punkte erreichen können.

Beim Darts gibt es verschiedene Spielvarianten. Am Donnerstag wurde 501 gewählt. Das heißt alle beginnen mit 501 Punkten und müssen sich „runterwerfen“. Zusätzlich wurde noch Double Out gewählt. Man muss also eine gerade Zahl erreichen und kann dann mit einem Wurf in den äußeren Ring gewinnen. Im Falle von Stithem war es oft die zwei also musste eine Doppel 1 her. „Er macht das ja mit links“, scherzte Carstens, denn Stithem ist Linkshänder.

Doch gegen den vermeintlichen Außenseiter Carstens hatte weder die BZ noch der Handballer eine Chance. „Ich habe bestimmt seit zehn Jahren nicht mehr gespielt“, streute der Grünen-Politiker scherzhaft Salz in die Wunde. Früher habe er eine eigene Scheibe gehabt. Aber keine Digitale, wie sie heute in vielen Bars steht, sondern eine mit Wildborsten und die berüchtigten Steeldarts. „Einmal hat mich meine Nachbarin gefragt, was denn bei uns immer solche Geräusche mache? Dong, Dong, Dong“, erinnerte er sich. Das sei wohl die Dartsscheibe gewesen.

Einen eindeutigen Gewinner der Bönnigheimer BZ-Dartsspiele gab es nicht. Doch darum ging es nicht. „Das ist es, was ich an Darts so toll finde: Die Stimmung bei der Weltmeisterschaft oder bei einem privaten Spiel ist einfach spitze“, sagte Reiner Haug.

Die Dart-WM